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Freitag, 15. Mai 2015

Gebrauchtwagen: auch hier gilt eine Gewährleistungsfrist von zwei Jahren

Auch beim besten Händler der Welt ist die Gebrauchtwagengarantie wichtig.
Der Bundesgerichtshof hat mit Urteil vom 29.04.2015 (VIII ZR 104/14) zum Verjährungsthema beim Kauf eines Gebrauchtwagens entschieden. Dem Sachverhalt zugrunde lag ein Musterformular, dass vom Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe e.V. (ZKD) für seine angeschlossenen Händler bereit gestellt worden war. Die Presse hat die Entscheidung aufgegriffen, so z.B. der SPIEGEL, der Stern oder die Gifhorner Rundschau.

Was war passiert?

Eine Frau hatte einen Gebrauchtwagen gekauft. Wegen eines Produktionsfehlers trat Rost auf. Die Käuferin verlangte den Ersatz der Kosten für die Beseitigung dieses Schadens.

Den wollte der Händler nicht bezahlen. Er berief sich dabei auf die Geschäftsbedingungen, in denen stand:
VI. Sachmangel

1.Ansprüche des Käufers wegen Sachmängeln verjähren in einem Jahr ab Ablieferung des Kaufgegenstandes an den Kunden. […]

5.Abschnitt VI Sachmangel gilt nicht für Ansprüche auf Schadensersatz; für diese Ansprüche gilt Abschnitt VII Haftung. 
Der Bundesgerichtshof hat nun entschieden, dass ein normaler Gebrauchtwagenkäufer diese Regel nicht verstehen kann. Sie ist in sich widersprüchlich und intransparent - und damit nach den Regeln des Gesetzes unwirksam.

Für die betroffene Käuferin ist die Entscheidung gut. Sie bekommt den ihr entstandenen Schaden ersetzt. Gut finde ich auch die Reaktion des ZDK. Dieser hat in einer Presseerklärung mitgeteilt, dass er die (noch nicht veröffentlichte) Entscheidung des Bundesgerichtshofes genau lesen und die Geschäftsbedingungen überarbeiten will.

Ich finde die Angelegenheit übrigens nicht gerade einfach zu lösen. Das Gesetz verlangt in § 434 BGB, dass verkaufte Sachen frei von Mängeln sein müssen. Die Ansprüche deswegen verjähren innerhalb von zwei Jahren. So sieht es § 438 BGB vor. Wenn aber in den Verkaufsbedingungen von "Schadensersatz" gesprochen wird, so denkt man unwillkürlich an das gesetzliche Schadensersatzrecht z.B. in § 823 BGB. Hier gilt nach § 195 BGB eine Verjährungsfrist von drei Jahren. Es würde die ganze Angelegenheit vielleicht erleichtern, wenn der Gesetzgeber die Regeln zur Verjährung bei Mangelgewährleistung und bei gesetzlichem Schadensersatz anpassen würde. Für die Verbraucher hätte das den Vorteil, dass Händler Gebrauchtwagen kaum mehr verkaufen werden, wenn sie nicht davon ausgehen, dass die für die nächsten drei Jahre in Ordnung sind.

Wer selbst über den Kauf eines Gebrauchtwagens nachdenkt, sollte sich auf jeden Fall über seine Rechte als Käufer informieren. Die bekannten Automobilclubs stellen dazu gute Informationen zur Verfügung, so der ACE, der ADAC oder der AvD.

Hast Du schon einen Gebrauchtwagen gekauft und es gibt Probleme? Wenn ja, sprich bitte zuerst mit dem Verkäufer darüber. Ich habe das selbst erlebt, kurz nach dem Kauf war der Beifahrersitz defekt und konnte nicht mehr zurück geklappt werden. Mein Händler hat das anstandslos repariert.

Wenn der Händler sich aber weigert, sprich bitte mit Deinem Automobilclub oder einem Anwalt Deines Vertrauens darüber, wie in Deinem Fall am besten vorzugehen ist.

Dienstag, 27. Januar 2015

Gebrauchtwagenkauf: Vorsicht vor Betrug

ein Gebrauchtwagen
Um an ein bezahlbares Auto zu kommen, kaufen viele Leute einen Gebrauchten. Ich selbst habe das auch so gemacht. Leider wissen das auch viele Betrüger. Daher sollte man auf Abzocke gefasst sein, wenn man einen Gebrauchten kaufen oder sein eigenes Auto verkaufen will.

In der Welt vom 03.01.2015 warnte Christoph Walter vor den sechs miesesten Betrugsmaschen beim Online-Autokauf: Es wird getrickst mit den Tricks in Zusammenhang mit Schadensersatz, Kaufantrag, Scheck, Hehler (oft bei Straßenhändlern), Transportfirmen und Stohleuten. Sein Artikel ist echt gut, für Details lest bitte dort nach.

