Donnerstag, 30. April 2015

ADAC Nordbayern und der Staatsanwalt

T-Online hat gemeldet, dass die Staatsanwaltschaft gegen Personen beim ADAC Nordbayern ermittelt. Im Kern geht es dabei um den Vorwurf der Untreue. Umgangssprachlich kann man sagen, dass sich da jemand zu Lasten der Clubkasse was zugeschustert haben soll, was nicht in Ordnung ist.

Bereits im Feburar war Thema hier im Blog, dass der ADAC einen hochrangigen Manager rausgeworfen habe. Auch hier soll es ein nicht ganz korrektes Verhältnis zwischen "meins" und "deins" gegeben haben.

Ich finde es gut, dass über solche Sachen jetzt in der Öffentlichkeit gesprochen wird.

Freitag, 24. April 2015

Lebensversicherungen: ein auslaufendes Geschäftsmodell?

In der Welt vom 23.04.2015 finde ich einen Beitrag zu den deutschen Lebensversicherungskonzernen. Die geraten mit ihren Leistungsversprechen derzeit zwischen die Mühlräder. Hohe Zinszusagen bei alten Verträgen auf der einen und die niedrigen Zinsen bei sicheren Staatsanleihen auf der anderen Seite schaffen ein Dilemma: am Kapitalmarkt lassen sich die den Kunden versprochenen Zinsen kaum mehr verdienen.

Der Focus hat schon im Februar berichtet, dass den deutschen Lebensversicherern der Kollaps drohe. Mit dem Dilemma der Garantiezinsen habe ich mich hier im Blog im Dezember 2013 beschäftigt - leider muss ich an meiner seinerzeit formulierten Meinung so festhalten. Cash Online sprach davon, dass 2015 für Lebensversicherer zum Schicksalsjahr werde.

Die Ratingagenturen Fitch und S&P geben für einige Versicherer gute Noten, für andere nicht. Die Ergebnisse könnt Ihr hier auf einer von der Welt veröffentlichten Grafik sehen. Mir macht Sorge, dass sich nicht alle Versicherer in die Karten schauen lassen. Was haben sie zu verbergen?

Fazit: Kunden der gut bewerteten Unternehmen dürfen wohl darauf vertrauen, dass die ihnen gegebenen Leistungsversprechen auch eingehalten werden. Die Kunden der schlecht oder gar nicht bewerteten Unternehmen bleibt nur das Vertrauen in die Hoffnung, dass die Verantwortlichen dieser Gesellschaften die notwendigen Schritte unternehmen, um in Zukunft ihre Versprechen einhalten zu können. Sicher ist das nicht. Die Niedrigzins-Phase zwingt einige Unternehmen jetzt dazu, sich selbst sehr kritisch zu hinterfragen. Ich kann nicht prognostizieren, ob wirklich alle die notwendige Stärke und Fähigkeit zur Selbstkritik besitzen.

Montag, 20. April 2015

Datenkrake Facebooks universelle Sammelwut

Wahlplakat der Piratenpartei: Datenschutz ist wichtig!
Ich möchte Euch auf einen Beitrag von Christopher Lauer in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung hinweisen. Die universelle Volksrepublik sei - Facebook. Nicht Google, dem allgemein eine üble Datensammelwut nachgesagt wird.

Christopher Lauer war Mitglied der Piratenpartei und wurde über deren Liste sogar in das Berliner Abgeordnetenhaus gewählt. Im März 2014 wurde der zum Vorsitzenden der Piraten in Berlin gewählt. Dieses Amt legte er aber schon im September 2014 nieder und trat sogar aus der Piratenpartei aus.

Ich habe die Piratenpartei als eine Bewegung wahrgenommen, die sich vor allem gegen staatliche Überwachung wendet. Das ist sympathisch und im Sinne der Bürgerrechte. Denn diese können als Rechtsanspruch nur innerhalb einer Rechtsgemeinschaft, aber nicht universell gegen jedermann auch außerhalb dieser Rechtsgemeinschaft gelten. Und Staaten sind nun einmal Rechtsgemeinschaften, insbesondere wenn sie demokratisch verfasste Rechtsstaaten sind.

Aber Bürgerrechte sind nicht viel wert, wenn es um weltweit handelnde Privatunternehmen geht, deren Geschäft im Kern aus dem Sammeln und Verwerten von persönlichen Daten realer Menschen besteht.

