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Dienstag, 8. September 2015

Raser in der Innenstadt von Wiesbaden - was getan wird, ist nur Show!

Raserei ist eine der Haupt-Unfallursachen.
Ich habe am 29. August darüber berichtet, dass der Blitzer am Kaiser-Friedrich-Ring entfernt worden ist. Die Polizei ist in dieser Zeit in einer Aktion gegen nächtliche Raser vorgegangen. Insgesamt wurden 70 Geschwindigkeitsverstöße festgestellt. Der Spitzenreiter war in der Innenstadt mit 91 km/h unterwegs.

Dafür gibt's Bußgeld, Punkte und Fahrverbot - aber was bitte soll das nützen? Für mich ist das nur Show, die Eindruck schinden soll. Wirklich dauerhaft nützen können solche Aktionen leider nicht. Das ist ähnlich wie der Blitzer-Marathon, der ab und an mal durchgeführt wird.

Ich meine, dass man an den beliebten Raserstrecken doch Blitzer braucht. Das schützt nicht nur die Autofahrer vor Unfällen. In der Nähe des Kaiser-Friedrich-Rings sind Kneipen, aus denen Nachts die Gäste kommen und die dann durch Raser gefährdet werden, wenn sie über den Ring gehen.

Blitzer sollten keine Einrichtung zum Abkassieren der Autofahrer sein, sondern zum Schutz anderer Verkehrsteilnehmer. An der Schiersteiner Straße geht es ja auch!


Donnerstag, 3. September 2015

Blitzer vor versetzen - ein guter Trick, um Gewohnheitsraser in die Falle zu locken

Blitzer vorversetzt - Gewohnheitsrader tappen in die Falle.
Vor einigen Tagen habe ich berichtet, dass ein Blitzer in Wiesbaden abgebaut wurde. Gestern ist mir aufgefallen, dass der Blitzer an der Schiersteiner Straße umgesetzt worden ist. Vom 1. Ring aus kommend in Richtung Schierstein steht er jetzt weiter in Richtung 1. Ring, und zwar in Höhe der Niederwaldstraße am Fußgängerüberweg.

Den Trick finde ich gar nicht verkehrt. Gewohnheitsraser wissen meist, wo in ihrer Stadt die Blitzer stehen. Da wird der Fuß halt vom Gaspedal genommen. Wenn fest installierte Radarmesser ab und an etwas versetzt werden, wird dieser Gewohnheitseffekt umgangen.

In diesem Fall schützt der vorversetzte Blitzer auch die Fußgänger, die nachts den Überweg queren. Die Fußgängerampel ist dann nämlich abgeschaltet. Wenn die Autofahrer sich daran gewöhnen, hier besonders vorsichtig zu fahren, ist das ein guter Effekt. Ab und an ist hier nämlich eine rücksichtslose Raserei zu beobachten.

Samstag, 29. August 2015

ADAC: Die 7 häufigsten Fragen in Zusammenhang mit Blitzern

Passend zum Blogbeitrag über den entfernten Blitzer am Kaiser-Friedrich-Ring möchte ich Euch auf Hinweise des ADAC aufmerksam machen. Hier werden sieben die bei der Rechtsberatung des Clubs am häufigsten auftauchenden Fragen kurz beantwortet. Die Sache mit der Zuverlässigkeit der Messgeräte wird durch Rechtsanwälte gelegentlich anders beantworet. Aber man muss wissen, dass der Angriff auf die Zuverlässigkeit des Messgerätes für den Anwalt oft die einzige Möglichkeit ist, um für den Mandanten gegen das Bußgeld oder gar ein Fahrverbot wegen zu schnellen Fahrens anzukämpfen.

Wiesbaden: Blitzer am Kaiser-Friedrich-Ring ist entfernt

Blitzer wegen Aufklebern entfernt?
Schon seit etwas längerer Zeit ist der Blitzer am Kaiser-Friedrich-Ring in Wiesbaden nicht mehr da. Ich habe mich gefragt ob der repariert werden musste, z.B. weil Zeitgenossen ihn immer wieder verklebt haben. Oder ob ihn das Verkleben so beeinträchtigt hat, dass er kaum noch Erlös einspielte.

Oder, so meine eigentliche Vermutung: Aufgrund der kurz danach kommenden Ampel wird dort ohnehin kaum über Gebühr gerast, und das Ding ist unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten für die Stadt wo anders besser aufgestellt.