Hinweise zum Thema Gebrauchtwagenkauf gibt es beim ADAC, beim ACE oder beim AvD.

Der ADAC weist zudem auf acht Betrugsmaschen beim Gebrauchtwagenkauf hin: Nachträgliches Drücken des Preises, Scheckbetrug, Schätzung des Kaufpreises durch einen Sachverständigen, Berechnung von Standgebühren, Eintrag auf einer Exportliste, teure Rückrufnummern, allzu verlockende Angebote im Internet oder "Kaufe-Auto-Kärtchen", die am Fahrzeug hinterlassen werden.

Mittwoch, 28. Mai 2014

Ist meine Analyse richtig zu Autovermietern und ihrem verzerrten Wettbewerb?

Die BILD Zeitung hat vor kurzem gemeldet, dass die Zahl der Neuzulassungen in der EU im April 2014 erstmals wieder gestiegen sei. Der deutsche Markt jedoch bremse Europa aus, so das Handelsblatt. Beide beziehen sich auf den Branchenverband ACEA. Dieser hatte für April 2014 beeindruckende Zahlen gemeldet.

Ich habe vor kurzem auf einen Zusammenhang zwischen der Neuwagen-Überproduktion der großen Hersteller einerseits und dem Wettbewerb in der Autovermieterbranche aufmerksam gemacht. Auf diese Meldung erreichten mich sehr interessante Rückmeldungen meiner Leser, für die ich mich an dieser Stelle bedanken möchte. Soweit diese per Anruf oder Mail kamen, kann ich die hier natürlich nicht wörtlich veröffentlichen.

Einer ist beruflich in einem etwas anderen Sektor tätig. Dort beobachtet er ähnliches und sieht das Ziel eines der ganz großen Hersteller in seinem Bereich, die Zahl der Händler deutlich zu reduzieren.

Das ist ein Stück weit auch bei den Autovermietern der Fall, so meine Beobachtung (als Außenstehender - ich bin beruflich nicht in der Vermietbranche tätig). Dass die Hersteller beabsichtigen, die Zahl der Autovermieter zu senken, kann ich mir nicht vorstellen. Ihnen dürfte das egal sein, wie viele Vermieter es gibt, so lange sie ihren Absatz machen. Aber dass die Vermieter sehr, sehr unterschiedliche Einkaufskonditionen haben, ist nun einmal eine Tatsache.

Wie die Branche der Vermieter mit der Verzerrung ihres Wettbewerbs umgeht (soweit meine Anlayse richtig ist, handelt es sich um eine Verzerrung), weiß ich nicht. Es ist aber ihre ureigenste Aufgabe das zu klären, die ihr niemand abnehmen kann.

Ich lade aber ausdrücklich jeden ein, der zu dem Thema fundiert etwas zu sagen hat, dies in meinem Blog per Gastbeitrag zu tun. Meine Kontaktdaten finden sich im Impressum.

Montag, 19. Mai 2014

Alte Neuwagen, neue Mietwagen und auf den ersten Blick nicht zu erkennende Zusammenhänge

In den Wirtschafts-Nachrichten habe ich einen sehr interessanten Bericht über große Parkplätze gelesen, auf denen Neuwagen auf Halde stehen. Dessen Lektüre empfehle ich.

Danach haben die Hersteller derzeit Probleme die produzierten Neuwagen auch alle abzusetzen. Das passt zu Meldungen, nach denen die Zahl der Neuzulassungen geschrumpft ist. Da man langfristig mit einer Erholung der Nachfrage rechnet, wird die Produktion nicht runtergefahren.

Was gut ist für Mitarbeiter und Zulieferer der Automobilindustrie, hat natürlich noch eine Nebenwirkung. Es gibt einfach viel zu viel produzierte Neuwagen. Dass man die auf irgendwelchen Parkplätzen verrotten lässt, glaube ich nun nicht. Sie mit großen Nachlässen zu verkaufen würde aber den eigenen Markt kaputt machen. Also muss ein Weg her, wie man aus Neuwagen junge Gebrauchte machen kann.

Mir ist bei Autovermietungen schon oft aufgefallen, dass zumindest die großen Vermietungen die Wagen nur für eine relativ kurze Zeit im Bestand haben. Ich habe den Eindruck, dass systematisch Neuwagen produziert werden. Anders kann ich mir das nicht erklären.

