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Donnerstag, 21. Juli 2016

Sommer, Ausland, Verkehrsunfall

Die Straßen von Nizza sind heiß...
Unübersichtliche Straßen, andere Verkehrsregeln: Ein Unfall im Ausland ist schnell passiert. Und man muss nicht einmal selbst Schuld daran sein. Vor Fahrtantritt sollten einige wichtige Punkte beachtet werden. Dann muss sich niemand Sorgen machen.
 

1. Welche Verkehrsregeln gelten?
In jedem Land gelten andere Verkehrsregeln. Eine böse Falle ist zum Beispiel der Kreisverkehr. Währen in Deutschland der im Kreisverkehr befindliche Verkehr Vorfahrt hat, kann es in anderen Ländern genau umgekehrt sein. Macht Euch unbedingt mit den Verkehrsregeln des Landes vertraut, in das ihr fahrt! 
 

2. Europäischer Unfallbericht dabei?
Jeder kann den Europäischen Unfallbericht in Einzelexemplaren kostenlos bei der GDV-Bestellhotline anfordern: 0800/33 99 399 (kostenfrei). Legt ihn ins Handschuhfach!
Leider darf ich den Bericht aus Gründen des Urheberrechts nicht zum Download anbieten.
Was der Europäische Unfallbericht leistet, hat der GDV auf seiner Seite dargestellt. 
Wichtig ist zu wissen, dass der Inhalt dieses Berichts in vielen Ländern verbindlich ist. Wenn jemandem im Nachhinein einfällt, dass alles doch ganz anders gewesen sein soll als im Bericht angegeben, wird er damit nicht gehört.
 
3. Was ist, wenn ich den Europäischen Kontinent verlasse?
Versicherungsschutz gibt es auf dem Europäischen Kontinent sowie in außereuropäischen Gebieten, die zur Europäischen Union gehören. Das steht so in den Versicherungsbedingungen - Stichwort: Europaklausel. 
Praktisch kommen Abstecher auf andere Kontinente kaum vor. Besonders in der Türkei, aber auch in Russland oder Spanien (mit der Fähre zum Tagesausflug nach Marokko) kann es aber doch einmal sein, dass jemand mit dem Auto Europa verlässt. Versicherungsschutz hat er nur dann, wenn er sich die Deckung zuvor ausdrücklich über die Grüne Karte hat bestätigen lassen. Ansonsten hat er für Schäden, die außerhalb Europas passieren, keinen Versicherungsschutz.
 
4. Versicherungsschutz prüfen: Bist Du optimal geschützt, wenn etwas passiert?
Sprecht vor der Reise mit Eurem Versicherungsmakler oder -agenten. Passt der Versicherungsschutz für die geplante Reise? Wenn nicht, ergänzt ihn.
Geht es außerhalb des europäischen Kontinents, braucht ihr eine grüne Versicherungskarte. Darauf müssen unbedingt alle Länder eingetragen sein, in die ihr reist. Und zwar für jede Versicherungsart, die wichtig ist. Wird z.B. die Kfz-Haftpflicht eingetragen, besteht noch keine Deckung für Kasko oder Schutzbrief außerhalb von Europa!
Wenn Ihr im Ausland unverschuldet geschädigt werdet, müsst Ihr Euch um die Durchsetzung Eurer Schadensersatzansprüche kümmern. Dazu könnt Ihr Euch in Deutschland an das Büro Grüne Karte wenden.
Die Regulierung auch einfachster Fahrzeugschäden wird jedoch für unsere Verhältnisse sehr lange dauern. Das liegt nicht nur daran, dass es in den meisten europäischen Ländern deutlich längere Bearbeitungszeiten gibt als in Deutschland. Die zuständigen Stellen in Deutschland müssen sich  bei der Regulierung mit dem ausländischen Versicherer abstimmen. 
Zudem ist das Schadensersatzrecht in den meisten Ländern nicht so großzügig wie in Deutschland. Es gilt das Recht des Unfallortes. Und ausländisches Recht birgt für deutsche Autofahrer manche Überraschung.
Optimal geschützt seid Ihr mit einem Auslands-Schutzbrief, der bei einzelnen Versicherern auch anders heißen kann (z.B. Schutzbrief Plus). Ihr werdet dann nach deutschem Recht entschädigt. Die Versicherung kümmert sich anschließend um die Auseinandersetzung mit dem ausländischen Schädiger und nimmt Euch den damit verbundenen Ärger ab.

Montag, 8. September 2014

Kfz-Haftpflicht im Ausland: an die Mindestdeckungssumme denken!

Das Portal Geldtipps weist in einem aktuellen Beitrag auf heikle Unterschiede bei den Mindestdeckungssummen in der Kfz-Haftpflichtversicherung im Ausland hin.

Die Deckungssumme ist die maximale Entschädigung, die eine Versicherung im Schadensfall leistet. Verursacht der Schädiger einen höheren Schaden, muss er ihn selbst ersetzen soweit die Deckungssumme überschritten ist. Unter der "Mindestdeckungssumme" versteht man eine Rechtsvorschrift, welche die Versicherer dazu zwingt, keine Versicherungen anzubieten, die Schäden nur bis zu einem Betrag unter dieser Summe abdecken.

