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Dienstag, 17. März 2015

FAZ: Schutzbrief der Kfz-Versicherung meist günstiger als Automobilclub

Den ADAC wird ein Preisvergleich nicht freuen.
Ich möchte Euch auf einen Bericht in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung hinweisen. Diese legt dar, dass ein Schutzbrief bei der Kfz-Versicherung meist günstiger ist als die Mitgliedschaft in einem Automobilclub. Den ADAC als dem größten derartigen Club wird dieser Bericht nicht freuen. Die anderen Clubs vermutlich auch nicht.

Nehmen wir den ADAC: die Mitgliedschaft dort kostet - je nach Variante - zwischen 49 € und 89 € im Jahr. Zum Teil werden damit die "gelben Engel" bezahlt, jene guten Helfer in der Not bei Unfall oder Panne.

Je nach gewähltem Leistungspaket kostet die Mitgliedschaft im ACE zwischen 62,80 € und 146,50 € im Jahr oder im AvD zwischen 44,90 € und 64,90 €. Das wären einige andere Automobilclubs, die sich mit ihren Preisen ungefähr im Rahmen dessen bewegen, was der ADAC kostet.

Die FAZ berichtet in ihrem Bericht, dass die Leistungen eines Schutzbriefes bei den Kfz-Versicherungen oft mit dabei sind, oder dass ein Schutzbrief nur wenige Euro im Jahr kostet. Sie spricht von 5 € bis 10 €, was im Vergleich zu den Mitgliedsbeiträgen eines Automobilclubs sehr günstig ist. Die Pannen- und Unfallhilfe ist damit im gleichen Maße abgedeckt. Allerdings, und hier widerspricht die FAZ sich ein wenig, weist sie auch auf Versicherer hin, die bis zu 60 €  für einen Schutzbrief verlangen.

Beruflich beschäftige ich mich momentan sehr mit dem Thema. Ich kann jedem Interessenten nur empfehlen, sich sehr genau damit zu befassen, was für das Geld geboten wird.

Die erste Frage, die man sich stellen sollte, lautet: was brauche ich überhaupt? Ein Beispiel: weltweiter Schutz klingt ja nett. Aber bin ich wirklich weltweit mit dem Auto unterwegs? 

Was Versicherungen beim Schutzbrief bieten, ist von Gesellschaft zu Gesellschaft etwas unterschiedlich. Ich empfehle, sich hier Abschnitt A.3 der Muster-Bedingungen für die Kraftfahrtversicherungen des GDV anzuschauen und mit dem eigenen Versicherungsvertreter oder Makler über den Punkt zu sprechen. Entsprechen die Bedingungen Ihres Versicherers den Musterbedingungen, sind sie schlechter oder - das gibt es auch - vielleicht besser? Und dann vergleicht das mit dem, was Euch der Automobilclub Eures Vertrauens für das Geld bietet.

Die FAZ weist noch darauf hin, dass die Hersteller ihren Kunden meist kostenlos einen Schutzbrief bieten. Denn Unfall- und Pannenhilfe sind in ihrer Mobilitätsgarantie enthalten. Die bekommen übrigens nicht nur, wie es in der FAZ steht, Nutzer eines Neuwagens. Bei den meisten Herstellern ist diese Mobilitätsgarantie auch dabei, wenn man die Inspektionen in einer Markenwerkstatt machen lässt. Sprechen Sie mit der Werkstatt Ihres Vertrauens über diesen Punkt. Dann benötigen Sie vielleicht weder einen Schutzbrief der Versicherung noch eine Mitgliedschaft in einem Automobilclub.

Samstag, 7. Februar 2015

ADAC Pannenstatistik: die Pannen der vom ADAC betreuten Hersteller-Assistancen werden in der Statistik nicht berücksichtigt

Der ADAC hat kürzlich seine Pannenstatistik 2014 veröffentlicht. Methodik und Hintergrund werden sehr ausführlich erläutert. Dabei wird ausdrücklich gesagt:
Jeder Hersteller oder Importeur bietet eigene „Assistance“-Dienste an, teilweise erbringt sie der ADAC im Auftrag. Um Verzerrungen der Statistik zu vermeiden und Gleichstand herzustellen, müssen die Assistance-Fälle unberücksichtigt bleiben.
Immerhin gibt der ADAC offen zu, dass die Assistance-Pannen bei der Statistik nicht berücksichtigt werden. Diese sind ein wichtiges Geschäftsfeld des Automobilclubs. Und für die Fahrzeughersteller ist es von Vorteil, die Assistance-Dienstleistungen durch die Organitsation des ADAC erbringen zu lassen.

Hauptgrund ist, dass der ADAC ein hervorragend organisiertes und allzeit bereites Netz von ca. 1.800 eigenen Straßenwachtfahrern und ca. 1.000 Straßendienstpartnern hat. Bei den Straßendienstpartnern handelt es sich um örtliche Firmen, meist Werkstätten oder Abschleppdienste. Wenn ein Fahrzeughersteller eine eigene Organisation aufbauen will, kostet das sehr viel Geld und Kapazitäten. Eine vorhandene und sehr professionelle Organisation zu nutzen erscheint mir da sehr sinnvoll.

Aber die Sache hat noch einen zweiten Aspekt: keinem Hersteller ist daran gelegen, oft in der Pannenstatistik aufzutauchen. Und das kann er vermeiden, indem er die Sache durch den ADAC abwickeln lässt.

Immerhin macht der Club diesen Punkt transparent. Für mich hat es aber doch etwas von Mauschelei. In einer Pannenstatistik sollten möglichst alle Pannenfälle aufgenommen werden, von denen man Kenntnis bekommt - oder man kann die Sache vergessen. So meine Meinung.