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Montag, 2. März 2015

Die ADAC Service GmbH - was haben die mit dem Club zu tun?

Ich habe gestern darüber berichtet, dass der ADAC sich von einem hochrangigen Manager getrennt hat. Dabei handelt es sich um Karl-Heinz Kroha. Der war Geschäftsführer der ADAC Service GmbH. Auch Autohaus berichtet zu der Angelegenheit.

Was ist das für eine Gesellschaft, und wie gehört sie zum ADAC e.V.?

Auf seiner Homepage veröffentlicht der ADAC ein Organigramm. Das kann man hier direkt aufrufen. In ihm findet sich die Antwort auf die in der Überschrift gestellte Frage.

Danach kontrolliert der ADAC e.V. direkt mehrere Tochtergesellschaften, unter ihnen die ADAC Beteiligungs- und Wirtschaftsdienst GmbH. Eine weitere GmbH, die dann aber nicht direkt dem ADAC e.V. gehört, ist die ADAC Service GmbH.

Die ADAC Service GmbH betreibt für den ADAC die Straßenwacht mit den "gelben Engeln". Da die "gelben Engel" den Bedarf der ADAC-Mitglieder nicht alleine decken können, bestehen hier auch die Verbindungen zu Straßendienst-Partnerbetrieben. Die erkennt man daran, dass sie "im Auftrag des ADAC" unterwegs sind.

Die Zahlen in dem Zusammenhang finde ich beeindruckend. Sie sind dem Geschäftsbericht des ADAC für 2013 zu entnehmen. Danach hatte der ADAC 1.815 eigene Straßenwachtfahrzeuge in Betrieb, weitere 914 Straßenpartnerbetriebe mit ca. 5.000 Einsatzfahrzeugen sind der Organisation ebenfalls angeschlossen. All das wurde von Karl-Heinz Kroha kontrolliert, der nunmehr wegen angeblicher Unregelmäßigkeiten vor die Tür gesetzt wurde.

Inwieweit die Vorwürfe berechtigt sind, muss sich erst noch erweisen. Der ADAC hat dazu eine Pressemitteilung auf seiner Homepage veröffentlicht. Danach sei bei der Staatsanwaltschaft München Strafanzeige gegen "zwei Mitarbeiter" wegen Verdachts auf Untreue und Betrug gestellt worden. Das sind schon harte Vorwürfe, die erst noch erwiesen sein wollen.

Um aber auf die Eingangsfrage zurück zu kommen: die "gelben Engel" und die Straßendienstbetriebe sind das Aushängeschild des ADAC schlechthin. Viele Menschen sind nur deswegen Mitglied im Club, weil sie im Fall einer Panne auf die Hilfe des ADAC vertrauen können möchten.

Und dieses Aushängeschild wird eben nicht vom ADAC e.V. selbst kontrolliert, sondern von einer indirekt zugeordneten Kapitalgesellschaft: der ADAC Service GmbH.

Samstag, 28. Februar 2015

Der ADAC wirft hochrangigen Manager raus

ASP berichtet, dass der ADAC den Geschäftsführer der ADAC Service GmbH vor die Tür gesetzt hat. In diesem Zusammenhang wird von Unregelmäßigkeiten berichtet, die in Richtung Vorteilsannahme deuten. Bereits am Donnerstag hatte die Süddeutsche Zeitung berichtet, allerdings ohne Nennung von Namen.

Im Dezember hatte ich hier im Blog überlegt, ob der ADAC wirklich auf mehr Transparenz setzt, oder ob noch mehr Mauschelei betrieben wird. Dass die interne Revision des ADAC jetzt auch vor alteingesessenen Größen nicht zurück schreckt, finde ich gut. Langsam gewinne ich das Vertrauen darin, dass der Verein es mit der Neuausrichtung ernst meint.

Aber ich glaube nicht, dass nur eine - wenn auch zentrale - Figur hier ins Auge zu fassen ist. Dafür ist der ADAC zu groß. Auch in den Regionalclubs wird man auf die Strukturen und die wirtschaftlichen Interessen der beteiligten Personen zu achten haben.

Wenn wir von noch weiteren Personalveränderungen hören, spricht das für eine echte Ernsthaftigkeit, mit der die Neuausrichtung betrieben wird. Hören wir nichts weiter, war Herr Kroha möglicherweise nur ein Bauernopfer. Andere Figuren bleiben dann auf dem Spielbrett und es geht weiter wie immer.

Warten wir es ab!