So oder so gibt es genügend andere Stellen, wo man durch Betätigung des Gaspedals einen Beitrag zur Stadtkasse leisten kann.

Freitag, 25. Juli 2014

Kaiser-Friedrich-Ring in Wiesbaden: Blitzer verklebt

Wiesbaden: Blitzgerät Kaiser-Friedrich-Ring Ecke Scheffelstraße
Mir ist aufgefallen, dass der in Wiesbaden aufgestellte Blitzer ziemlich verklebt ist.

Hierbei handelt es sich um einen so genannten Poliscan Speed Tower. Das Gerät basiert auf der LIDAR Technologie, die dem Radar ähnlich ist. Dabei werden Laserstrahlen zur optischen Geschwindigkeitsmessung eingesetzt. Das System ist von der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig zertifiziert worden und taucht in ganz Deutschland immer mehr auf. Der Hersteller erläutert das Funktionieren seines Systems sowie seine Vorteile gegenüber anderen Systemen auf seiner Homepage.

Mit dem Poliscan System werden alle Fahrzeuge im Zielkorridor sicher erfasst, Geschwindigkeitsverstöße können so gut und richtig zugeordnet werden. Wie bei jedem optischen System gibt es aber eine Schwachstelle: die Linse. Und die optischen Messeinrichtungen befinden sich bei Poliscan in den Schwarzen Segmenten, die man an den Säulen gut erkennen kann.

Wenn diese Segmente aber nun zum Teil verklebt sind, so frage ich mich: funktioniert die Geschwindigkeitsmessung noch sicher?
Und ich kann mir vorstellen, dass diese Frage noch durch einige andere Leute gestellt wird.

Betroffene Fahrzeugführer möchte ich aber warnen, allzu früh zu frohlocken, wenn ein Ticket über 10 € oder 20 € kommt und man sich dann mit dem Argument "Messsäule verklebt" wehren will.

Einmal sollte man vor Einleitung rechtlicher Schritte einen Anwalt befragen, der das dann am besten auch für einen übernimmt.

Zum anderen kann es sein, dass die Bußgeldbehörde nachweisen kann, dass die Verklebung im konkreten Fall keine Auswirkung auf das Meßergebnis hatte. Dann hat man zusätzlich zum Bußgeld noch die Kosten des Verfahrens an der Backe.

Und - das ist die letzte Falle - es kann sein, dass das Gericht auch Zweifel hat, denen aber aus Kostengründen nicht weiter nachgeht. Es stellt dann das Verfahren nach § 153 StPO ein. Das tut es allerdings mit der Entscheidung, dass sowohl Betroffener als auch die Ordnungsbehörde die entstandenen Verfahrenskosten selbst trägt. Das bedeutet, man hat sich zwar 20 € Bußgeld gespart, der eigene Anwalt ist aber deutlich teurer. Ein wirklich lohnendes Geschäft ist das nicht.

Insofern würde ich persönlich geringe Bußgelder akzeptieren, zumindest wenn ich weiß, dass ich vielleicht sogar wirklich zu schnell gefahren bin. Geht es aber um eine sehr hohe Geschwindigkeitsüberschreitung, die vielleicht sogar den Führerschein in Gefahr bringt, empfehle ich bei verklebten Säulen doch zu kämpfen. Einen qualifizierten Rechtsanwalt in Ihrer Nähe finden Sie hier auf der Seite der deutschen Verkehrsanwälte.

Donnerstag, 20. Februar 2014

Wiesbaden: neuer Blitzer an der Berliner Straße stadtauswärts

unter der Brücke neu aufgestellter PoliScan Speed (Blitzer)
Wiesbaden aktuell hat kürzlich über einen neuen Blitzer berichtet, der hier an der Berliner Straße stadtauswärts aufgebaut wurde.

Ich habe mir das mal angeschaut. Das Teil steht unter der Brücke, die beide Seiten der Schnellstraße in Höhe der Bushaltestellen Siegfriedring miteinander verbindet.

An der Stelle sind 100 km/h erlaubt. Kurz danach geht es zur Autobahn, da mag manchem Autofahrer der Bleifuß schon jucken. Die Stadt hat sich wohl gedacht, dass sie dort mitverdienen kann.

Eine echte Gefahrenstelle ist an diesem Punkt nach meiner Einschätzung nicht.

