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Donnerstag, 21. Juli 2016

Sommer, Ausland, Verkehrsunfall

Die Straßen von Nizza sind heiß...
Unübersichtliche Straßen, andere Verkehrsregeln: Ein Unfall im Ausland ist schnell passiert. Und man muss nicht einmal selbst Schuld daran sein. Vor Fahrtantritt sollten einige wichtige Punkte beachtet werden. Dann muss sich niemand Sorgen machen.
 

1. Welche Verkehrsregeln gelten?
In jedem Land gelten andere Verkehrsregeln. Eine böse Falle ist zum Beispiel der Kreisverkehr. Währen in Deutschland der im Kreisverkehr befindliche Verkehr Vorfahrt hat, kann es in anderen Ländern genau umgekehrt sein. Macht Euch unbedingt mit den Verkehrsregeln des Landes vertraut, in das ihr fahrt! 
 

2. Europäischer Unfallbericht dabei?
Jeder kann den Europäischen Unfallbericht in Einzelexemplaren kostenlos bei der GDV-Bestellhotline anfordern: 0800/33 99 399 (kostenfrei). Legt ihn ins Handschuhfach!
Leider darf ich den Bericht aus Gründen des Urheberrechts nicht zum Download anbieten.
Was der Europäische Unfallbericht leistet, hat der GDV auf seiner Seite dargestellt. 
Wichtig ist zu wissen, dass der Inhalt dieses Berichts in vielen Ländern verbindlich ist. Wenn jemandem im Nachhinein einfällt, dass alles doch ganz anders gewesen sein soll als im Bericht angegeben, wird er damit nicht gehört.
 
3. Was ist, wenn ich den Europäischen Kontinent verlasse?
Versicherungsschutz gibt es auf dem Europäischen Kontinent sowie in außereuropäischen Gebieten, die zur Europäischen Union gehören. Das steht so in den Versicherungsbedingungen - Stichwort: Europaklausel. 
Praktisch kommen Abstecher auf andere Kontinente kaum vor. Besonders in der Türkei, aber auch in Russland oder Spanien (mit der Fähre zum Tagesausflug nach Marokko) kann es aber doch einmal sein, dass jemand mit dem Auto Europa verlässt. Versicherungsschutz hat er nur dann, wenn er sich die Deckung zuvor ausdrücklich über die Grüne Karte hat bestätigen lassen. Ansonsten hat er für Schäden, die außerhalb Europas passieren, keinen Versicherungsschutz.
 
4. Versicherungsschutz prüfen: Bist Du optimal geschützt, wenn etwas passiert?
Sprecht vor der Reise mit Eurem Versicherungsmakler oder -agenten. Passt der Versicherungsschutz für die geplante Reise? Wenn nicht, ergänzt ihn.
Geht es außerhalb des europäischen Kontinents, braucht ihr eine grüne Versicherungskarte. Darauf müssen unbedingt alle Länder eingetragen sein, in die ihr reist. Und zwar für jede Versicherungsart, die wichtig ist. Wird z.B. die Kfz-Haftpflicht eingetragen, besteht noch keine Deckung für Kasko oder Schutzbrief außerhalb von Europa!
Wenn Ihr im Ausland unverschuldet geschädigt werdet, müsst Ihr Euch um die Durchsetzung Eurer Schadensersatzansprüche kümmern. Dazu könnt Ihr Euch in Deutschland an das Büro Grüne Karte wenden.
Die Regulierung auch einfachster Fahrzeugschäden wird jedoch für unsere Verhältnisse sehr lange dauern. Das liegt nicht nur daran, dass es in den meisten europäischen Ländern deutlich längere Bearbeitungszeiten gibt als in Deutschland. Die zuständigen Stellen in Deutschland müssen sich  bei der Regulierung mit dem ausländischen Versicherer abstimmen. 
Zudem ist das Schadensersatzrecht in den meisten Ländern nicht so großzügig wie in Deutschland. Es gilt das Recht des Unfallortes. Und ausländisches Recht birgt für deutsche Autofahrer manche Überraschung.
Optimal geschützt seid Ihr mit einem Auslands-Schutzbrief, der bei einzelnen Versicherern auch anders heißen kann (z.B. Schutzbrief Plus). Ihr werdet dann nach deutschem Recht entschädigt. Die Versicherung kümmert sich anschließend um die Auseinandersetzung mit dem ausländischen Schädiger und nimmt Euch den damit verbundenen Ärger ab.

