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Dienstag, 2. Dezember 2014

ADAC: Einigung in Manipulationsaffäre?

SPIEGEL Online berichtet, dass der ADAC sich mit seinem ehemaligen Pressechef Michael Ramstetter geeinigt habe. Diesem wurde nach Bekanntwerden von Manipulationen beim Gelben Engel fristlos gekündigt, wogegen er sich wehrte. Der ADAC scheint seinen damaligen Pressechef mit dafür verantwortlich gemacht zu haben. Immerhin wurde bekannt, dass es später bei Michael Ramstetter eine Hausdurchsuchung gab.

In Folge der Manipulationen trennte der ADAC sich seinerzeit auch von seinem Geschäftsführer. Ob es da rechtliche Auseinandersetzungen gab, ist mir nicht bekannt. Manipulationen gab es jedenfalls nicht nur beim Fahrzeugranking, sondern z.B. auch beim Badegewässertest.

Am Wochenende wird der Plan der Führung des Clubs für den Konzernumbau vorgelegt. Ob das wirklich zu mehr Transparenz führt, wird sich dann zeigen. Bereits jetzt ist der ADAC ein sehr verschachteltes Großunternehmen.

Ich denke, der ADAC wird alles tun um nicht mehr negativ in den Schlagzeilen zu stehen. Aus meiner Sicht wird die Nagelprobe sein, ob die Organisationsstruktur klarer und transparenter wird als sie es bislang war.

Samstag, 22. November 2014

ADAC: Umbau des Clubs geplant?

Der SPIEGEL berichtet, dass der ADAC einen Umbau seiner Organisation plane. Er wolle sich stärker der Kontrolle durch Externe unterwerfen.

Erste Schritte sind bereits deutlich geworden. So wird der ADAC sich aus dem Fernbusmarkt zurück ziehen. Das teilt der Club auf seiner Homepage mit. Ob das wirklich mit der Neuausrichtung des Clubs zu tun hat oder damit, dass sich die wirtschaftlichen Erwartungen an das Engagement im Fernbusmarkt nicht erfüllen, kann ich nicht beurteilen.

Der ADAC kündigt an, dass auf der Hauptversammlung am 06.12.2014 in München mehr über die Neuausrichtung des Clubs bekannt gegeben wird. Mit einer Bewertung der Sache halte ich mich bis dahin zurück.

Dienstag, 4. November 2014

Der Tod tippt mit: Ergänzgung meines Blogbeitrages

Zum Tippen von Textnachrichten während des Autofahrens habe ich kürzlich einen Beitrag hier im Blog geschrieben.

Ein Leser war so freundlich und hat mich darauf hingewiesen, dass in der ADAC-Motorwelt 9/2014, Seite 28 f. ein Beitrag genau zu dem Thema veröffentlicht wurde. Dafür möchte ich mich bedanken. Der ADAC hat den Beitrag auch im Internet veröffentlicht - er ist wirklich gut!

Freitag, 31. Oktober 2014

Der Tod tippt mit: nutzt keine Textnachrichten am Lenkrad!


Ich habe heute einen guten Beitrag auf der Homepage des ADAC gesehen: Der Tod tippt mit. Immer mehr Menschen nutzen Smartphones, und das tun sie auch am Lenkrad. Ohne Rücksicht auf andere Verkehrsteilnehmer. Mitunter hat das wirklich schlimme Folgen. Und wenn man zum Schreiben auch noch ein Tablet nutzt, verstößt man nicht gegen das deutsche Handyverbot am Steuer.

Ein Video aus den USA (dont't text and drive PSA, veröffentlicht auf YouTube) macht das deutlich. Darauf möchte ich Euch hinweisen.

Technische Innovationen, die das Internet mit allen Möglichkeiten auch für Fahrer von Kraftfahrzeugen nutzbar machen wollen, sehe ich persönlich sehr kritisch. Die Aufmerksamkeit des Fahrers gehört auf den Verkehr gerichtet, nicht auf irgendwelche Textnachrichten, News oder soziale Medien.

