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Montag, 11. Januar 2016

VW Vorstand Müller ist optimistisch

Der Chef von Volkswagen, Matthias Müller, hat in den USA einen Auftritt hingelegt, den man wohl nur als kämpferisch bezeichnen kann. Im Rahmen der Autoshow in Detroit gab VW einen Presseempfang, bei dem Müller eine Presseerklärung mehr oder weniger vom Blatt vortrug. Dann kamen freie Fragen, und Müller lief auf Hochtouren:
Den kämpferischen Auftritt von Matthias Müller finde ich gut.

Ja, VW hat bei den Abgaswerten gemogelt. Aber seien wir doch einmal ehrlich: Kein Verbraucher wird seine Kaufentscheidung für ein Auto von dessen Abgaswerten abhängig machen. Insofern von einem Betrug zu Lasten des Verbrauchers zu sprechen, ist Unsinn.

Dass Umweltgesetze dennoch ihren Sinn haben, ist klar. VW wird für die Manipulationen einen (hohen) Preis zahlen müssen. Und dann ist die Sache erledigt.

Donnerstag, 7. Januar 2016

Volkswagen: Insider packen aus, Rücknahme von 115.000 Autos in den USA

Neben einer drohenden Strafe von maximal 90 Milliarden US-Dollar droht VW nun weiteres Ungemach.

Die FAZ berichtet, dass knapp 50 Mitarbeiter intern zum Skandal auspacken wollen. Bereits Ende Oktober 2015 wurde bekannt, dass VW Angestellten unterhalb der obersten Führungsebene  versprochen hat, dass es keine arbeitsrechtlichen Konsequenzen gibt, wenn sie geständig sind. Nach der Süddeutschen Zeitung gibt es jetzt deutlich mehr Whistleblower als ursprünglich angenommen.

Allerdings hat es für die Mitarbeiter bei VW bereits spürbare Konsequenzen gegeben, und zwar für alle Mitarbeiter:
  1. VW streicht den Mitarbeitern den Bonus. Der Bonus ist die Beteiligung der Mitarbeiter am Unternehmensgewinn. 
  2. VW hat die Mitarbeiter in verlängerte Weihnachtsferien geschickt. 
  3. Mitte Oktober wurde bekannt, dass der Vorstand die Entlassung von Leiharbeitern erwogen hat. Anfang Dezember berichtete der FOCUS, dass hunderte von Leiharbeitern tatsächlich gehen müssen.
Die verlängerten Weihnachtsferien sind jetzt nicht unbedingt ein Nachteil für die Mitarbeiter. Dass ihnen aber ein Teil des Gehalts wegfällt (Bonus bei VW-Mitarbeitern) oder dass sie gar ihren Arbeitsplatz verlieren (Leiharbeiter) ist aber schon ein spürbarer Nachteil.

Man kann vor diesem Hintergrund darüber nachdenken, ob es gerecht ist, dass Leiharbeiter über die Klinge springen müssen (d.h. ihren Arbeitsplatz verlieren), an dem Skandal beteiligte Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz aber behalten, wenn sie geständig sind. Wahrscheinlich muss VW diese Konzession an die Gerechtigkeit deshalb machen, weil eine interne Aufklärung (und damit die Möglichkeit rechtzeitigen Handelns und der Vermeidung weiterer Strafen und Schäden für den Konzern) sonst nicht möglich ist.

Ende Oktober wurden Überlegungen bei VW bekannt, die betroffenen Fahrzeuge von den Kunden zurück zu kaufen. Die FAZ berichtet nun, dass VW insgesamt 115.000 Autos zurücknehmen muss.

Dienstag, 5. Januar 2016

Volkswagen: für die Manupulationen beim Abgas droht eine Strafe von bis zu 90 Milliarden Dollar

Am 04.01.2016 wurde bekannt, dass das Justizministerium der USA gegen VW zu Gericht zieht. Dieses wurde vom amerikanischen Justizministerium auf seiner Homepage bekannt gegeben.
Die Welt berichtet, dass eine Strafe von bis zu 90 Milliarden US-Dollar drohe.