Samstag, 1. November 2014

Mann sägt sich Finger ab - Versicherungsbetrug?

Am 16.10.2014 berichtete SHZ.de von einem Prozess vor dem Amtsgericht Norderstedt. Dem Angeklagten wurde der Vorwurf des Versicherungsbetruges gemacht. Er verlor an einer Kreissäge Daumen und Zeigefinger und wollte ca. 1,4 Millionen € von der Unfallversicherung haben. Die aber glaubte ihm nicht und zahlte nicht. Ein Strafverfahren wegen (wohl versuchten) Betruges zu Lasten der Versicherung wurde eingeleitet.

Am 31.10.2014 berichtete die FAZ, dass das Schöffengericht den Mann zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und 10 Monaten verurteilt hat. Im Ergebnis sah man es als nachgewiesen an, dass die Finger absichtlich abgetrennt wurden, um eine Auszahlung aus der Unfallversicherung zu erlangen.

Nach den Pressemeldungen will der Mann mit Rechtsmitteln gegen die Verurteilung angehen. Gleichzeitig läuft noch ein Zivilprozess, bei dem es um Auszahlung der Entschädigung von der Versicherung geht.

Ich finde es sehr spektakulär, dass sich jemand Gliedmaßen amputiert haben soll um an die Auszahlung einer Entschädigung von der Versicherung zu kommen. Aber das kommt immer wieder vor. Der GDV meldet, dass alleine in der Schaden- und Unfallversicherung jählich ein Betugsschaden von ca. 4 Milliarden € entsteht. Dieses Geld wird aufgebracht von den ehrlichen Versicherungskunden.

Daher muss man auch Verständnis dafür haben, dass bei ungewöhnlichen Sachverhalten die Versicherungen sehr genau prüfen, ob dem Kunden die Entschädigung zusteht oder nicht. Hier hat das Verletzungsbild nicht ganz zum geschilderten Unfallhergang gepasst. Ich finde es richtig, dass die Versicherung in solchen Fällen dann sehr genau geprüft hat.

Ob der Mann letzten Endes Recht bekommt, oder ob die Versicherung mit der Annahme eines Betrugsfalls Recht hat, haben die Gerichte zu entscheiden. Das ist der im Rechtsstaat für solche Fälle vorgesehene Weg.

Montag, 8. September 2014

Kfz-Haftpflicht im Ausland: an die Mindestdeckungssumme denken!

Das Portal Geldtipps weist in einem aktuellen Beitrag auf heikle Unterschiede bei den Mindestdeckungssummen in der Kfz-Haftpflichtversicherung im Ausland hin.

Die Deckungssumme ist die maximale Entschädigung, die eine Versicherung im Schadensfall leistet. Verursacht der Schädiger einen höheren Schaden, muss er ihn selbst ersetzen soweit die Deckungssumme überschritten ist. Unter der "Mindestdeckungssumme" versteht man eine Rechtsvorschrift, welche die Versicherer dazu zwingt, keine Versicherungen anzubieten, die Schäden nur bis zu einem Betrag unter dieser Summe abdecken.

In Deutschland ergeben sich die Mindestdeckungssummen der Kfz-Haftpflichtversicherung aus § 4 Abs. 2 PflVG in Verbindung mit der Anlage zu dieser Norm. Welche Mindestdeckungssummen in einzelnen ausländischen Staaten gelten, zeigt der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in einer Übersicht.

Zur deutschen Versicherung noch ein Hinweis: die Mindestdeckungssummen vieler deutscher Kfz-Haftpflichtversicherer liegen erheblich höher als gesetzlich vorgeschrieben. Oft sind es 50 MIO € oder 100 MIO €. So hohe Schäden zu verursachen ist praktisch kaum möglich. Erkundigen sie sich bitte bei der eigenen Versicherung.