Donnerstag, 28. August 2014

ADAC: muss ich für die Hilfe des Clubs extra zahlen, wenn ich sie unverschuldet in in Anspruch nehmen muss?

Ich möchte Euch auf ein Urteil des Amtsgerichts Hannover vom 14.04.2014 (Aktenzeichen 554 C 6031/13) hinweisen, das auf Juris veröffentlicht wurde und auch in der Zeitschrift Schaden Praxis 2014, 276 f.

In dem vom Gericht zu entscheidenden Fall ging es um die Mitgliedsbedingungen des ADAC. Die aktuellen Bedingungen finden sich hier auf den Seiten des ADAC. Sie sind vom Stand 1.1.2014, der vom Gericht beurteilte Sachverhalt muss eine ältere Bedingungsversion betreffen.

Wörtlich sagt das Amtsgericht Hannover:
Die Klausel, dass die Clubleistung nicht kostenfrei ist, wenn ein Erstattungsanspruch gegen Dritte besteht, ist unwirksam.
In den Bedingungen zum 1.1.2014 finde ich unter Nr. 5 d folgende Regel:
Die Clubleistung ist nicht kostenfrei, wenn … ein Erstattungsanspruch gegen Dritte besteht. Als Dritte gelten nicht die ADAC-Schutzbrief Versicherungs-AG, die ADAC-Rechtsschutz Versicherungs-AG und die ADAC Autoversicherung AG.
Also, wenn ich einen Unfall habe und abgeschleppt werden muss, dann rufe ich meinen Automobilclub. Richtig? Den rufe ich, weil ich ihm vertraue, dass er mir hilft und weil ich für diese Hilfe ja auch einen recht hohen Beitrag zahle.

Am Unfall bin ich selbst schuld? Dann organisiert der Club mir die Hilfe und bezahlt die auch.

Am Unfall bin ich selbst nicht schuld? Dann organisiert der Club mir die Hilfe, ich muss sie aber selbst bezahlen. Das heißt, ich kann für den Schlamassel nichts, und nach den Regeln des Clubs sitze ich dann noch tiefer in der Tinte als ohnehin. Und dafür zahle ich meinen Beitrag.

Ach ja: wenn der Unfallgegner bei der ADAC Autoversicherung AG versichert ist (was ich mir als Unfallopfer ja nicht aussuchen kann), dann ist meine Clubleistung für mich plötzlich wieder kostenfrei. Ist der wo anders versichert, ist sie nicht kostenfrei.

Ist das wirklich so gewollt? Vom Wortlaut der Bedingungen her verstehe ich das so. Ich kann die Entscheidung des Amtsgerichts Hannover insofern gut nachvollziehen. Im Volltext kann sie in Juris (kostenpflichtig) oder in Auszügen in der Schaden Praxis (gibt es in sehr gut sortierten juristischen Bibliotheken) nachgelesen werden. Leider habe ich im Netz keine kostenfreie Veröffentlichung dieses Urteils gefunden.

Ich fände es schön, wenn der ADAC diesen Punkt öffentlich klarstellen würde. Gerne gebe ich diese Klarstellung auch in meinem Blog wieder. Vielleicht habe ich die Sache ja falsch verstanden?

Donnerstag, 24. Juli 2014

ADAC: tue Schlechtes und andere reden darüber

Der ADAC kommt nicht aus den Schlagzeilen. Leider sind es dieses mal nicht positive News, sondern negative auf die ich hinweisen muss.

Die Wirtschaftswoche berichtet, dass die Staatsanwaltschaft München eine Hausdurchsuchung beim ehem. Kommunikationschef des ADAC gemacht habe. Hier wird ein Zusammenhang mit den Manipulationen beim Gelben Engel hergestellt.