Bereits Anfang Dezember wurde bekannt, dass VW das kommende Geschäftsjahr mit Krediten in Höhe von 20 Milliarden Euro plane. Diese Summe wird vermutlich nicht ganz reichen, sollte Volkswagen in voller Höhe in den USA verurteilt werden.

Der Aktienkurs der VW-Vorzugsaktie ist deutlich ins Minus gedreht. In den letzten sieben Tagen haben wir in der Spitze mehr als 10% Kursverlust gegenüber den Kursen "zwischen den Jahren" gesehen. Heute (Dienstag) ging es auch sehr turbulent zu. Da sich im Aktienkurs die Bewertung eines Unternehmens und seiner Geschäftsaussichten niederschlägt, kann dies nur als ein Zeichen größter Unsicherheit des Kapitalmarkts hinsichtlich der Auswirkungen der US-Verfahren auf den VW Konzern angesehen werden.

Mittwoch, 2. Dezember 2015

Der ADAC zum Abgasskandal bei VW

Zum Abgasskandal bei Volkswagen gibt es mittlerweile sogar einen eigenen Eintrag bei Wikipedia. Eine jüngst bekannt gewordene Folge des Skandals: VW plant aktuell mit Krediten in Höhe von 20 Milliarden Euro.

Ein Trost immerhin: Auf seiner Hompeage informiert der ADAC zum Abgasskandal. Juristen und Techniker fassen zusammen, was aus Sicht des größten deutschen Automobilclubs wichtig ist. Schon im September hat der ADAC eigene Tests zu dem Thema gemacht und die Ergebnisse veröffentlicht.

Sonntag, 9. März 2014

Werkstattnetz der HUK Coburg: können Kunden hier kostengünstig den Service machen lassen?

Die Süddeutsche Zeitung berichtet, dass die HUK Coburg ein eigenes Netz von Kfz-Werkstätten vorbereite. Für Unfallreparaturen gibt es ein solches Netz bereits. In diesem sollen Kunden künftig auch Wartungen und Nicht-Versicherungsschäden zu günstigen Konditionen durchführen lassen. Soweit ich es verstanden habe, geht es der HUK dabei primär um Kundenbindung.

Das finde ich einen sehr interessanten Ansatz, den man aber durchaus aber auch kritisch sehen kann. Diese Kritik macht sich in Blogs wie z.B. Captain HUK bereits Luft.

Der Bundesgerichtshof hat im letzten Jahr die Werkstattklausel für Gebrauchtwagen gekippt. Es ist folgerichtig, dass sich Marktteilnehmer Gedanken machen, wie sie diese Chance für eigene Angebote nutzen können.

Aber ob eine Versicherung selbst so ein Netz betreiben darf, sehe ich kritisch. § 7 Abs. 2 des Versicherungsaufsichtsgesetzes (VAG) statuiert ein Verbot versicherungsfremder Geschäfte. Diese Grenze sehe ich erreicht, wenn zum Kfz Werk- oder Dienstleistungen angeboten oder vermittelt werden, die mit Versicherungsfällen nichts zu tun haben. Inwiefern das bei den Überlegungen der HUK ein Thema ist, kann ich mangels näherer Kenntnis aber nicht beurteilen.

Eines muss man der HUK aber lassen. Sie ruht sich nicht auf ihrem Erfolg als mittlerweile wohl größtem deutschen Kfz-Versicherer (2012 waren dort 9,3 MIO Fahrzeuge versichert) aus. Sie macht sich Gedanken, wie sie sich ihre Position sichern kann.

Auch Fahrzeughersteller betreiben Versicherungsdienste, so z.B. VW mit der Volkswagen Versicherung AG. Insofern kann man Überlegungen bei Kfz-Versicherern, auch über reine Versicherungsdienste hinausgehende Angebote zu machen, nur als legitim bezeichnen. Über die Grenzen dessen, was zulässig ist und was nicht, muss letzten Endes ohnehin die BaFIN entscheiden.

