Mittwoch, 31. Dezember 2014

Ich wünsche Euch ein gesegnetes Jahr 2015

Ich wünsche allen Lesern, Freunden und Kritikern von Rolands Blog einen guten Rutsch ins neue Jahr.


Zum letzten Jahreswechsel habe ich darüber geschrieben, welche Versicherung für Schäden durch Silvesteraktivitäten aufkommt. Zu diesem fachlichen Thema ist damit eigentlich alles gesagt. Das soll reichen.

Für 2015 wünsche ich jedem von Euch Glück, Gesundheit und Gottes Segen.

Samstag, 27. Dezember 2014

Drohnen: es droht Gefahr? Oder Panikmache der FAZ?

Die FAZ warnt vor einer Gefahr, die durch privat genutzte Drohnen droht. Die Dinger können abstürzen oder an verbotenen Orten fliegen. Schlimm!

Letzten Endes besteht aus meiner Sicht kein Unterschied, ob ein Spielzeug mit einem Propeller (Flugzeug), zwei Propellern (Hubschrauber) oder mehreren Propellern (Drohne) in der Luft bewegt wird.
Machen wir also auf die Gefahr aufmerksam, die von herabstürzenden Modellflugzeugen droht? Oder von anderem Spielzeug, dass fliegen kann? Nein.

Mir kommt das eher wie Panikmache vor. Und die nervt mich!

Donnerstag, 18. Dezember 2014

Kontrolliert Euer Motoröl

Der ADAC weist darauf hin, dass Autonutzer den Ölstand regelmäßig kontrollieren müssen. Es entspricht auch meiner Erfahrung, dass zu wenig (nicht nachgeschüttet) oder falsches Öl Schäden am Motor verursachen kann.

Die Hersteller schreiben bestimmte Öle (nicht den Hersteller, wohl aber was für ein Öl es sein muß) vor. Daran kann man sich in der Regel recht einfach halten. Diese Öle bekommt man in großen Märkten, an Tankstellen oder auch bei der Werkstatt des Vertrauens.

Ein Schaden am Motor ist sehr ärgerlich. Ein neuer Pkw-Motor ist teuer, sowohl was den Motor selbst als auch die Kosten für den Einbau angeht. Die Kasko-Versicherung kommt dafür nicht auf, weil das dann weder ein Unfallschaden noch eines der in der Teilkasko versicherten Risiken ist. Daher schließe ich mich der Empfehlung des ADAC ausdrücklich an.

Dienstag, 16. Dezember 2014

eCall, 170 Milliarden € und das Europäische Parlament

Telematikbox auf Autobatterie
Telematik war schön öfters Thema in meinem Blog. Insbesondere vermisse ich nach wie vor die in einer breiten Öffentlichkeit geführte Diskussion. Für diese dürfte es, da die Politik die Weichen schon gestellt hat, vermutlich aber schon zu spät sein.

Ich denke, das Thema ist zu komplex damit es - bis auf ein paar Internetfreaks mit Durchblick zu den Möglichkeiten der Datennutzung - jemanden interessiert.

Anfang Dezember erschein bei ZDNet ein hochinteressanter Artikel zum Thema. Auf den möchte ich Euch hinweisen. Die Autoren sprechen von 170-Milliarden-Euro, um die es geht. Ganz unberechtigt ist, wenn diese Zahl stimmt, der Hinweis auf wirtschaftliche Interessen nicht.

Immerhin hat das Europäische Parlament reichlich Material zur Einführung von eCall veröffentlicht. Der Vorwurf, dass die Sache heimlich, still und leise durchgezogen wurde, kann insofern nicht gemacht werden. Allerdings muss man doch die Frage stellen, weshalb unsere Medien diese verkappte Einführung des Überwachungsstaates nicht kritisch begleitet haben? So sehe ich die Einführung von eCall jedenfalls, wie ich im Blog auch schon dargelegt habe.


Freitag, 12. Dezember 2014

ADAC: mehr Transparenz oder mehr Mauschelei?

Gelber Engel - gelbe Bengel?
Die Skandale um den ADAC waren in diesem Jahr mehrfach Thema in meinem Blog.

Der Automobilclub hat am vergangenen Wochenende getagt. Ein "Radikalumbau" wurde versprochen. Zu den Ergebnissen der Hauptversammlung am 6. Dezember 2014 gibt es auch eine Pressemeldung, in welcher der ADAC diese vorstellt.