Was Lauer nun über Facebook berichtet, macht nachdenklich.

  • Facebook legt nach Lauer für jeden Menschen eine  Unique Identification (UID) an. Eine Kennnummer, unter der all seine Daten gesammelt werden. Die Daten werden auch von Leuten gesammelt, die selbst gar nicht Mitglieder bei Facebook sind und die der Sammlung und Auswertung ihrer Daten gar nicht zugestimmt haben.
  • Das mit der UID bei Facebook scheint wohl zu stimmen. Facebook-Mitglieder können ihre UID über diese Seite herausfinden.
  • Das Einverständnis der Person, deren Daten gesammelt werden, wird dazu vorab nicht unbedingt eingeholt. So z.B wenn Facebook ein Adressbuch seines Mitglieds daraufhin untersucht, ob die darin gespeicherten Menschen auch bei Facebook registriert sind. Deren Daten werden, so Lauer, von Facebook gleich mit gespeichert. 
Das ist eine Datensammelwut, die weit über das hinausgeht, was man unseren staatlichen Organen in Zusammenhang mit Vorratsdatenspeicherung oder Terrorismusabwehr gemeinhin vorzuwerfen pflegt. Ich meine, über global agierende, private Unternehmen muss in Zukunft mehr gesprochen werden, wenn es um das Thema Datenschutz geht.

Dienstag, 14. April 2015

Kasko: Schummeln bei der Selbstbeteiligung ist Betrug

Glasbruch wird durch die Teilkasko bezahlt.
Im März habe ich Euch auf ein Strafurteil des AG Köln (vom 03.04.2013 - Aktenzeichen 523 Ds 77/13) hingewiesen. Hier hatte ein Autoglaser seinem Kunden die Selbstbeteiligung 'erlassen' und das bei der Abrechnung mit der Versicherung des Fahrzeugs verschwiegen. Dafür ist er wegen Betruges bestraft worden.
Weshalb beim 'Erlass' der Selbstbeteiligung ein Betrug i.S.d. § 263 StGB vorliegt, habe ich hier im Blog ausführlich erklärt. Betrüger ist dabei derjenige, der die Rechnung bei der Versicherung einreicht und um Auszahlung der Entschädigung bittet. Das kann die Werkstatt sein. Aber reicht der Kunde die Rechnung bei seiner Versicherung selbst ein und verschweigt dabei den Rabatt auf die Selbstbeteiligung (oder in anderer Höhe), ist er es der seine Versicherung täuscht und damit betrügt.

Das Urteil des AG Köln hat einige Aufmerksamkeit in den Medien gefunden: Aachener Zeitung, Focus, Süddeutsche Zeitung und auch der Versicherungsbote.

Bei Werkstätten sehr viel gelesen ist Unfallregulierung Effektiv, das ebenfalls auf das Thema hinweist. Damit dürfte sich auch in 'Fachkreisen' herumgesprochen haben, dass Mogeleien mit der Selbstbeteiligung kriminell sein können. Die Unfallzeitung bringt es klar auf den Punkt: so ein Rabatt steht der Versicherung zu, nicht dem Kunden der den Reparaturauftrag erteilt.

Besonders interessant fand ich den Bericht bei Motor-Talk zu dem Urteil des AG Köln. Was hier die Lektüre lohnt ist die Diskussion der Leser unten auf der Seite. Sie zeigt mir, dass viele Leute da überhaupt kein Unrechtsbewusstsein haben und meinen, dass an der strafrechtlichen Beurteilung etwas zu ändern ist, wenn man nur genügend trickst. Das funktioniert aber nicht.

Das Phänomen des Erlasses der Selbstbeteiligung durch Werkstätten in Kaskoschäden kommt viel bei Glasbruchschäden vor, aber auch bei anderen Schäden. Letzten Endes liegt es an den Werkstätten, ob sie Kunden durch das Versprechen eines Rabattes anlocken, der dann nicht auf der Rechnung ausgewiesen und der Versicherung gegenüber verschwiegen wird.

Montag, 13. April 2015

BGH zum Anspruch des einen Unfall überlebenden Ehegatten, der die Tötung seiner Frau miterlebt hat

Ich möchte Euch auf das Urteil des Bundesgerichtshofes vom 27.01.2015 (VI ZR 548/12) aufmerksam machen. Hier geht es um Ansprüche des überlebenden Ehegatten, der den Tod seiner Frau bei einem Unfall miterlebt hatte.