Bei dem Gerät handelt es sich um einen so genannten PoliScan Speed. Der blitzt für beide Fahrtrichtungen, also auch auf der Gegenfahrbahn. Und dort wird er nach meiner Einschätzung mehr Treffer haben. Denn von der anderen Seite aus sieht man ihn so gut wie gar nicht.

Anwälte berichten immer wieder von erfolgreichen Rechtsmitteln, die gegen Messungen mit dem PoliScan Speed und daran anknüpfende Bußgelder eingelegt werden konnten, so die Kanzlei Wißmann auf ihrer Seite. Bei den Jura Blogs gibt es eine Auswahl interessanter Meldungen dazu, auf die ich abschließend hinweisen möchte.

Sonntag, 9. Februar 2014

Hessen: Radarwarnschilder müssen nicht mehr überall aufgestellt werden - eine pragmatische Entscheidung des neuen Wirtschaftsministers al-Wazir

Ich habe über den Aktionismus des ehemaligen Hessischen Wirtschaftsministers Florian Rentsch berichtet. Der meinte im Vorfeld der letzten Wahl überall in Hessen Schilder aufstellen lassen zu müssen, mit denen vor Blitzern gewarnt wird.

Günter Rudolph von der SPD wollte selbst Verkehrsminister werden. Die Frankfurter Rundschau berichtete, er wäre "entsetzt" und er habe die Aktion von Rentsch als "unverantwortlich" bezeichnet. Das ist ein Bonmont. Der Mann kann vielleicht politisch schön reden - inhaltlich brauchbar wird er dadurch aber noch nicht.

Jedoch gab es auch aus den Kommunen Widerstand. Das ist ernst zu nehmen.Weil der Widerstand von den Menschen vor Ort kommt, die den politischen Hirnfurz aus Wiesbaden umsetzen und so ausbaden müssen.

Nun ist die Sache mit der Wahl in Hessen doch etwas anders ausgegangen, als alle sich das gedacht haben. Unsion und Grüne haben sich zusammengerauft. Die FDP ist in der Opposition, mit viel Glück dabei noch parlamentarisch. Der neue Wirtschaftsminister und damit Nachfolger von Florian Rentsch ist Tarek al-Wazir von den Grünen.

Autobild berichtet nunmehr, dass der neue Wirtschaftsminister den Komunen die Aufstellung solcher Schilder freistellt. Sie müssen keine Gelder investieren, um bereits aufgestellte Schilder abzumontieren. Sie dürfen das aber, wenn sie es möchten. Sie müssen kein Geld ausgeben für neue Schilder, außer sie wollen es.

Ich finde das eine pragmatische Entscheidung. Minister al-Wazir überlässt den Menschen vor Ort die Entscheidung über die Beschilderung. Das finde ich gut und pragmatisch. Denn den von seinem Vorgänger initiierten Unsinn fortzuräumen, würde nämlich auch Geld kosten. 

Samstag, 5. Oktober 2013

Grebenstein, Calben und Espenau: Bußgelder wegen zu schnellem Fahren sind angreifbar

Blitzer an einer Straße, hier Wiesbaden
Blitzer waren schon öfters ein Thema in meinem Blog. In meinem Beitrag zum Verkehrsgerichtstag 2013 habe ich darauf hingewiesen, dass intelligent nachfragende Anwälte das System der Geschwindigkeitskontrollen doch gewaltig ins Schwanken bringen können. Sofern es sich um Obstruktion im Mandantenauftrag handelt, finde ich das nicht gut. Aber manchmal ist das notwendig.

Autobild berichtete Mitte September aus Nordhessen. Dort sind in Grebenstein, Calden und Espenau die Bußgelder wegen zu schnellen Fahrens derzeit alle Bußgelder zu Unrecht verhängt worden.

Warum? Das ist eine hoheitliche Aufgabe, die von den Kommunen an eine Privatperson deligiert wurde. Über die Hintergründe kann ich nur Mutmaßungen anstellen. Man wollte sich wohl die Verpflichtung von Personalausgaben sparen, aber auf die Einnahmen aus der Geschwindigkeitskontrolle nicht verzichten.

Autobild berichtet von Rechtsanwalt Dr. Bernd Stein aus Kassel. Dieser konnte nachweisen, dass die  Gemeinden keinen eigenen Bediensteten für  die Radarkontrollen einsetzten. Sondern jemanden, der bei einem privaten Dienst beschäftigt ist. Damit kippte er die Bußgelder, seine Mandanten kamen ohne davon.