Für mich passt das nicht zusammen. Die Manipulationen machen den Preis und das ADAC-Fahrzeugranking zwar unglaubwürdig. Aber ist da die Grenze zu strafbarem Tun bereits erreicht? Wenn eine Staatsanwaltschaft eine Hausdurchsuchung macht, hat sie hierzu vorab die Genehmigung eines Richters bekommen. Und die gibt es nur, wenn es gilt, Beweise für Straftaten zu sichern. Nach meiner Einschätzung muss es da noch ganz andere Sachen geben als einen manipulierten Fahrzeugpreis, wenn die Staatsanwaltschaft eine solche Maßnahme durchführt.

Mittwoch, 23. Juli 2014

ACE: Mitgliedssteigerung aufgrund der Krise beim ADAC?

Die FAZ berichtet, dass der Auto Club Europa (ACE) aufgrund der Krise beim großen Konkurrenten habe einen Mitgliederanstieg verzeichnen können.

Zwischen Januar und Juni seien 27.280 Menschen neu in den ACE eingetreten. Im Vorjahreszeitraum habe der Zuwachs nur 16.500 Neumitglieder betragen. Das macht dann ein Plus von 10.780 Neumitgliedern, welche die FAZ der Krise des ADAC zuschreibt.

Ich habe meine Zweifel an dieser Analyse. Der ADAC hat ca. 18,9 MIO Mitglieder, der ACE dagegen "nur" 600.000. Aufgrund der Krise hat der ADAC ca. 15.000 Mitglieder verloren, nicht mehr. Berücksichtigt man die Verhältnisse zwischen beiden Clubs sowie den Umstand, dass es noch weitere Verkehrsclubs gibt, mag man eine Auswirkung der ADAC-Krise auf die Neumitgliedschaften der anderen Clubs annehmen. Aber die dürfte viel geringer sein für den ACE.

Daher ist meine Meinung, dass andere Gründe - vielleicht gutes Marketing, vielleicht gute Mund-zu-Mund Propaganda? - für den deutlichen Anstieg der Neumitgliedschaften beim ACE verantwortlich sind. Die scheinen einfach einen guten und ehrlichen Job gemacht zu haben. Dazu meinen Glückwunsch!

ADAC: tue Gutes und rede drüber

Ich möchte Euch auf zwei Aktionen von ADAC-Gliederungen aufmerksam machen, die ich ganz gut finde.

Karlsruhe: Reisen ohne Venenstau. Wie KA-News berichtet, konnten Interessenten sich heute über die Vorbeugung einer Thrombose beraten lassen.

Ehingen: Der ADAC-Prüfdienst checkt am Freitag (25.7.) die Fahrzeuge auf Sicherheit. Wie die Schwäbische Zeitung berichtet, können auch Nicht-Mitglieder ihr Kfz prüfen lassen.

Über den ADAC kann man aufgrund dessen, was in der letzten Zeit so bekannt wurde, sicherlich seine ganz eigene Meinung haben. Aber klar ist, dass in den Gliederungen viele Menschen mit Herz für ihre Sache dabei sind. Und ich finde, darüber darf und soll auch einmal berichtet werden.

Dienstag, 8. Juli 2014

ADAC: Schwein gehabt - und 150 MIO € mehr in der Kasse

Im Februar habe ich thematisiert, dass die Skandale des letzten Jahres den ADAC möglicherweise 15.000 Mitglieder kosten werden. Das würde zu einem Mitgliederschwund von 1,1 MIO € führen. Die gleichzeitige Beitragserhöhung spult dem Verein jedoch ca. 150 MIO € mehr in die Kasse.

Zwischenzeitlich wurden höhere Verlustzahlen als "nur" 15.000 Mitglieder berichtet. Das waren aber Schätzungen, die so nicht eingetreten sind.