Und dass große Autovermietungen, die einige hundert Fahrzeug eines bestimmten Typus kaufen, gute Konditionen bekommen, liegt auch auf der Hand. Ob die Hersteller die Gebrauchtwagen-Überproduktion betreiben, um junge Gebrauchte über die angeschlossenen Autohäuser verkaufen zu können, weiß ich nicht. Entsprechende Verkaufs-Aktionen in Autohäusern deuten darauf hin. Sicherlich betätigen sich aber auch Autovermieter als Gebrauchtwagenhändler, wie man am Beispiel der Sixt-Gebrauchtwagenbörse sehen kann.

Wenn also die Mietwagen nur einige Monate im Fuhrparkbestand sind und sie dann (aufgrund der bei Großordern zu erzielenden Rabatte) ohne großen Wertverlust weiter verkauft werden können, ergibt das für die großen Autovermietungen sehr günstige Einkaufsbedingungen. Einkaufsbedingungen, die kleine Autovermieter nicht haben. Daher geraten sie im Markt ins Hintertreffen.

Wandeln Autovermietungen sich von der klassischen Autovermietung hin zum Gebrauchtwagenproduzenten? Mein Eindruck ist das. Weder beim Bundesverband der Autovermieter (BAV) noch  beim Verband deutscher Autovermieter (VDA) habe ich zu dem Thema Informationen gefunden. Daher habe ich mich entschieden, das Thema in meinem Blog einmal anzusprechen.

Dienstag, 4. März 2014

Autokauf: Vorsicht vor Betrug durch Manipulation des Tachos

Tacho mit Kilometerstand: Zurückdrehen ist beliebt
Der Preis eines Gebrauchtwagens ist stark abhängig von seiner Laufleistung. Ein vier Jahre alter Golf wird mit einem höheren Preis bezahlt, wenn er nur 40.000 km statt 140.000 km auf dem Tacho stehen hat.

Das ist ein Fakt, den jeder von uns kennt und versteht. Leider ruft dieser Umstand aber auch kriminelle Leute auf den Plan. Durch das Zurückdrehen des Tachos wird ein niedrigere Laufleistung vorgespiegelt als es der Wirklichkeit entspricht. Für mich ist das Betrug, weil Käufer so dazu verleitet werden einen höheren Preis zu zahlen als sie es bei Kenntnis der wirklichen Laufleistung tun würden. Die Autonachrichten sprechen etwas neutraler von einem "getricksten Wertzuwachs."

Bei Automativ.de habe ich einen recht informativen Beitrag zum Thema gefunden. Den Film kann man sich gut mal ansehen. Auch auf t-online wird empfohlen, Gebrauchtwagen kritisch unter die Lupe zu nehmen.

Im Netz finde ich diverse Hinweise, mit denen man Manipulationen erkennen kann. Stellen Sie sich folgende Fragen:
  • Passen die Abnutzungsspuren des Autos zu Alter und Laufleistung?
    Bei eher jüngeren und gut gepflegten, aber viel gefahrenen Autos funktioniert das allerdings für Laien wie z.B. mich selbst eher nicht so gut.
  • Stimmen die Kilometer-Angaben im Service-Heft zum Stand laut Tacho?
    Lassen Sie sich auch die Rechnungen für die Wartungen zeigen. Dort müssten die Kilometerstände ebenfalls vermerkt sein.
    Ich habe den Hinweis gefunden, dass ein Indiz für die Manipulation des Wartungsheftes sein kann, dass alle Einträge mit der selben Schrift und dem selben Stift gemacht wurden. Das mag sein. Aber wenn das Auto immer in der selben Werkstatt gewartet wurde, ist die gleiche Schrift bei verschiedenen Einträgen gut zu erklären. Und ich persönlich traue mir nicht zu, unterschiedliche Minen der selben Kugelschreiberfarbe zu erkennen.
  • Passt der Zettel am Ölmeßstab zum aktuellen Tachostand?
    Hier hilft ein Blick in den Motorraum weiter. Und der Zettel am Ölmeßstab sollte natürlich auch zum Wartungsheft passen.
  • Auskünfte der Vorbesitzer zum Kilometerstand passen zum aktuellen Tachostand?
    In der Zulassungsbescheinigung Teil 2 (bzw. Fahrzeugbrief) finden Sie, wer früher Besitzer des Autos war. Wenn es sich dabei nicht um den Verkäufer selbst handelt, kann man den früheren Besitzer kontaktieren. Das ist nie verkehrt, weil man so neben Informationen zur Laufleistung z.B. auch etwas über Unfallschäden oder Macken erfahren kann.
Aus Antworten zu den Fragen kann man keinen Beweis für eine Tachomanipulation oder gar eine Betrugsabsicht des Verkäufers ableiten. Es handelt sich lediglich um ein Indiz.

Aber sagt Ihnen das Bauchgefühl, daß irgendetwas nicht stimmt, so habe ich eine letzte Empfehlung: kaufen Sie das Auto nicht. Es gibt genügend ehrliche Verkäufer, und auch genügend Fahrzeuge bei denen alle Angaben stimmen.