Ein Vergleich zeigt, dass die Mindestdeckungssummen im Ausland teils deutlich niedriger sind. Für Opfer eines unverschuldeten Verkehrsunfalls gibt das bei normalen Schäden (reiner Sachschaden, leichte Verletzungen) keinen Nachteil. Problematisch kann das aber für Menschen werden, die schwer verletzt werden und auf Lebenszeit auf Pflege angewiesen sind sowie infolge der Verletzung ihrer bisherigen, sehr erfolgreichen beruflichen Tätigkeit nicht nachgehen können. In den deutschen Medien dreht die Berichterstattung sich meist um das Schmerzensgeld. Wirklich teuer sind aber Pflegekosten, ein eventuell erforderlicher behindertengerechter Hausumbau oder Ersatz des Verdienstausfalls.

Wird der Schaden aufgrund Überschreitens der Deckungssumme im Ausland von der Versicherung nicht mehr bezahlt, muss der Unfallgegner das aus eigener Tasche ersetzen. Hat er kein Geld, geht das Opfer leer aus. Insofern empfehle ich, vor einer Fahrt ins Ausland mit dem eigenen Kfz-Versicherer zu sprechen. Viele Assekuranzen bieten eine Auslandsschadenversicherung an, die teils auch als Schutzbrief Plus bezeichnet wird. Das deutsche Verkehrsopfer wird von der eigenen Versicherung nach deutschem Recht entschädigt, der deutsche Versicherer holt sich das Geld dann vom ausländischen Versicherer zurück. Ist die Mindestdeckungssumme überschritten, trägt der eigene Versicherer das Risiko.

Zudem empfehle ich dringend den Abschluss einer Fahrerschutzversicherung. Dies aber unabhängig davon, ob man ins Ausland fahren möchte oder nicht.

Reist man ins Ausland, aber nicht mit dem eigenen Pkw, sollte man trotzdem an das Thema Mindestdeckungssumme denken. Und zwar dann, wenn man im Ausland auch mal einen Mietwagen nehmen möchte - wie genau der versichert ist, weiß man oft nicht so recht. Die meiten deutschen Kfz-Versicherer haben in der Kfz-Haftpflicht eine so genannte Mallorca-Police eingebaut. Diese greift, wenn die Mindestdeckungssumme des Mietwagens überschritten ist. Verursacht der Reisende mit dem Mietwagen also einen Unfall mit einem sehr, sehr hohen Schaden, ist er geschützt auch wenn die Kfz-Haftpflichtversicherung des Mietwagens nichts mehr zahlen muss.

Mittwoch, 6. August 2014

Debeka und Handelsblatt: die Auseinandersetzungen gehen weiter

Ende letzten und Anfang diesen Jahres habe ich über das Tippgebersystem der Debeka berichtet. Für mich hatte es den Anschein, als liefere sich das Handelsblatt einen Schlagabtausch mit dem Versicherungskonzern. War das nur verbale Kraftmeierei?

Nunmehr berichtet der Nachrichtendienst Das Investment von einer Richtigstellung, die das Handelsblatt veröffentlicht habe. Hier heißt es:
In der Ausgabe vom 13. November 2013 haben wir berichtet, dass die Debeka ein geheimes System von Zuträgern und Zuwendungen unterhalte.
und:
Hierzu stellen wir klar, dass die Debeka öffentlich für die Nennung von Interessenten für Verträge wirbt.
 Gut. Das verstehe ich so, dass die vermeintliche Geheimtuerei der Debeka keine war. Allerdings berichtete das Handelsblatt am 16.07.2014 von massiven Hausdurchsuchungen bei der Debeka durch die Staatsanwaltschaft. Mehr als 100 Büros und Privaträume von Mitarbeitern sollen durchsucht worden sein. Es geht um den Verdacht der Bestechung. Das ist schon starker Tobak, meine ich.

Das Thema Datenschutz in Zusammenhang mit der Debeka habe ich hier im Blog auch schon ansprechen müssen. Im Mai berichtete das Handelsblatt, dass die BaFIN Mängel beim Datenschutz festgestellt habe.

Die Versicherungswirtschaft hat sich einem Code of Conduct unterworfen. Eine Selbstverpflichtung, die über das Bundesdatenschutzgesetz hinausgeht. Die Beitrittsliste ist vom GDV im Internet veröffentlicht worden. Danach ist die Debeka-Gruppe dem Code of Conduct zum 01.05.2013 der Selbstverpflichtung beigetreten. Ich nehme daher an, dass die von der BaFIN beanstandeten Sachverhalte zeitlich davor lagen.