Der Beklagte ist mit seinem Pkw knapp am Kläger vorbeigefahren und hat dessen Ehefrau überfahren. Diese starb infolge der erlittenen Verletzungen. Der Arzt des Klägers diagnostizierte eine akute Belastungsreaktion nach ICD F43.9. Er war Lkw-Fahrer, gab diesen Beruf jedoch auf und wechselte in den Innendienst. Aus der vormaligen Familienwohnung zog er aus. Die beklagte Versicherung hatte außergerichtlich ein Schmerzensgeld von 4.000 € bezahlt. Der Kläger begehrt Zahlung weiterer 8.000 € und begründet dies mit dem Schock, den er durch das Erlebnis des Verkehrsunfalls gehabt habe, bei dem seine Frau getötet wurde.

Das Berufungsgericht hatte dieses weitere Schmerzensgeld abgelehnt. Es komme nur dann in Betracht, wenn die psychischen Beeinträchtigungen des Betroffenen infolge des Unfalltodes eines nahen Angehörigen nach Art und Schwere deutlich über das hinausgingen, was dem Getöteten nahestehende Personen erfahrungsgemäß an seelischem Schmerz erleiden.

Das hat der BGH im Ergebnis nicht gebilligt. Er hat so entschieden:
Bei der Beurteilung der Frage, ob psychische Beeinträchtigungen infolge des Unfalltodes naher Angehöriger eine Gesundheitsverletzung im Sinne des § 823 Abs. 1 BGB darstellen, kommt dem Umstand maßgebliche Bedeutung zu, ob die Beeinträchtigungen auf die direkte Beteiligung des "Schockgeschädigten" an dem Unfall oder das Miterleben des Unfalls zurückzuführen oder ob sie durch den Erhalt einer Unfallnachricht ausgelöst worden sind.

Mit dem Berufungsgericht geht der BGH davon aus, dass durch ein Unfallgeschehen ausgelöste, traumatisch bedingte psychische Störungen von Krankheitswert eine Gesundheitsverletzung i.S.d. § 823 Abs. 1 BGB darstellen können.

Der Anspruch wegen Schockschadens erfährt eine gewisse Einschränkung. Danach begründen seelische Erschütterungen wie Trauer und seelischer Schmerz, denen Hinterbliebene beim (Unfall)Tod eines Angehörigen erfahrungsgemäß ausgesetzt sind, auch dann nicht ohne Weiteres eine Gesundheitsverletzung im Sinne des § 823 Abs. 1 BGB, wenn sie von Störungen der physiologischen Abläufe begleitet werden und für die körperliche Befindlichkeit medizinisch relevant sind. Das wird damit begründet, dass die Anerkennung solcher Beeinträchtigungen als Gesundheitsverletzung im Sinne des § 823 Abs. 1 BGB der Absicht des Gesetzgebers widerspräche, die Deliktshaftung gerade in § 823 Abs. 1 BGB sowohl nach den Schutzgütern als auch den durch sie gesetzten Verhaltenspflichten auf klar umrissene Tatbestände zu beschränken und Beeinträchtigungen, die auf die Rechtsgutverletzung eines anderen bei Dritten zurückzuführen sind, soweit diese nicht selbst in ihren eigenen Schutzgütern betroffen sind, mit Ausnahme der §§ 844, 845 BGB ersatzlos zu lassen.

Hier hatte der Kläger den Unfalltod seiner Frau selbst miterlebt. Er war durch das grob verkehrswidrige Verhalten des Verursachers selbst gefährdet. Hier wurde eine an den ICD anknüpfende Diagnose als Folge dieses Unfalls vom behandelnden Arzt gestellt. Der Arzt hatte ihm zum Wohnortwechsel geraten, um das Ereignis besser verarbeiten zu können. Die Aufgabe des Berufs als Kraftfahrer wurde erforderlich, weil der Kläger unter fortdauernden Angstzuständen, Schweißausbrüchen und Zittern im Straßenverkehr leidet und deshalb nicht mehr in der Lage ist, ein Fahrzeug zu führen. Auch auf das Motorradfahren muss er verzichten. Diese Beeinträchtigungen gehen deutlich über die gesundheitlichen Auswirkungen hinaus, denen Hinterbliebene bei der Benachrichtigung vom Unfalltod eines Angehörigen erfahrungsgemäß ausgesetzt sind. Im vorliegenden Fall hatte das Berufungsgericht die Anforderungen überspannt, weshalb seine Entscheidung aufzuheben war.