Eines muss man aber auch sehen: das mit dem Einsatz von eigenem Personal ist eine Formalie, wenn auch eine wichtige. Ob es auf sie ankommt, wenn die Geschwindigkeitskontrolle ansonsten nachgewiesen ist, darüber muss man nachdenken dürfen.

Die formelle Ungültigkeit der Bescheide ist richtig. Staatliche Einrichtungen dürfen hoheitliche Aufgaben nicht an Privatunternehmen delegieren, wenn es dafür keine Rechtsgrundlage gibt. Und nur über das Streichen der Bußgeldeinnahmen kann man sie zu rechtstreuem Verhalten zwingen. Ich finde, das darf aber keinen Freifahrtschein für Raser in Gemeinden mit verantwortungslosen Politikern bedeuten.

Insofern gehe ich davon aus, dass die Bußgelder in den genannten Gemeinden alsbald auch wieder rechtmäßig verhängt werden. Denn dass man sich dort auf Dauer nicht rechtstreu verhält, kann ich mir nicht vorstellen.

Samstag, 24. August 2013

Radarwarner - bleiben doch verboten

Der SPIEGEL berichtet, daß die Verkehrsminister sich entschieden haben Radarwarner doch nicht zuzulassen. Einige von ihnen wollten dies.

Da scheint eine auf dem Verkehrsgerichtstag 2013 formulierte Idee doch ihren Weg in die Politik gefunden zu haben. Finde ich gut, auch wenn diese Idee keine Mehrheit fand.

Mein Navi warnt durch einen Ton, wenn ich die vor Ort erlaubte Höchstgeschwindigkeit überschreite. Das ist kein Radarwarner, aber in Radarfallen tappt man mit so einer Warnung im Cockpit nicht. Es geht auch ohne.

Und ich denke, man braucht auch nicht wirklich Warnschilder aufzustellen.

Donnerstag, 15. August 2013

Hessen: Warnschilder werden aufgestellt

Hessenwahl 2013 Hessens Minister für Verkehr, Florian Rentsch (FDP, ist der Meinung, dass der durchschnittliche Autofahrer zu dumm ist, um fest am Straßenrand installierte Blitzer zu erkennen. Wie richtig er damit liegt wird deutlich, wenn man z.B. über den Kaiser-Friedrich-Ring in Wiesbaden in Richtung Bahnhof fährt. Dort steht das hier am Straßenrand:

Blitzer in Wiesbaden am Kaiser-Friedrich-Ring, Höhe Scheffelstraße

Daher will er Warnschilder aufstellen. Ministerpräsident Bouffier (CDU) steht hinter ihm.

Die Frankfurter Rundschau berichtet, dass die Aufstellung der Schilder nunmehr begonnen hat. Das Ministerium veröffentlicht dazu auch bunte Bilder. Günter Rudolph von der SPD, der selbst Verkehrsminister werden will, ist "entsetzt". Das sei "unverantwortlich", so zitiert ihn die FR.

Na, hoffentlich nimmt der Mann sich kein Beispiel an Nordrhein-Westfalen. Dort ist mit Michael Groschek immerhin ein Parteigenosse aus der SPD Verkehrsminister. Und, wie der Spiegel in seinem Bericht (ganz unten) klargestellt hat, NRW ist das erste Land, das solche Schilder eingeführt hat. Dass die SPD Hessen die Verkehrspolitik der SPD Nordrhein-Westfalen als "unverantwortlich" bezeichnet oder gar darüber "entsetzt" ist, habe ich aber noch nicht gehört.

Das nenne ich doch mal eine Erkenntnis. Ein Minister im Wahlkampf macht eine Aktion, mit der öffentliche Mittel verschleudert werden und die den Schilderwald an unserer Straße vergrößert. Und der Möchtegern-Amtsnachfolger von der SPD offenbart in seiner Stellungnahme, dass er zwar eine Meinung hat, von dem Thema, zu dem er uns mit seiner politischen Gesinnung vollseiert, aber nicht wirklich eine Ahnung hat, worum es in der Sache geht. Und dabei habe ich gedacht, ein Minister oder ein "Fachpolitiker" sollte Fachkenntnis haben.

"Keine Ahnung aber will ein Amt" gegen "Aktionismus-Minister"... das wird ja ein toller Wahlkampf werden.