Autohaus meldet nunmehr, dass es doch "nur" 15.000 Mitglieder sind. Die Neuzugänge konnten den skandalbedingten Schwund fast komplett kompensieren. Damit sind trotz des Mitgliederschwundes jetzt ca. 150 MIO € mehr in der Kasse als früher. Chapeau!

Sonntag, 11. Mai 2014

ADAC in der Heute-Show

Vielen Dank für die Leserzuschrift mit dem Hinweis auf den Bericht über den ADAC in der Heute-Show vom 09.05.2014. Das ist natürlich nicht ganz so ernst zu nehmen!

Samstag, 10. Mai 2014

ADAC: Skandale sollen frühzeitig dem Club gemeldet werden

Spiegel Online berichtet heute, dass der ADAC künftig beim Kommerz kürzer treten wolle. Die eigentlichen, klassischen Clubleistungen sollten künftig im Zentrum der Aktivitäten stehen.

Mit einem neuen Hinweissystem, so Dr. August Markl als derzeitiger Kopf des ADAC, solle Unregelmäßigkeiten nachgegangen werden können.

Erst kürzlich berichtete Frontal 21 über Unregelmäßigkeiten in Zusammenhang mit der Abwicklung von Clubleistungen. Danach soll es so sein, dass der ADAC sich erbrachte Clubleistungen von Schutzbriefversicherern bezahlen lässt, auch wenn er selbst vom Mitglied angerufen und um Hilfe gebeten wurde. Im Beitrag, das sei an dieser Stelle erwähnt, nimmt der ADAC dazu Stellung und hält diese Vorgehensweise auch für in Ordnung.

Der ADAC widerspricht dem Bericht des ZDF in vielen Punkten in einer Presseerklärung. Zu diesem Punkt schreibt er:
Gleiches gilt auch für einen Unfall, der immer über die jeweilige Kfz-Versicherung abgewickelt wird. Viele ADAC-Mitglieder rufen dennoch in einer solchen Situation ihren Club an, der dann für sie einen Abschleppwagen organisiert. Die Kosten für die Organisation trägt der Club, die Kosten für den Abschleppwagen die Versicherung. 
Die Pannenhilfe ist rechtlich ein Werkvertrag. Die Regeln dazu stellt das Gesetz in § 631 BGB auf.

"Unternehmer" ist der Pannenhelfer, der zum Kunden kommt und hilft. "Besteller" ist derjenige, der den Unternehmer entsprechend beauftragt hat. Und der Besteller muss bezahlen. So die Regel, die ganz abstrakt im deutschen Werkvertragsrecht steht.

Wenn der Kunde oder dessen Versicherer direkt beim Pannenhelfer anruft und ihn um Hilfe bittet, ist einer von denen Besteller. Wenn der ADAC den Pannenhelfer anruft und zum Mitglied, gilt er nach meiner Meinung als Besteller. Dann meine ich, muss er nach den klaren Regeln des Gesetzes auch die Rechnung zahlen. Etwas anderes kann nur dann gelten, wenn zwischen den beteiligten Personen etwas anderes besprochen wurde.

Die Frage, der nachzugehen ist, lautet also: Wenn ein ADAC-Mitglied beim Club anruft und um Hilfe bittet, sagt der ADAC dann: "wir helfen Dir"? Oder sagt er: "wir schicken jemanden vorbei, bezahlen musst Du den aber selbst"? Dann, nur dann, kann man sagen, dass der ADAC selbst nicht der Besteller im Sinne der gesetzlichen Regel des § 631 BGB ist. Denn nur dann, wenn dieser Punkt auch für das Mitglied ganz klar ist, vermittelt der ADAC den Werkvertrag zwischen Kunden und Pannenhelfer und ist nicht selbst der Besteller.

Ob das so gehandhabt wird, geht aber weder aus dem Bericht von Frontal 21 noch aus der Stellungnahme des ADAC klar hervor. Jedenfalls für mich nicht.