Mittwoch, 12. März 2014

Bewertungsreserven, mehr Informationen zu den Plänen des Gesetzgebers

Heute habe ich weitere Informationen zum aktuellen Vorhaben des Gesetzgebers gelesen.

Die Versicherungsbranche hat sich mit ihrer Initiative keinen großen Gefallen getan. Die Welt nennt das einen Schlag ins Gesicht der Versicherten. Die FAZ fragt, wer die Versicherten rettet.

In der Papierausgabe der FAZ von heute habe ich allerdings zwei Aspekte des Gesetzgebungsvorhabens gelesen, die man auch sehen muss:
  • Lebensversicherer können von den neuen Möglichkeiten zu den Bewertungsreserven Gebrauch machen, müssen dies aber nicht. Wenn sie den Garantiezins so gewährleisten können, bleibt alles beim Alten.
  • Machen Lebensversicherer aber von den neuen Möglichkeiten Gebrauch, bluten sie auch:
    • Es dürfen keine Dividenden mehr an die Aktioäre ausgeschüttet werden.
    • Die Provisionen für den Vertrieb werden deutlich begrenzt.
Mein Fazit: Gehen Versicherer an die Bewertungsreserven, ist dies ein Eingeständnis, dass sie einst gegebene Versprechen nicht halten können. Ein Armutszeugnis für jede Gesellschaft, die es sich ausstellen muss.

Gleichzeitig wird der Vertrieb geringer verprovisioniert. Insbesondere Makler, die persönlich bei ihren Kunden in der Haftung stehen, werden nicht nur die niedrigeren Provisionen, sondern vor allem das entsprechende Alarmsignal für die Gesellschaft zum Anlass nehmen, die Kunden an andere Lebensversicherungen zu vermitteln. Für die Lebensversicherungen eröffnet sich damit ein dann nur noch schwer zu durchbrechender Teufelskreis.

Für betroffene Kunden, die nun niedrigere Auszahlungen erhalten als sie bis vor kurzem noch erwarten durften, bleibt die Angelegenheit trotzdem doof. Es lohnt sich, die Entwicklung im Auge zu behalten.

Montag, 10. März 2014

Lebensversicherung: was hat der Gesetzgeber vor?

Bei Spiegel Online lese ich Lebensversicherer: Gesetzesvorhaben könnte Kunden Milliarden kosten.

Es geht wohl darum, die Regeln zur Beteiligung der Kunden an den Bewertungsreserven zu ändern. Alexander Erdland, der Präsident des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat heute klargestellt, dass die Bewertungsreserven allen Lebensversicherungskunden zu Gute kommen sollen. Die Pressemeldung des GDV könnt Ihr hier lesen. Anlass der Änderungswünsche sei die derzeitige Niedrigzinsphase, über die man gerecht hinweggkommen müsse.

Derzeit muss Lebensversicherungskunden bei Auslaufen (sei es durch Ablauf, Eintritt des Versicherungsfalls oder vorzeitige Kündigung) des Versicherungsvertrages ihr Anteil an den Bewertungsreserven mit ausbezahlt werden. Soweit ich es verstehe, will man das jetzt ändern und von dieser Verpflichtung loskommen.

Dass die Niedrigzinsphase ewig anhalten wird, glaube ich persönlich nicht. Und wenn derzeit nicht viel an Zinsen zu erwirtschaften ist, verstehe ich auch, dass die Lebensversicherer die Bewertungsreserven angehen müssen, um die Garantieverzinsung leisten zu können.

Aber ob eine Änderung der Regeln zur Beteiligung der Kunden an den Reserven sinnvoll ist, wage ich zu bezweifeln. Wer garantiert mir, dass die Regeln wieder geändert werden sobald die derzeitige Niedrigzinsphase vorbei ist?

So ein Vorhaben hat es vor der letzten Bundestagswahl übrigens schon einmal gegeben. Damals hat der Bundesrat es blockiert, nicht zuletzt aufgrund des Widerstandes durch die SPD. Ich finde es schon sehr interessant, dass nun ein neuer Anlauf genommen werden kann ohne dass die Sozialdemokraten ernsthaft widerstehen werden.