Warnung vor Blitzern: Der Ministerpräsident steht hinter seinem Minister

Ich habe darüber berichtet, dass Florian Rentsch plant, an unseren Straßen noch mehr Schilder aufzustellen als bisher dort stehen. Er will vor fest installierten Blitzern warnen.

Der Wiesbadener Kurier berichtete am 01.08.2013, dass Ministerpräsident Bouffier seinen Minister öffentlich stützt. Allerdings sprach Bouffier nicht selbst, sondern sein Sprecher Michael Bußer. So sieht also echte Unterstützung aus.

Aber das allerbeste kommt dann. Der Kurier schreibt, dass auch das Innenministerium sich derzeit mit der Überarbeitung einer Verordnung zum Thema Radarfallen beschäftige. Eine Regelung zu Warnschildern vor Geschwindigkeitsmessanlagen sei bisher weder enthalten noch künftig vorgesehen.

Das ist eine Ohrfeige sondersgleichen und dokumentiert, dass der Verkehrsminister losgespurtet ist und sich mit den anderen zuständigen Stellen in der Landesverwaltung gar nicht abgestimmt hat. Ich finde diese Aktion von Rentsch einfach nur peinlich!

Radargerät an der Schiersteiner Straße in Wiesbaden

Naja, eine Sache überlegt man sich doch. Wahrscheinlich brauchen manche Leute echt ein Schild, um so eine Blitzsäule wie hier auf dem Bild überhaupt wahrzunehmen. Wozu stellt man dann eigentlich Schilder für die Geschwindigkeitsbegrenzung auf?

Hessen will vor fest installierten Blitzern warnen

Ein Liberaler ist wohl mal duschen gegangen und hatte einen Geistesblitz. Nicht irgendwer, sondern mit Florian Rentsch der u.a. für Verkehr zuständige Minister in Hessen. Herr Rentsch hat entdeckt, dass es fest installierte Radargeräte gibt, vor denen man warnen könnte. So verkündete er es in einem Interview mit BILD.

Wiesbaden, Schiersteiner Straße: bei Bedarf kann man sich hier blitzen lassen.

Der Verkehrsgerichtstag 2013 hatte sich mit dem Thema Radarkontrollen beschäftigt. Erfolglos versuchte u.a. Florian Rentsch, eine Legalisierung von Radarwarnern durchzusetzen. Radarwarner bleiben verboten.

Da kommt er jetzt durch die Hintertür.

Was mich daran stört ist, dass letzten Endes der Schilderwald auf unseren Straßen dadurch noch vergrößert wird. Richtig wäre, ihn auszulichten.

Ach ja, noch eine kleine Formalie: Stationäre Geräte werden von Städten und Landkreisen betrieben. Ich glaube nicht, dass ein Bundesland berechtigt ist, über solche Schilder in das entsprechende Recht der Kommunen einzugreifen.

Auch stört mich an der Sache, dass durch diese sinnlose Maßnahme nur Geld verschwendet wird. Denn ich gehe davon aus, dass der nächste Minister sich besinnen und die Schilder wieder abmontieren lassen wird. Das auch, wenn der Minister wieder Florian Rentsch heißen sollte. Denn spätestens wenn die zuständigen Gerichte angerufen werden, wird er sich eines besseren belehren lassen (müssen).

Aber egal, wir haben ja Sommer und die nächste Wahl steht vor der Tür. Fehlende Zuständigkeit hat einen Politiker - gleich welcher Couleur - bekanntlich noch nie davon abgehalten, "etwas zu tun" oder gar "ein Zeichen zu setzen". In diesem Fall sollen es dann gleich einige hundert Zeichen sein, die in Hessen gesetzt werden sollen. Es ist halt Wahlkampf.

Verkehrsgerichtstag 2013: Gedanken zu Geschwindigkeitskontrollen

Ich gebe es zu: selbst ist es schon vorgekommen, dass ich mit meinem Auto schneller gefahren bin und auf einmal nehme ich einen Blitz wahr. Das so entstandene Foto hatte keine für den Personalausweis ausreichende Qualität. Aber ich habe bezahlt, weil der mir gemachte Vorwurf einer Geschwindigkeitsüberschreitung zutraf.