Rechtsfehlerhaft war zudem, dass das Berufungsgericht auch nicht berücksichtigt hatte, dass stets dem Umstand maßgebliche Bedeutung zuzumessen ist, ob die vom "Schockgeschädigten" geltend gemachten psychischen Beeinträchtigungen auf seine direkte Beteiligung am Unfall oder das Erleben eines Unfalls zurückzuführen oder ob sie durch den Erhalt einer Unfallnachricht ausgelöst worden sind. Bei direkter Beteiligung am Unfall können Ansprüche des Überlebenden bestehen.

Sonntag, 12. April 2015

Schiersteiner Brücke wieder frei

Der Verkehr fließt wieder trotz Fortsetzung der Bauarbeiten.
Im Februar war die Schiersteiner Brücke kaputt gegangen. Aufgrund des zeitlichen (nicht örtlichen) Zusammenhangs mit der Entschärfung einer Bombe tauchten beide Nachrichten in einem Blogbeitrag gemeinsam auf.

Nun scheint vorläufig alles wieder gut zu sein. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet, dass die Brücke noch heute Abend für den Pkw-Verkehr wieder freigegeben wird.

Interessant ist es, wenn man sich mit Leuten aus dem Umfeld der Bauarbeiten unterhält. Dort hört man das Gerücht, dass zu hohes Tempo der laufenden Bauarbeiten ursächlich für den Schaden gewesen sein soll. Man habe, so wurde mir berichtet, bestimmte Betonteile nicht ausreichend aushärten lassen. Ob dem so ist, kann ich aus eigener Kenntnis aber nicht beurteilen. Ich gehe davon aus, dass die Bau- und damit Kostenträger davon wissen und dass sie dem nachgehen.

Freitag, 10. April 2015

Ehrlich währt am längsten - zwei Urteile zur Bedeutung unfallfremder Schäden im Schadensersatz

Stammt dieser Schaden wirklich aus diesem Unfall?
Ich möchte Euch auf zwei interessante Gerichtsurteile zum Ersatz von Schäden durch die Haftpflichtversicherung nach einem Unfall aufmerksam machen.

In beiden Urteilen geht es um die Frage, welche Folgen für Geschädigten aber auch für (angeblichen) Schadensverusacher in Betracht kommen, wenn ein nach Unfall geltend gemachter Schaden gar nicht aus diesem herrührt.

Einmal ist da das Urteil des Amtsgerichts München vom 05.07.2013 (Aktenzeichen 331 C 13903/12). Hier gab es eine leichte Kollision beim Ausparken. Die Fahrerin des "schulidgen" Fahrzeugs meinte, keinen Schaden verursacht zu haben und fuhr nach einer kurzen Kontrolle weg. Es wurde Anzeige wegen Fahrerflucht erstattet. Zwei Zeuginnen bestätigten der Polizei gegenüber die Verursachung. Die Kfz-Versicherung der weggefahrenen Frau bezahlte daraufhin eine Entschädigung in Höhe von 985,78 Euro. Die Frau ließ ein Gutachten fertigen das nachwies, dass der geltend gemachte Schaden nicht durch die hier gegenständliche Kollision verursacht worden sein konnte. Im Ergebnis hatte sie also Recht, wenn sie sagte "ich war es nicht". Allerdings hatte sie das ihrer Versicherung so nicht gesagt, vielmehr kamen vor der Auszahlung der Entschädigung kaum Informationen von ihr. Daher hat das Amtsgericht entschieden, dass es hier in Ordnung war, dass die Versicherung eine Entschädigung ausbezahlt hat, obwohl der Schaden nicht durch das versicherte Fahrzeug verursacht wurde. Denn zum Zeitpunkt der Auszahlung konnte die Versicherung davon nichts wissen. Die angebliche Unfallverursacherin muss daher nicht nur die Höherstufung ihres Kfz-Vertrages akzeptieren. Sie muss auch die Kosten des von ihr in Auftrag gegebenen Gutachtens zur Unfallursächlichkeit des Schadens selbst tragen.