Mittwoch, 5. März 2014

GDV: neue Muster-AKB sind online

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat auf seiner Homepage eine neue Fassung der Musterbedingungen für die Kfz-Versicherung veröffentlicht. Diese hat den Stand vom 17.02.2014 und kann hier auf der Seite des GDV heruntergeladen werden. Zu den Infos bzgl. der AKB kommt man hier.

Mittwoch, 26. Februar 2014

Ruheversicherung: wie lange ist man nach Außerbetriebsetzen geschützt?

Der vorgestrige Eintrag hat mir Fragen nach der Ruheversicherung eingebracht. Diese möchte ich, so gut ich kann, hier gerne beantworten.

Die Ruheversicherung ist in Abschnitt H der Allgemeinen Bedingungen für die Kfz-Versicherung (AKB) geregelt. Diese sind von Anbieter zu Anbieter leicht unterschiedlich. Insofern lassen konkrete Fragen sich nur nach Lektüre der jeweils geltenden Versicherungsbedingungen beantworten. Hier im Blog orientiere ich mich an die vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) zur Verfügung gestellten Musterbedingungen. Aktuell ist der Stand vom 17.02.2014.

In Abschnitt H.1.7 AKB ist die Dauer der Ruheversicherung geregelt. In den Musterbedingungen gibt es dazu keine Zahl. In der Regel liegt die Dauer der Ruheversicherung zwischen 12 und 18 Monaten.

Wenn Sie persönlich betroffen sind, schauen Sie bitte in den für Ihren Vertrag geltenden AKB nach. Können Sie die nicht finden, oder verstehen Sie diese nicht, fragen Sie bitte bei der Kfz-Versicherung nach, bei der Ihr Fahrzeug zuletzt versichert war. Dort wird man Ihnen die Dauer der Ruheversicherung mitteilen können.

Nach Ende der in Ihren AKB genannten Dauer haben Sie keinen Versicherungsschutz mehr. Verursacht ein stillgelegtes Kfz danach einen Schaden, haftet sein Halter persönlich.

Dienstag, 31. Dezember 2013

Silvester: welche Versicherung kommt für Schäden auf?

Feuerwerk, aufgenommen in Nizza
Wir haben Silvester. Um das neue Jahr zu begrüßen, werden heute um Mitternacht wieder viele, viele Böller und Raketen abgefackelt werden.

Leider ist es wie jedes Jahr auch: es wird dabei zu Schäden kommen. Vielleicht wird das Auto beschädigt, eine Rakete fliegt ins Haus oder es wird gar ein Mensch verletzt. All das passiert vermutlich heute Nacht. Dann stellt sich immer die Frage, wer den Schaden bezahlen muss.

Im Grundsatz gilt: derjenige hat zu zahlen, der den Schaden verursacht hat.

Hat mir also jemand anderes den Schaden zugefügt, muss er ihn mir ersetzen. Das klingt gut, nützt aber nichts wenn dieser Mensch kein Geld hat. Und wenn ich selbst unvorsichtig war, muss ich mir den Schaden selbst ersetzen. Das hilft bei größeren Schaden auch nicht wirklich weiter.

In all diesen Fällen stellt sich die Frage nach einer Versicherung, die für den Schaden aufkommt. Der GDV hat einige sehr gute Verbrauchertipps gegeben, auf die ich hier hinweisen möchte.

Wichtig finde ich vor allem die Hinweise zum Versicherungsschutz, die ich zusammenfassen und etwas ergänzen möchte:

Verletzte Menschen
Heilbehandlungskosten werden von der Krankenversicherung bezahlt, egal ob Sie privat oder gesetzlich versichert sind.
Wer einen dauerhaften Schaden aufgrund einer Verletzung durch Feuerwerkskörper davon trägt, kann aus der privaten Unfallversicherung Leistungen erhalten.

Wohnung, Gebäude
Brandschäden in Ihrer Wohnung werden von der Hausratversicherung bezahlt. Das gilt auch für Schäden durch Löschwasser.
Ob Sie in einem eigenen Haus oder einem Mehrfamilienhaus wohnen - Schäden am Gebäude selbst zahlt die Wohngeäudeversicherung.

