Posts mit dem Label Peter Meyer werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Peter Meyer werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 7. Mai 2016

ADAC: Echte Reform der Strukturen oder neue Mauschelei zur Sicherung eines hohen dreistelligen Millionenbetrages?

Der ADAC hat heute in Lübeck eine grundlegende Reform der Vereinsstruktur beschlossen. Künftig soll es einen Verein, eine Aktiengesellschaft sowie eine Stiftung geben. Zuvor war bekannt geworden, dass der vom früheren Präsidenten Peter Meyer geführte Regionalclub ADAC Nordrhein mit zwei Rechtsgutachten Stimmung gegen das Reformvorhaben gemacht hat. Dazu gab es auch ein handfestes wirtschaftliches Argument: Den Mitgliedern würden Beträge im hohen dreistelligen Millionenbetrag entzogen.

Wie es kommt, dass ein als gemeinnützig geltender eingetragener Verein Vermögenswerte im höheren dreistelligen Millionenbetrag angehäuft hat, ist aber in jüngster Zeit nicht Gegenstand der Debatten im Club gewesen. Und dass angesichts solcher Rücklagen im Jahr 2014 eine Beitragsanhebung notwendig war, scheint auch niemand zu hinterfragen.

Ob der ADAC mit seiner neuen Struktur mehr Transparenz schafft oder mehr Mauschelei, kann ich jedenfalls nach wie vor nicht beurteilen.

Was mir völlig unklar ist: Werden hier echte Reformen auf den Weg gebracht? Oder werden nur neue, noch kompliziertere Strukturen geschaffen als bisher, um ein Vermögen in  von mehreren hundert Millionen Euro zu sichern und zugleich den steuersparenden Status als gemeinnütziger Verein zu behalten?

Samstag, 1. Februar 2014

ADAC: neue Vorwürfe zu Fahrzeugranking und Badegewässer-Test

Immer neue Vorwürfe über den ADAC werden in den Medien berichtet:

Diese beiden Punkte finde ich schon sehr kritisch, wenngleich die Sache mit den Badegewässern aus den 1990er Jahren zu sein scheint. Hier kann man überlegen, ob es sich um eine Altsache handelt, die aus dem Keller geholt wurde um eine neue Sau durchs Dorf jagen zu können. Zu der Angelegenheit mit dem Fahrzeugranking möchte ich aber doch nähere Details wissen. Hier ist m.E. die Redaktion der Welt in der Bringschuld. 

Aber auch den ADAC sehe ich in der Bringschuld. Sein Präsident wird in der Motorwelt und im Pressebereich des ADAC wie folgt zitiert: „Wir müssen den Weg der Erneuerung kompromisslos gehen, denn nur so können wir Vertrauen zurückgewinnen.“

Mit dieser Aussage hat der Mann sicherlich recht. Aber eine wirklich neutrale Aufarbeitung der Sachen wäre auch nicht verkehrt. Egal ob man den ADAC mag oder nicht - er ist eine sehr wichtige Institution in Deutschland. Ich wünsche ihm die Kraft, aus der derzeitigen Krise wieder herauszukommen.

Sonntag, 26. Januar 2014

ADAC und SPIEGEL online: Auch Rettungsflugzeug genutzt? Und das auch noch privat? Nicht gut bei einer gGmbH!

Gestern habe ich begründet, weshalb ich die gelegentliche Nutzung ansonsten ungenutzer Helikopter durch den ADAC-Präsidenten in Ordnung finde.

Heute lese ich bei Spiegel Online eine Meldung, die ich dann nicht mehr in Ordnung finde. Hier heißt es wörtlich:
Vereinschef Meyer gibt zu, dass der Verwandte eines Clubmanagers das Flugzeug für eine private Reise nutzte.
Bei 49 Hubschraubern, von denen ein Teil stets ungenutzt ist und lediglich vorgehalten wird, ist es das eine wenn die Luftrettungs gGmbH Hubschrauber und Piloten an die Konzernmutter gegen marktübliche Bezahlung vermietet und sich dadurch etwas Geld dazu verdient. Die Flugzeugflotte der ADAC Luftrettung gGmbH ist mit vier Flugzeugen jedoch deutlich keiner. Diese Zahl entnehme ich dem Eintrag bei Wikipedia.

Im neuen Fall mit dem Flugzeug zitiert Spiegel Online den ADAC Präsidenten Peter Meyer wie folgt:
"In einem Fall ist ein Familienmitglied einer ehemaligen Führungskraft 2012 bei einem Ambulanzflug mitgeflogen." In dem Fall seien "sofort die erforderlichen personellen Konsequenzen gezogen" worden, betonte Meyer und kündigte an, weitere Fälle untersuchen zu lassen. 
Wenn der ADAC gegenüber dem betreffenden Manager deswegen arbeitsrechtliche Konsequenzen gezogen hat, dann hat er - ohne  dass die Sache in der Öffentlichkeit gewesen wäre - intern sicherlich in der gebotenen Schärfe reagiert. 

Damit finde ich diesen Fall jetzt auch nicht so dramatisch. Jemand hat sich fehlverhalten, der ADAC hat reagiert, und damit war die Sache erledigt. Wo es allerdings beginnt für mich nicht mehr in Ordnung zu sein, ist beim Ende des letzten Satzes. Dieses lautet ... und kündigte an, weitere Fälle untersuchen zu lassen.