Donnerstag, 26. September 2013

Gebrauchtwagenkauf und Garantieversicherung: Käufer muss nicht in Markenwerkstatt für Inspektionen und Reparaturen gehen

Gebrauchtwagen können schick sein!
Für Käufer von Gebrauchtwagen gibt es etwas sehr erfreuliches zu vermelden.
Am 25.09.2013 berichtete die Welt, dass der Bundesgerichtshof die Bindung an Vertragswerkstätten gekippt habe. Dabei bezog die Zeitung sich auf eine Pressemeldung des BGH vom gleichen Tag, die aufgrund eines Urteils des VIII. Zivilsenats vom 25.9.2013 (Aktenzeichen: VIII ZR 206/12) veröffentlicht wurde.


Worum es geht: Kauf Gebrauchtwagen und zusätzlicher Erwerb einer Garantieversicherung

Es geht um den Kauf eines Gebrauchtwagens. Der Käufer hatte diesen bei einer Markenwerkstatt erworben und zusätzlich eine Gebrauchtwagengarantie abgeschlossen. Darin enthalten ist eine Regel, dass der Kunde Wartungen und Reparaturen beim Verkäufer oder einer vom Hersteller anerkannten Vertragswerkstatt durchführen lassen muss.

Der Käufer hatte dies zunächst auch getan, allerdings wurde der vierte Kundendienst im Laufzeitraum der Garantie bei einer freien Werkstatt durchgeführt. Das war im April 2010, im Juli 2010 kam es zu einem Defekt an der Ölpumpe. Die Höhe des Schadens war im Detail wohl streitig. Aber der Rechtsstreit wurde vor allem um die Frage geführt, ob die Garantieversicherung überhaupt zahlen muss, weil der Käufer ja gegen die Regel verstoßen hat, immer zur Vertragswerkstatt des Herstellers zu gehen.

Hier entschied der Bundesgerichtshof, dass diese Regel in der Garantieversicherung den Käufer unangemessen benachteiligt. Die Rechtsfolge ergibt sich aus § 307 BGB: Die Bestimmung, dass der Kunde immer in eine markengebundene Werkstatt gehen muss, ist unwirksam.

Für Fahrzeugkäufer mit so einer Garantieversicherung ist das eine gute Sache. Sie können damit im Grunde für Wartungsarbeiten zu einer anderen Werkstatt gehen als zu der des Verkäufers. Die Garantieversicherung muss trotzdem zahlen, wenn ein Garantiefall eintritt.


Hinweis: das Urteil gilt nicht für eine kostenlose Garantieversicherung
Der BGH knüpfte bei der Entscheidung über die Unwirksamkeit daran an, dass der Käufer die Garantieversicherung gesondert erworben und dafür auch Geld bezahlt hat. Sie war für ihn nicht kostenlos.

Damit muss gesagt werden, dass das Urteil für eine kostenlose Garantieversicherung nicht gilt.

Donnerstag, 22. August 2013

Autokauf ist Wertverlust

Es gibt nach wie vor Menschen mit der Ansicht, der Kauf eines gängigen Pkw sei eine Wertanlage. Menschlich nachvollziehen kann ich diese Meinung. Wer sich einen fünfstelligen Eurobetrag angespart hat und diesen gegen ein Auto eintauscht mag sich kaum eingestehen, daß das Geld schlicht futsch ist. Futsch im Gegenzug zur Mobilität im eigenen Fahrzeug.

Die WELT hat einen guten Artikel zum "unfassbar rasanten Wertverlust von Neuwagen" gebracht, der trotz seines Veröffentlichungsdatums (01.04.2013) alles andere als ein Scherz ist.

Wer es genauer wissen will, der wird beim Autokostenvergleich des ADAC fündig. Momentan ist noch die Autokostenübersicht 2013 im Netz abzurufen.

Gut beim ADAC finde ich, dass er sein Berechnungsmodell transparent macht (Download hier, Stand 7/2013).

Ich sehe es so: ein rasanter Wertverlust tritt bei allen technischen Produkten ein, die man kaufen kann. Sei es ein Navigationssystem für das Auto, das Auto selbst, der heimische Computer oder Fernseher oder ein Mobiltelefon. Jeder akzeptiert das im Grunde genommen auch.

Wer sich beim Autokauf mit dem Wertverlust etwas schwer tut, hat ja auch die Möglichkeit einen Gebrauchtwagen zu kaufen. Mit etwas Glück ist ein Fahrzeug nach einem Jahr gute 30% günstiger. Ich selbst fahre übrigens auch einen Gebrauchtwagen - und bin sehr zufrieden damit.