Auto
Des Deutschen liebstes Kind ist durch die Kasko versichert. Hierzu finden sich auch die meisten Beiträge, die ich zum Thema im Netz gefunden habe - beispielsweise im AutoBlog oder bei News.de.
Hierbei gilt:
  • Schäden, die durch Feuerwerkskörper oder sonst durch Brand entstehen, sind im Rahmen der Teilkasko versichert.
  • Kommt es zu Randale und beschädigen irgendwelche Idioten Ihr Auto mut- und böswillig, sind solche Vandalismusschäden nur durch die Vollkasko gedeckt.

Was tun, wenn ich jemand anderen geschädigt habe?
Haben Sie jemanden durch Feuerwerkskörper verletzt, seine Wohnung in Brand gesetzt oder sein Auto beschädigt? Nehmen Sie unverzüglich Kontakt mit Ihrer privaten Haftpflichtversicherung auf und melden den Schaden. Versicherungsschutz besteht allerdings - wie bei jeder Schadensversicherung - nur, wenn Sie den Schaden nicht vorsätzlich herbeigeführt haben. Wer einen anderen mit Absicht geschädigt hat, kann auf keine Solidargemeinschaft hoffen, sondern muss für die finanziellen Folgen selbst gerade stehen.


Dieser Beitrag wird der letzte für 2013 sein. Im neuen Jahr werde ich weitermachen. Allen Lesern meines Blogs - den Freunden wie auch den kritischen Besuchern - wünsche ich einen guten und sicheren Rutsch in das neue Jahr. Für 2014 wünsche ich Euch und Ihnen allen Gesundheit, Frieden und Gottes Segen.

Montag, 14. Oktober 2013

Datenschutz und die Versicherungswirtschaft

Datenschutz ist ein großes Thema in den deutschen Versicherungsunternehmen. Die Versicherungsforen Leipzig veranstalten im November eine Fachtagung dazu, auf die ich an dieser Stelle hinweisen möchte.

Nachdem die deutschen Datenschützer  in der Vergangenheit Grund hatten, einige Dinge zu beanstanden, haben die Versicherungsunternehmen entschieden dass es klarer Regeln bedarf. Freiwillig haben Sie gegenüber dem gesetzlichen Recht sogar etwas verschärfte Regeln (in Abstimmung mit Datenschutzbeauftragten) entworfen. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat zum Oktober verkündet, dass bereits 2/3 der deutschen Versicherer sich diesen Regeln unterworfen haben. Der Verhaltenskodex für den Vertrieb ist hier veröffentlicht, die Liste der bis jetzt teilnehmenden Versicherer hier.

Ich war etwas erstaunt zu lesen, dass die ADAC Autoversicherung gar nicht mit dabei ist. Eigentlich dachte ich, dass der ADAC als Verbraucherschutzorganisation dafür sorgen würde, dass sein eigener Versicherer da hinter den übrigen Versicherungen nicht hinterherhinkt.

Möglicherweise liegt das aber auch daran, dass die ADAC Autoversicherung nicht Mitglied im GDV ist. Ob der ADAC sich trotzdem an die in der Branche definierten strengen Vorgaben hält, weiß ich nicht. Es wird ihm niemand verbieten, denke ich mal. Und als Verbraucher fände ich das auch gut.

Montag, 7. Oktober 2013

Autodiebstahl - das nicht in den Griff zu bekommende Problem

Am 05.10.2013 gab es einen Bericht in der Freien Presse über einen versuchten Fahrzeugdiebstahl in Sachsen.

Am 02.10.2013 berichtete der Generalanzeiger in Bonn von einem jungen Mann, der ein Auto gestohlen hatte und danach öffentlich nach einem Käufer fragte. Jemand steckte das der Polizei, der Täter wurde gefasst.

Quelle: GDV
Fahrzeugdiebstahl ist ein Massenphänomen. Der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) berichtet, dass 2012 in Deutschland ca. 18.000 Fahrzeuge gestohlen wurden. Das sind ca. 49 Kfz, die jeden Tag in Deutschland entwendet werden. Eine ganze Menge, wie ich finde.