Gibt es allen Ernstes noch weitere Fälle, in denen ein ADAC Manager oder hoher Mitarbeiter Luftfahrzeuge der Luftrettungs gGmbH für private Zwecke genutzt hat? Wenn ja, möchte ich das wissen. Und zwar mit Details. Hat mal jemand seinen Nachwuchs bei einem Übungsflug mitfliegen lassen, fände ich das in Ordnung. Ich erinnere mich, dass ich bei der Bundeswehr einmal kurz vor meiner Entlassung auch bei einem Übungsflug der Heeresflieger mitdurfte. Wie andere Soldaten meiner Einheit gelegentlich auch.

Wenn es allerdings wirklich Privatnutzungen in nennenswertem Umhang gegeben haben sollte, wäre das nicht in Ordnung. Zumal der ADAC sich bei seiner Tochtergesellschaft dann auch Gedanken um das kleine g am Anfang des Kürzels gGmbH machen müsste. Das kleine g steht für gemeinnützig.

Aber bitte, auch hier gilt es die Kirche im Dorf zu lassen. Wenn jetzt rauskommt, dass jemand mal den eigenen Nachwuchs hat mitfliegen lassen (der sich vielleicht die Sache im Rahmen der Überlegungen zur Berufswahl angucken wollte), wäre das keine Schlagzeile wert. Spiegel Online schreibt, dass der Flug auf jeden Fall stattgefunden hätte. Mehr sagen sie nicht. Für mich ist die Sache nicht ordentlich ausrecherchiert. Das ist schade bei einem Qualitätsmedium wie Spiegel online.

Bei der gewählten Schlagzeile ist die Redaktion nach meiner Meinung jetzt aber Fakten schuldig. Ich will wissen, ob da jetzt wirklich was neues bekannt wird, oder ob es sich um Stimmungsmache in Sachen ADAC handelt. Die ist zwar gerade en vogue. Aber harte Fakten sind mir lieber.

Samstag, 25. Januar 2014

ADAC, sein Präsident und ein Hubschrauberflug - lasst die Kirche mal im Dorf!

Der ADAC ist momentan stark in der öffentlichen Kritik und unter Druck.

Aufhänger sind Manipulationen beim Preis "Gelber Engel". Deren Bekanntwerden hat zu einer Vertrauenskrise für den Verein geführt. Die TAZ kommentierte die Manipulationen eindeutig und veröffentlichte sogar ein Muster-Kündigungsschreiben für Vereinsmitglieder.

Dann wurde bekannt, dass das Amtsgericht München den Status des ADAC als Verein prüft. Hintergrund sind die erheblichen wirtschaftlichen Aktivitäten, die der mit 19 Millionen Mitgliedern wohl größte Verein in Deutschland betreibt.

Das alles stärkt nicht gerade das Vertrauen in den Verein und seine Gesellschaften. Spiegel Online spricht von einem "unheimlichen Verein" - angesichts seiner Größe eine für mich nachvollziehbare Beschreibung des ADAC. Schon früher wurde der ADAC als Verkaufshelfer der Autoindustrie beschrieben.

Aus meiner Sicht sind beides sehr wichtige Punkte, denen der ADAC sich stellen muss. Peter Meyer, der Präsident des Clubs, wandte sich mit einer Erklärung an die Öffentlichkeit. Nach meiner Einschätzung ist es ein langer Weg, bis der ADAC das verloren gegangene Vertrauen zurück gewinnen kann.

Ich finde, es gibt viele Punkte, die man beim ADAC kritisch sehen darf und vielleicht auch muss. Durchaus auch noch andere Punkte als die, über die derzeit gesprochen wird. Aber ich finde auch, dass alles sein Maß hat. Und das ist aus meiner Sicht mit dem dritten Punkt überschritten.

Jetzt regt alle Welt sich darüber auf, dass der Präsident einen ADAC-Rettungshubschrauber für dienstliche Reisen nutzte. In den Medien gibt es dazu viele Berichte, ich verweise nur auf den relativ sachlichen Beitrag bei Autohaus.

Der ADAC ist eine sehr breit aufgestellte Organisation mit vielen Unterfirmen. Die Hubschrauber werden von einer eigenen Gesellschaft betrieben, der ADAC Luftrettung gGmbH. Derzeit sind 49 Hubschrauber im Einsatz, die ca. 49.000 Rettungseinsätze im Jahr fliegen. Das ergibt sich aus den vom ADAC veröffentlichten Zahlen.

Die Hubschrauber sind nicht 24 Stunden im Einsatz. Es müssen bei so einer Flotte immer welche vorgehalten werden für den Fall, dass ein Hubschrauber kaputt geht oder gewartet werden muss. Auch wird Personal vorgehalten, und zwar genügend dass man auch Ausfälle durch Krankheiten etc. auffangen kann.

In den Medien wurde berichtet, dass die Flüge durch den Verein ADAC an seine Tochtergesellschaft bezahlt worden sind. Ehrlich gesagt finde ich es nicht zu beanstanden, dass die Luftrettung gGmbH Überkapazitäten nutzt um ihre Hubschrauberflotte durch bezahlte Flüge zu finanzieren. Und wenn es die Vereinsstatuten erlauben, dass der Präsident des größten Verkehrsclubs in Deutschland auch den Hubschrauber nutzt, finde ich es nicht zu beanstanden, wenn er dies in - soweit ich es der Presse entnehme - doch verhältnismäßig geringem Umfang auch tut. Ob die Statuten so was erlauben sollten, ist da eine zweite Frage. Die sollen aber bitte die Mitglieder des ADAC intern klären.

Nach meiner Meinung haben die Berichte zu dem Thema doch mehr von Stimmungsmache zum Thema ADAC als von kritischer Berichterstattung. Und das finde ich schade. Hier denke ich, dass man bei den bekannten Fakten doch mal die Kirche im Dorf lassen soll. Manipulationen beim Gelben Engel finde ich schlimm - die Flüge mit dem Hubschrauber nicht.