Dann weise ich noch auf das Urteil des OLG Hamm vom 15.10.2013 (Aktenzeichen 9 U 53/13) hin. Hier ging es auch um einen Unfallschaden nach Kollision zweier Fahrzeuge. Die fand statt. Allerdings machte der geschädigte Kläger hier Schäden geltend, die nicht auf den gegenständlichen Unfall zurück zu führen waren. Das führte dazu, dass er im Ergebnis überhaupt keinen Schadensersatz zugesprochen bekam.

Aus beiden Urteilen kann man sehen, dass Folgendes zu empfehlen ist:
  • für den Unfallverusacher: er muss seiner Kfz-Versicherung den Schaden schnellstmöglich melden. Gibt es Bedenken, dass der behauptete Schaden nicht durch ihn verursacht wurde, muss er das seiner Versicherung auch sagen.
  • für den Geschädigten: er darf nur die Schäden geltend machen, die ihm durch den konkreten Unfall wirklich zugefügt worden sind. Macht er unfallfremde Schäden geltend, kann das im Ergebnis dazu führen, dass er gar keine Entschädigung erhält.

Donnerstag, 9. April 2015

Die Pkw-Maut, Toll Collect, gesicherte Pfründe und die Einführung des Überwachungsstaates

Der Bundestag hat die von Verkehrsminister Dobrindt geplante Pkw-Maut inzwischen abgesegnet. Damit soll sie nach dem Willen der deutschen Politik eingeführt werden.

Autohaus berichtet, dass die Nachbarländer verärgert sind, und dass es auch innerhalb Deutschlands noch politischen Widerstand gibt. Begründet werden die Einwände mit fehlender Vereinbarkeit mit dem Recht der Europäischen Union.

Etwas anderes finde ich persönlich viel, viel gravierender. Es wird nicht das bereits vorhandene System von Toll Collect (für Lkw-Maut) genutzt. Das arbeitet mit On-Board-Units, die über Installationen wie auf dem Foto zu sehen abgefragt werden.

Vielmehr läuft die Pkw-Maut  so, dass ja alle Kennzeichen registriert sind. Sie werden beim Auffahren auf eine mautpflichtige Straße automatisch ausgelesen. Pkw, die die Maut nicht bezahlt haben, werden so erkannt und ein Bußgeld kann veranlasst werden.

Jetzt stellen sich zwei Fragen:
  1. Warum nutzt man nicht das bereits vorhandene System von Toll Collect, das ja mit großem Aufwand installiert wurde?
    Wenn es eine Begründung gibt, es nicht zu nutzen, kann es nur die sein, dass Toll Collect mit recht hohen Kosten für die On-Board-Units und das Kassieren der Maut verbunden ist.
    Wenn man für Pkw jetzt einen günstigen Weg gefunden hat die Maut zu regeln - warum nicht auch für Lkw?
    Oder geht es darum, den Profiteuren vom Toll Collect System die Einnahmen zu erhalten?
  2. Warum haben die Abeordneten die Installation einen totalen Überwachungssystems auf unseren Straßen einfach so durchgewunken, nur weil der zuständige Minister mit ein paar zusätzlichen Geldscheinen wedelt? 
Die Pkw-Maut ist von den Abgeordneten von CDU, CSU und SPD beschlossen worden. Ich kann jedem Leser meines Blogs nur den Rat geben, seine örtlichen Bundestagsabgeordneten dieser Parteien zu befragen, warum sie dem zugestimmt haben. Und man könnte den Abgeordneten der Opposition (Grüne und Linkspartei) die Frage stellen, was sie hier unternehmen wollen.

Ich werde das tun und berichten.

Mittwoch, 8. April 2015

OLG Düsseldorf, das Urteil vom 24.03.2015 und erste Reaktionen

Auf Oldtimer ist das jüngste Urteil nicht anzuwenden.
Das Mietwagenurteil des OLG Düsseldorf vom 24.03.2015 (I-1 U 42/14) ist jetzt auf der Rechtsprechungs-Seite des Landes NRW im Volltext veröffentlicht worden.

Ich bin darauf bereits hier im Blog eingegangen und habe auch auf die öffentliche Reaktion des BAV hingewiesen. Mit der Veröffentlichung im Internet kann sich jetzt jeder seine eigene Meinung bilden.

Im Gegensatz zu den nach eigener Beschreibung größten Interessenvertretern der Autovermietungen gibt es auch sehr sachliche Reaktionen:
Ich möchte Euch darauf hinweisen.