Die Kfz-Versicherer haben in diesem Zusammenhang 242,4 MIO € an Entschädigungen ausbezahlt. Das ist vielleicht auch der Grund, weshalb es keinen Aufstand in der Bevölkerung gibt. Durch unser gutes Versicherungssystem kann sich jeder für relativ günstiges Geld mit einer Teilkasko versichern, so dass die  finanziellen Folgen eines Fahrzeugdiebstahls nicht so schlimm sind.

Die Welt berichtet am 06.10.2013 über das Thema. Welche Marke die Diebe am liebsten klauen - der Artikel suggeriert, es sei BMW. Schaut man auf die Statistik, liegt VW zwar nominell davor. Aber bei den unter Dieben beliebstesten Modellen führen die Bayern ganz klar.

Die Welt zeigt einen Zusammenhang auf, den ich auch sehe. Fahrzeugdiebstahl ist heute im Wesentlichen eine Angelegenheit der Organisierten Kriminalität. Deppen wie der Dieb aus Bonn, über den der Generalanzeiger berichtete, dürften die Ausnahme sein.

Donnerstag, 29. August 2013

Notrufsäulen an der Autobahn - brauchen wir die noch?

Am 06. Mai 2013 berichtete Spiegel Online, dass die Notrufsäulen an den deutschen Autobahnen genutzt werden. In 2012 gab es von ihnen ganze 74.171 Anrufe. Dazu muss man wissen, dass es ca. 16.700 Notrufsäulen gibt. Das bedeutet, jede von ihnen wurde im Laufe des Jahres ungefähr 4,4 mal benutzt. Einige viermal. Andere fünfmal. Im Durchschnitt betrachtet. Die Welt bringt es genauer auf den Punkt: 20% der Säulen wurde gar nicht genutzt, die übrigen 80% mindestens einmal.

Die Idee der Notrufsäulen ist eine sehr gute gewesen. Die ersten wurden 1924 in Berlin aufgestellt. Heute stehen sie an jeder Autobahn, teils auch außerhalb. Betrieben wird das Netz seit 1999 von der Dienstleistungsgesellschaft des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Die Grundidee ist nach wie vor gut. Aber die technische Entwicklung ist doch weiter gegangen und weder 1924 noch 1999 stehen geblieben.

Ich stelle mir daher die Frage, ob man diese Dinger heute noch braucht. Der GDV wird sie nicht ohne entsprechenden gesellschaftlichen und politischen Rückhalt einstellen. Aber sie kosten Geld, das letzten Endes (indirekt) von den Versicherungskunden aufgebracht werden muss. Die Frage, ob das sein muss, halte ich deswegen für legitim.

Einmal hat fast jeder Autofahrer heute ein Handy. Nimmt er es nicht mit und hat er dann auf der Autobahn eine Panne, ist er dankbar für die Notrufsäulen. Aber wer heute noch Auto fährt und zu geizig ist sich ein Handy (einfache Handys gibt es für 20 Euro), hat der einen Anspruch darauf, daß extra für ihn das doch relativ teure Netz der Notrufsäulen unterhalten wird? Ich finde nicht. Und mit einem Handy kann man problemlos beim Zentralruf der Autoversicherer anklingeln. Dort gehen die selben Leute an den Apperat, die auch Gespräche von den Notrufsäulen annehmen würden.

Zum anderen wird eCall demnächst standardmäßig in neue Fahrzeuge eingebaut werden. Auch lassen sich Telematik-Boxen in Fahrzeuge nachrüsten. Für meinen Arbeitgeber nehem ich z.B. an einer Studie teil, die sich "wir fahren voraus" nennt. Was ich davon halten soll, weiß ich ehrlich gesagt noch nicht. Aber die Grundidee von eCall, daß ein kleiner Rechner an Bord bemerkt wenn es einen Unfall mit heftiger Einwirkung auf das Fahrzeug gibt, und der dann Rettungskräfte alarmiert, finde ich sinnvoll. Über die Erweiterung der Nutzungsmöglichkeiten kann man sich natürlich Gedanken machen... aber nicht im Rahmen dieses Beitrags.

Die Frage, ob man die Kosten für die Notrufsäulen weiter aufbringen oder sich das Geld nicht lieber sparen sollte, finde ich legitim. Ich möchte mich an dieser Stelle mit meiner Meinung noch zurückhalten, freue mich aber über jeden Eintrag im Blog.