Wenn aber aufgrund einer viel zu hohen Geschwindigkeitsmessung der Führerschein in Gefahr ist, dann ist es mehr als legitim zu prüfen, ob wirklich alles in Ordnung ist mit der Messung, auf der der Vorwurf letzten Endes beruht. Zudem haben viele Bürger - ich gehöre zugegebenermaßen dazu - oft das Gefühl, daß Blitzer nicht an Stellen stehen, wo zu schnelles Fahren eine Gefahr darstellt. Sie stehen an Stellen, die gute Einnahmen generieren. Das berührt im Kern die Gerechtigkeitsfrage, und schon sind Emotionen im Spiel.

Gut fand ich, daß der 51. Verkehrsgerichtstag in Goslar sich mit dem Thema befasst hat. Der Arbeitskreis IV hat sich mit der Geschwindigkeitsmessung im Straßenverkehr beschäftigt. Der von mir sehr geschätzte Kollege Carsten Krumm nannte die in Goslar verabschiedeten Empfehlungen "mutig". Zumindest für den Arbeitskreis IV finde ich dieses Attribut dann doch etwas übertrieben.

Der sehr erfahrene Rechtsanwalt Frank-Roland Hillmann III schätzt, daß etwa 15% aller Geschwindigkeitsmessungen fehlerhaft sind. Die darauf gestützten Sanktionen wären dann nicht rechtens. Kommt nun ein von einer solchen Sanktion betroffener Bürger zum Anwalt, entspricht es der anwaltlichen Pflicht zu prüfen, ob die Sanktion rechtens war. Wenn er das verneint, wird er nämlich rechtliche Schritte einleiten, um die Sanktion aus der Welt zu schaffen. Momentan funktioniert hier ein recht einfacher Trick. Der Anwalt verlangt die Herausgabe der Bedienungsanleitung mit der (nachvollziehbaren) Begründung, daß er diese brauche um einschätzen zu können, ob das Gerät korrekt bedient wurde - was die Voraussetzung für fehlerfreie Messergebnisse wäre. Hier kommt ihm Hilfe aus einer sehr unerwarteten Seite, nämlich dem Urheberrecht. Die Hersteller der Anlagen haben etwas dagegen, daß Kopien der Anleitungen gemacht werden, welche dann an die Anwälte gegeben werden. Die Original-Anleitung kann aber nicht rausgegeben werden, weil diese benötigt wird um den Blitzer einzustellen. Konsequenz, wenn einer wegen eines Bußgelds von einigen Euro Vorlage der Bedienungsanlage verlangt: die Blitzeranlage ist stillgelegt, bis die Anleitung zurück gegeben wurde. Die BILD stellt schon die Frage, ob unseren Blitzern bald das Licht ausgeht.

Die vom Verkehrsgerichtstag zum Gesamtthema verabschiedete Empfehlung finde ich weitgehend in Ordnung, nicht daß ich da mißverstanden werde. Aber an einem Satz störe ich mich doch sehr: "Alle zur Beurteilung der Messung gehörenden Informationen – wie insbesondere die Gebrauchsanweisung und der vollständige Datensatz der jeweiligen Messreihe – müssen dem Verteidiger und dem beauftragten Sachverständigen von der Verwaltungsbehörde ohne zusätzliche Kosten zur Verfügung gestellt werden."

Ein Schelm, der sich böses dabei denkt.

Es bleibt abzuwarten, wie die Praxis reagiert. Die Akteneinsichtsrechte sind für den betroffenen Bürger elementar, um seine Rechte wahren zu können.

Vielleicht reagieren die Hersteller von Blitzeranlagen ja so, daß sie künftig zwei Bedienungsanleitungen zur Verfügung stellen. Eine, die Anwälten zur Einsicht gegeben werden kann. Eine weitere, die stets beim Gerät verbleibt damit es bedient werden kann.

Daß Tempolimits überwacht werden müssen, ist nicht nur lt. SPIEGEL die Meinung von Experten, sondern z.B. in der Nähe von Schulen eine auf der Lebenserfahrung gestützte Ansicht nahezu eines jeden.

Persönlich finde ich es übrigens eine sehr gute Erfindung, daß Navigationssysteme einen Warnton geben, wenn man die auf der Straße zulässige Höchstgeschwindigkeit überschreitet. Die für einige Systeme erhältlichen Warner vor fest eingebauten Blitzern sind fragwürdig. Aber einen verpflichtenden Warnhinweis auf Geschwindigkeitsüberschreitungen halte ich doch für eine Überlegung, die man nicht gleich verwerfen sollte.