Hat der ADAC in seinen Clubbedingungen Klauseln, die sagen "ein Mitglied hat keinen Anspruch auf Clubleistungen, wenn es für die selben Leistungen woanders hingehen könnte, das aber nicht getan hat", dann fände ich das komisch. Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine Verbraucherschutzorganisation wie der ADAC seinen Mitgliedern in den Clubstatuten eine solche Überraschung bereitet.

Mittwoch, 7. Mai 2014

ADAC: aktuelles vom Club

Ich möchte auf die Sendung Frontal 21 vom 06.05.2014 hinweisen. Hier ging es im ersten Beitrag um Geschäftspraktiken des ADAC.

Ein Clubmitglied rief den ADAC um Hilfe. Der beauftragte auch einen Helfer. Die Rechnung sollte dann aber der Kfz-Versicherer des Clubmitglieds bezahlen, bei dem zusätzlich noch ein Schutzbrief bestand.

Eine rechtliche Bewertung möchte ich an dieser Stelle dazu nicht abgeben. Die Sache ist höchst problematisch und wird für den ADAC vermutlich noch ein größeres Thema werden.

Dann berichtete der Spiegel heute, dass die Kündigungswelle beim ADAC weiter anhält. Der Mitgliederschwund war im März schon ein Thema hier im Blog. Aber durch die Beitragserhöhung wird der finanzielle Verlust für den ADAC nicht so dramatisch ausfallen. Nach wie vor genießt der Club ein sehr, sehr großes Vertrauen bei vielen seiner Mitglieder.

Samstag, 5. April 2014

Autoflotte: gab es auch hier manipulierte Tests?

In der Vergangenheit stand vor allem der ADAC unter Beschuss. Manipulationen beim Preis "Gelber Engel" sind bekannt geworden, auch über solche bei Reifentests wurde spekuliert.

Nun berichtet Spiegel Online über Leserpreis-Manipulationen beim Magazin Autoflotte. Die Hintergründe waren im Springer Fachmedienverlag bekannt geworden, der schnell gehandelt und sich vom Chefredakteur getrennt hat. Der Autoflotte Award 2014 wurde abgesagt.

Ich finde es gut, wie hier reagiert wurde. So lässt auch beschädigtes Vertrauen wieder herstellen. Sowohl dem ADAC als auch dem Magazin Autoflotte wünsche ich alles Gute!

Mittwoch, 2. April 2014

Kein Scherz: ADAC trennt sich vom Geschäftsführer

"Gelbe Engel" sind das bekannteste Auftreten des ADAC
Die Zeitung DIE WELT berichtet am 1.4.2014, dass der ADAC sich von seinem Geschäftsführer Karl Obermair getrennt hat.

Karl Obermair war nach meiner Wahrnehmung nach Bekanntwerden der Manipulationsskandale jemand, der die ersten deutlichen Schritte in Richtung Aufarbeitung und Transparenz unternommen hat. So zum Beispiel in einem Interview, das der dem SPIEGEL gegeben hat.

Die Interna beim Club kenne ich natürlich nicht. Jedenfalls gab es bereits im Februar Berichte, wonach der ADAC sich von seinem Geschäftsführer trennen wolle.

Dass die Meldung des Vollzugs dieser Pläne ausgerechnet am 1.4. in die Medien kam, dürfte kaum einer der Beteiligten als Scherz aufgefasst haben. Dem ADAC wünsche ich jedenfalls, dass es ihm gelingt, zerstörtes Vertrauen wieder aufzubauen und den Mitgliederschwund zu stoppen.

Dienstag, 25. März 2014

ADAC warnt vor "Gutscheinen" auf die Selbstbeteiligung durch Werkstätten

Das OLG Hamm hat entschieden, dass Gutscheine von Werkstätten wettbewerbswidrig sind, durch die der Kunde einen Anreiz bekommt einen Kaskoschaden eben bei dieser Werkstatt reparieren zu lassen. Konkret geht es um Gutscheine in Höhe der Selbstbeteiligung, die bei einem Folgeauftrag (z.B. Inspektion) genutzt werden können.