Dienstag, 7. April 2015

Das irre Geschrei der Politik entzweit die Menschen in Deutschland und Griechenland nicht!

Im März habe ich schon gesagt, dass so viele Deutsche nach Griechenland fahren wie noch nie. Solidarität heißt handeln, die Menschen fahren trotz politischem Geschrei um Reparationen und Unfähigkeit in der Schuldensituation in dieses schöne Land.

Jetzt berichtet der Spiegel, dass im letzten Jahr insgesamt 22 Millionen Touristen in Griechenland gewesen seien. Die Deutschen stellen mit 11% dabei die größte Gruppe. Persönlich bin ich stolz einer von ihnen gewesen zu sein.

Das finde ich schön und ich freue mich, dass es heuer so weiter gehen wird.

Bei dieser Gelegenheit möchte ich Euch auf zwei Berichte in Medien der letzten Tage hinweisen. Einmal gibt es in der FAZ einen Reisebeicht über die Menschen im Gegenlicht. Und die Studentin Charlotte Gaschke berichtet in der Welt von ihren Erfahrungen im Studienjahr in Hellas. Absolut lesenswert!

Eines ist für mich klar: das irre Geschrei der Politik in Deutschland und in Griechenland berührt die Menschen nicht wirklich. Es entzweit Deutsche und Griechen nicht voneinander. All diese Führer in ihren tollen Ämtern mögen dem Wahlvolk befehlen was sie wollen - die große Mehrheit folgt ihnen nicht. Irgendwie beruhigt mich das sehr.

Hinweis auf Seminar am 23.6.2015 in Köln

Ich möchte Euch auf die Veranstaltung des Versicherungsforums zum Thema Problemschwerpunkte beim Kraftfahrt-Sachschaden hinweisen. Sie wird wieder in Köln stattfinden, und zwar am 23.06.2015. Nähere Informationen findet Ihr hier auf der Seite des Versicherungsforums.

Referenten werden Hans-Günter Ernst, Heinz Otto Höher und meine Wenigkeit sein. Moderiert wird die Veranstaltung von Christian Tomson.

Donnerstag, 2. April 2015

Tarifverhandlungen in der Versicherungswirtschaft 2015 laufen - aber wohin?

Am gestrigen 1. April betrat ich das Gebäude meines Arbeitgebers. Vor dem Eingang verteilte die Gewerkschaft Ver.Di Flugzettel und Schokoladenosterhasen an die Mitarbeiter.

Am Vortag war die Konkurrenz von der Neuen Assekuranz Gewerkschaft (NAG) zugange. Ohne Schokoladenosterhase, aber auch mit Flugzetteln.

In beiden Flyern wurden den Mitarbeitern die Lohnforderungen für die laufenden Tarifverhandlungen erklärt. Während die NAG sich mit einer Lohnerhöhung von 5,0% begnügen würde, fordert Ver.Di 5,5%. Welche Funktion der Schokoladenosterhase hat, der am 1. April verteilt wurde, darüber haben meine Kollegen und ich nur raten können. Aber egal, er schmeckte - also war zumindest der kein Scherz.

Zumindest der Osterhase ist kein Aprilscherz.

Die NAG scheint aber an den laufenden Tarifverhandlungen gar nicht beteiligt zu sein. Das entnehme ich einer Meldung des Versicherungsjournals zum Thema. Dafür ist noch die DHV dabei, ebenso die DBV. Auf der "anderen" Seite ist der Arbeitgeberverband der Versicherungsunternehmen an den Tarifverhandlungen beteiligt. Wenn ich dessen Verlautbarung im Internet richtig verstehe, wurde von den Arbeitgebern wohl noch kein Verhandlungsangebot unterbreitet.

Also warten wir es ab. Den Osterhasen haben wir ja schon.

Die Jammerei der Arbeitgeber über sinkende Beiträge nehme ich nicht so ernst. In 2014 haben sich die Gewinne der Versicherungsunternehmen gut entwickelt. Da sollte ein Dankeschön an die Arbeitnehmer drin sein. Es muss ja keine Lohnerhöhung von 5,5% sein, wie Verdi es fordert. Wenn es einen Tarifabschluss deutlich oberhalb der Inflationsrate gibt, wäre das fair. Und die Mitarbeiter können auch über eine Einmalzahlung an den Gewinnen beteiligt werden. So jedenfalls meine Meinung.