Montag, 17. Februar 2014

ADAC: Manipulationen gibt es seit Jahren - Autobauer geben Gelbe Engel zurück

Autohaus berichtet von ersten internen Ergebnissen der Prüfung, die der ADAC bei sich durchführen lässt. Danach wurden die Wahlen zum "Gelben Engel" wohl schon jahrelang manipuliert. Ziel war, dass möglichst alle Marken vertreten sind. Man wollte sich wohl schmücken nach dem Motto "Der ADAC ruft, und alle kommen."

BMW, VW und Daimler geben nach einem Bericht des Manager-Magazins insgesamt 40 "Gelbe Engel" zurück. Der Preis habe seine Glaubwürdigkeit verloren.

Ich möchte dem ADAC Mut machen, den jetzt beschrittenen Weg weiter zu gehen. Toll ist es nicht, was da alles so rauskommt.

Aber für den Erhalt der Glaubwürdigkeit von - trotz allem - nach wie vor Deutschlands größtem Automobilclub ist der offene und sich selbst nicht schonende Umgang mit den sehr unangenehmen Fakten wichtig.

Der Automobilexperte Ferdinand Dudenhöffer fordert einen Neuaufbau des ADAC. So schlimm, dass der Verein brach am Boden läge, ist es nach meiner Meinung nicht. Aber im Kern hat Dudenhöffer wohl recht: der ADAC muss massiv an seinen eigenen Strukturen arbeiten.

Wichtig ist eine Vergewisserung der grundsätzlichen Ausrichtung. Der ADAC kommt mittelfristig nicht umhin zu entscheiden, ob er ein Verein sein will, oder ein großes Wirtschaftsunternehmen. Beides wird nach meiner Meinung nicht funktionieren.

Montag, 11. November 2013

VW entwickelt 1-Liter-Auto

Bild berichtet vom neuen Twin-Up, der Neuentwicklung von VW.

Cool ist, dass aufgrund der Hybridtechnologie ein Verbrauch unter einem Liter pro 100 km angepeilt wird. Mit leerem Akku kommt man auf 3,5 Liter, was ich immer noch recht gut finde.

Meine Bitte an Volkswagen ist: vergesst nicht, dass solche Autos für Verbraucher auch noch bezahlbar sein müssen. Nur aufgrund des günstigen Verbrauchs Preise zu nehmen, die erheblich über denen "normaler" Modelle liegen, werden viele sich nicht leisten können.

Klar, bei einem Auto mit wenig Verbrauch spart man an der Zapfsäule. Und ich verstehe auch, dass Ihr die Entwicklungskosten wieder einspielen müsst. Aber alles hat sein Maß. Auch das, was man für so ein Auto zahlen kann.

Dienstag, 22. Oktober 2013

Niedersachsen ist erfreut: Das VW-Gesetz hat Bestand

Der Spiegel nennt es einen Sieg gegen die Prinzipienreiter: In der Rechtssache Rechtssache C - 95/12 unterlag die EU Kommission gegen Deutschland. Der Europäische Gerichshof weist die Klage auf Verhängung finanzieller Sanktionen wegen des VW-Gesetzes ab. Über die Entscheidung informiert das Gericht in einer Pressemitteilung.

Worum geht es? Das VW-Gesetz besagt, dass ein Aktionär bei VW nicht mehr als 20% der Stimmrechte ausüben darf, auch wenn er mehr als 20% der Aktien besitzt. Zudem sind für besonders wichtige Satzungsänderungen (wie die Erhöhung des Grundkapitals) 80% der Stimmen bei der VW AG erforderlich. Da das Land Niedersachsen 20,2% des Grundkapitals besitzt, hat es quasi eine Sperrminorität. Diese Situation dürfte nach der Entscheidung des  EuGH nun auch so bleiben.

Holger Wissel vertrat die Bundesrepublik beim letzten Verfahren vor dem EuGH als Anwalt. Dieses mal war er nicht mit dabei. In der Legal Tribune Online ist ein interessantes Interview mit ihm, aus dem man viele Hintergründe erfahren kann. Auf dieses möchte ich abschließend hinweisen.