Mit sehr deutlichen Worten warnt nun der ADAC vor solchen Praktiken: "Kunden machen sich unter Umständen strafbar, wenn sie im Zuge der Regulierung eines Kaskoschadens von der Werkstatt einen Gutschein annehmen und einlösen." So lese ich es am 24.03.2014 bei Versicherungswirtschaft Heute.

 Im Kfz-Bereich entsteht jedes Jahr ein Schaden von ca. 2 Milliarden Euro durch Betrug. Der bei Autoglasern und anderen Werkstätten sehr beliebte "Erlass der Selbstbeteiligung" kann dabei auch als Betrug angesehen werden, wenn dieser Rabatt gegenüber der zahlungspflichtigen Versicherung dann verschwiegen wird. Insofern kann ich die deutliche Warnung des ADAC nur unterstreichen.

Sonntag, 9. März 2014

Ist der ADAC eine Versicherung und kein Club?

Auf diese Idee kann man nach einer Meldung bei Spiegel Online kommen, wonach der ADAC mit einer Steuerschuld von 500 MIO € auf Versicherungssteuern konfrontiert wird. Für die laufende Prüfung des Vereinsstatus des ADAC ist das ein sehr ungutes Signal.

Montag, 3. März 2014

ADAC: doch höherer Mitgliederschwund als zunächst angenommen

Anfang Februar berichtete die Welt, dass die jüngsten Skandale den ADAC ca. 15.000 Mitglieder kosten würden. Spiegel Online kann nun mit aktuellen, deutlich höheren Zahlen aufwarten:

  • Im Januar und Feburar 2014 sind ca. 286.000 Mitglieder ausgetreten. Normal seien ca. 100.000 Austritte in diesem Zeitraum.
    Das ergibt also einen Mitgliederschwund von 186.000 Mitgliedern.
  • Weitere 26.000 Kündigungen seien allerdings noch unbearbeitet.
    Addiert man diese, kommt man auf einen Schwund von 212.000 Mitgliedern aufgrund der Affäre(n).
  • Allerdings seien auch ca. 100.000 neue Mitglieder in diesem Zeitraum in den ADAC eingetreten. Normal seien aber 130.000.
    Damit sind aufgrund der jüngsten Bekanntwerdungen ca. 30.000 Menschen nicht in den ADAC eingetreten, die es sonst wären.
Insofern kann man m.E. sagen, dass es ohne die jüngsten Skandale heute ca. 242.000 ADAC-Mitglieder mehr gegeben hätte als es nun tatsächlich der Fall ist. Das ist schon ein deutlicher Aderlass.

Der Beitragsausfall dürfte somit deutlich über den von mir geschätzten 1,1 MIO € liegen. Eine neue Schätzung mache ich jetzt aber noch nicht. Erst einmal möchte ich abwarten, ob der Austrittstrend sich fortsetzt oder ob es dem ADAC gelingt ihn zu stoppen.

Montag, 17. Februar 2014

ADAC: Manipulationen gibt es seit Jahren - Autobauer geben Gelbe Engel zurück

Autohaus berichtet von ersten internen Ergebnissen der Prüfung, die der ADAC bei sich durchführen lässt. Danach wurden die Wahlen zum "Gelben Engel" wohl schon jahrelang manipuliert. Ziel war, dass möglichst alle Marken vertreten sind. Man wollte sich wohl schmücken nach dem Motto "Der ADAC ruft, und alle kommen."

BMW, VW und Daimler geben nach einem Bericht des Manager-Magazins insgesamt 40 "Gelbe Engel" zurück. Der Preis habe seine Glaubwürdigkeit verloren.

Ich möchte dem ADAC Mut machen, den jetzt beschrittenen Weg weiter zu gehen. Toll ist es nicht, was da alles so rauskommt.