In Deutschland ergeben sich die Mindestdeckungssummen der Kfz-Haftpflichtversicherung aus § 4 Abs. 2 PflVG in Verbindung mit der Anlage zu dieser Norm. Welche Mindestdeckungssummen in einzelnen ausländischen Staaten gelten, zeigt der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in einer Übersicht.

Zur deutschen Versicherung noch ein Hinweis: die Mindestdeckungssummen vieler deutscher Kfz-Haftpflichtversicherer liegen erheblich höher als gesetzlich vorgeschrieben. Oft sind es 50 MIO € oder 100 MIO €. So hohe Schäden zu verursachen ist praktisch kaum möglich. Erkundigen sie sich bitte bei der eigenen Versicherung.

Ein Vergleich zeigt, dass die Mindestdeckungssummen im Ausland teils deutlich niedriger sind. Für Opfer eines unverschuldeten Verkehrsunfalls gibt das bei normalen Schäden (reiner Sachschaden, leichte Verletzungen) keinen Nachteil. Problematisch kann das aber für Menschen werden, die schwer verletzt werden und auf Lebenszeit auf Pflege angewiesen sind sowie infolge der Verletzung ihrer bisherigen, sehr erfolgreichen beruflichen Tätigkeit nicht nachgehen können. In den deutschen Medien dreht die Berichterstattung sich meist um das Schmerzensgeld. Wirklich teuer sind aber Pflegekosten, ein eventuell erforderlicher behindertengerechter Hausumbau oder Ersatz des Verdienstausfalls.

Wird der Schaden aufgrund Überschreitens der Deckungssumme im Ausland von der Versicherung nicht mehr bezahlt, muss der Unfallgegner das aus eigener Tasche ersetzen. Hat er kein Geld, geht das Opfer leer aus. Insofern empfehle ich, vor einer Fahrt ins Ausland mit dem eigenen Kfz-Versicherer zu sprechen. Viele Assekuranzen bieten eine Auslandsschadenversicherung an, die teils auch als Schutzbrief Plus bezeichnet wird. Das deutsche Verkehrsopfer wird von der eigenen Versicherung nach deutschem Recht entschädigt, der deutsche Versicherer holt sich das Geld dann vom ausländischen Versicherer zurück. Ist die Mindestdeckungssumme überschritten, trägt der eigene Versicherer das Risiko.

Zudem empfehle ich dringend den Abschluss einer Fahrerschutzversicherung. Dies aber unabhängig davon, ob man ins Ausland fahren möchte oder nicht.

Reist man ins Ausland, aber nicht mit dem eigenen Pkw, sollte man trotzdem an das Thema Mindestdeckungssumme denken. Und zwar dann, wenn man im Ausland auch mal einen Mietwagen nehmen möchte - wie genau der versichert ist, weiß man oft nicht so recht. Die meiten deutschen Kfz-Versicherer haben in der Kfz-Haftpflicht eine so genannte Mallorca-Police eingebaut. Diese greift, wenn die Mindestdeckungssumme des Mietwagens überschritten ist. Verursacht der Reisende mit dem Mietwagen also einen Unfall mit einem sehr, sehr hohen Schaden, ist er geschützt auch wenn die Kfz-Haftpflichtversicherung des Mietwagens nichts mehr zahlen muss.

Donnerstag, 7. August 2014

Mit dem Kfz ins Ausland: wo besteht Versicherungsschutz?

Grundsätzlich besteht Versicherungsschutz in den geographischen Grenzen Europas. Weiter besteht Versicherungsschutz in außereuropäischen Gebieten, sofern sie zur EU gehören. Das wären z.B. Ceuta (Spanien), Pitcairn (Vereinigtes Königreich) oder Französisch-Guayana (Frankreich). Praktisch ist das jedoch meist bedeutungslos.
Wichtig ist bei der Türkei und Russland darauf hinzuweisen, dass der Versicherungsschutz nur im europäischen Teil der Länder gilt. Wer also in Istanbul über die Bosporus-Brücke fährt, verliert ihn ab der Brückenmitte.

Ich empfehle, diesen Punkt vorab mit dem eigenen Versicherer zu klären. Einige Kfz-Versicherer erweitern die Deckung der Grünen Karte für die Kfz-Haftpflicht auch auf den asiatischen Teil der Türkei. Aber das gilt dann meist nicht für die Kasko-Versicherung. Teilweise bieten Kfz-Versicherer hier auch Zusatzdeckungen an, oder man schließt eine so genannte Grenzpolice ab (die dann Versicherungsschutz zumindest in der Kfz-Haftpflicht für die gesamte Türkei bietet).

Eine Besonderheit, auf die im Videobeitrag nicht eingegangen wird, ist Zypern. Die Insel gehört geographisch zu Asien. Der griechische Teil ist in der Europäischen Union, daher besteht hier Versicherungsschutz. Der türkische Teil Zyperns ist nicht in der Europäischen Union. Dort besteht kein Versicherungsschutz.

Wer also eine Reise mit dem in Deutschland versicherten Auto plant, bei der es auch außerhalb Eurpas geht, dem empfehle ich dringend vorab mit dem eigenen Versicherer zu sprechen.