Aber für den Erhalt der Glaubwürdigkeit von - trotz allem - nach wie vor Deutschlands größtem Automobilclub ist der offene und sich selbst nicht schonende Umgang mit den sehr unangenehmen Fakten wichtig.

Der Automobilexperte Ferdinand Dudenhöffer fordert einen Neuaufbau des ADAC. So schlimm, dass der Verein brach am Boden läge, ist es nach meiner Meinung nicht. Aber im Kern hat Dudenhöffer wohl recht: der ADAC muss massiv an seinen eigenen Strukturen arbeiten.

Wichtig ist eine Vergewisserung der grundsätzlichen Ausrichtung. Der ADAC kommt mittelfristig nicht umhin zu entscheiden, ob er ein Verein sein will, oder ein großes Wirtschaftsunternehmen. Beides wird nach meiner Meinung nicht funktionieren.

Montag, 10. Februar 2014

ADAC: Reifentests sind nicht manipuliert - oder doch?

Am 04.02.2014 berichtete die Süddeutsche, dass möglicherweise auch die Reifentests des ADAC manipuliert seien. Laut dem Spiegel bestreitet der ADAC dies.

Damit sehe ich die Süddeutsche in der Pflicht, uns interessierten Lesern doch mal harte Fakten für den Bericht zu präsentieren. Immerhin hat die Redaktion eine eidesstattliche Versicherung eines Zeugen, den sie - Informantenschutz - namentlich nicht nennt.

Die Beauptung, der ADAC habe auch diesen Test manipuliert, ist sicher als geschäftsschädigend anzusehen. Normalerweise müsste, wenn das unwahr wäre, der ADAC rechtliche Schritte gegen die Süddeutsche unternehmen. Denn auch ein Qualitätsmedium hat nicht das Recht, Unwahrheiten zu berichten und damit diejenigen, die vom Bericht betroffen sind, zu schädigen.

Aber möglicherweise geht man der Sache beim ADAC derzeit intern noch nach und unternimmt Schritte erst dann, wenn man sich sicher ist, dass Vorwürfe haltlos sind.

Unabhängig von dieser konkreten Angelegenheit ist eines interessant: alleine, dass ADAC auf einem Test drauf steht, ruft beim neutralen Leser den Gedanken hervor, dass die Sache manipuliert sein könnte. Das liegt sicher auch an Berichten zu Badegewässern und Fahrzeugranking.

Die Strategieberatung 2hm & Associates GmbH hat eine Verbraucherumfrage gemacht. Danach ist die Reputation des Clubs stark beschädigt. Gut jeder zweite Verbraucher hat weniger Vertrauen in den ADAC als das früher noch der Fall war.

Da die meisten der Mitglieder dem Club aber die Treue halten und in dieser Situation bereit sind, ca. 150 MIO € mehr an Beiträgen in die Kasse zu legen als früher, hat der ADAC nach meiner Einschätzung aber die Chance, aus dieser Krise gestärkt heraus zu gehen.

Freitag, 7. Februar 2014

ADAC: Rettungsplan steht?

Der Spiegel berichtet, dass ein 10-Punkte-Plan den ADAC retten soll. Künftig will der ADAC u.a.
  • keine Boni für verkaufte Autobatterien mehr zahlen,
  • die Helikopterflotte ausnahmslos für Rettungsflüge einsetzen,
  • bei Tests eine doppelte Qualitätskontrolle machen,
  • eine Webseite einrichten, in der jeder über Mißstände berichten kann.
Zumindest aus der medialen Schußlinie können solche Maßnahmen den Club bringen. Letzten Endes entscheiden die Mitglieder, ob sich beim ADAC etwas ändert oder nicht. Zu wünschen wäre es ihm.

Witzig finde ich die Schlagzeile der Welt: Präsidium hält sich für geeignet – und bleibt im Amt