Darüber haben auch die Medien berichtet, so in der ZEIT, der TAZ oder das Manager Magazin. Die FAZ bemerkt spitz, der ADAC reformiere sich selbst. Die Augsburger Allgemeine fragt, ob der ADAC seine Pannen ausbügele.

Das Kernproblem des ADAC ist nach meinem Eindruck die fehlende Transparenz des eigenen Geschäfts für die Öffentlichkeit und die Mitglieder. Für die Zukunft verspricht der ADAC eine klare, transparente und nachvollziehbare Struktur. Verein und wirtschaftliche Aktivitäten sollen organisatorisch getrennt werden.

Nach meiner Meinung liegt genau hier der Knackpunkt.

Die heutige Beteiligungs- und Wirtschaftsdienst GmbH des ADAC wird in eine Aktiengesellschaft umgewandelt, die dann die wirtschaftlichen Aktivitäten führt. Eine Stiftung wird vom ADAC neu gegründet, die 25,1 % der Aktien der neuen AG halten soll. Die restlichen Aktien gehören dann wohl dem ADAC e.V.

Formell sind die wirtschaftlichen Aktivitäten des Vereins dann aus diesem ausgelagert. Aber ist damit alles gut? Die neu zu gründende Aktiengesellschaft wird nicht börsennotiert sein. Auch wird nicht berichtet, dass die ADAC-Mitglieder Aktionäre und damit Miteigentümer der neuen Aktiengesellschaft werden könnten.

Und wer bestellt die Personen in den Aufsichtsrat, die dann die Kontrolle über die Aktivitäten der Aktiengesellschaft ausüben sollen?

Zu den bekannt gewordenen Skandalen konnte es nur deshalb kommen, weil die an den Aktivitäten des Clubs beteiligten Personen innerhalb des Clubs eigene wirtschaftliche Interessen an deren Gelingen hatten.

Ein Beispiel: der ADAC Hessen-Thüringen hat seinem Geschäftsführer ein Haus für 1,5 Millionen Euro gebaut. So berichtet es der Hessische Rundfunk. Das Gehalt ist natürlich entsprechend angepasst, damit er die Kaltmiete von 3.200 Euro problemlos zahlen kann und es hier zu keinem geldwerten Vorteil im Rahmen der Wohnung kommt.

Alles in Ordnung? Für einen auf Verbraucherschutz ausgerichteten Verein wohl kaum.

Geht der ADAC jetzt hin und stellt solche Zustände ab? Nein. Er richtet eine Aktiengesellschaft ein, die vom Verein und einer neu zu gründenen Stiftung (wer wird in der tätig?) kontrolliert wird und die der Kontrolle durch die Mitglieder entzogen ist. Die haben es eh schwer. Über die Klauseln, welche vielen Mitgliedern die demokratische Mitkontrolle ihres Vereins faktisch verunmöglichen, gab es in der Welt einen sehr interessanten Artikel. Ich empfehle dessen Lektüre.

Mein persönliches Fazit der angekündigten Reformen: das Versprechen von klaren und transparenten Strukturen scheint mir eine Marketingphrase zu sein, nicht mehr.

Durch die Verlagerung der wirtschaftlichen Aktivitäten von der (mit etwas Mühe für einzelne Mitglieder noch kontrollierbaren) Aktivität des Vereins in eine Stiftung und eine Aktiengesellschaft (wo das einzelne ADAC-Mitglied definitiv nichts zu bestellen hat) wird faktisch genau das Gegenteil erreicht.

Die neu zu schaffenden Strukturen werden noch intransparenter und einer demokratischen Kontrolle der ADAC-Mitglieder entzogen als die alten es sind. Das ist jedenfalls meine Meinung, die ich mir gebildet habe auf Basis von dem, was der ADAC selbst veröffentlicht hat.

Ein Radikalumbau sieht anders aus. Der angekündigte Umbau wird es schwerer machen, die Aktivitäten zu erkennen und nachvollziehen zu können. Dass dann noch darüber von den Medien berichtet wird, kann ich mir nicht vorstellen. Woher sollten die auch ihre Informationen beziehen?

Was der ADAC also erreichen wird, ist ein Weniger an negativer Publizität. Das Übel an den Wurzeln hat er nicht gepackt. Ich finde das schade.

Mittwoch, 10. Dezember 2014

Vergleichsportale sind Versicherungsmakler

Versicherungswirtschaft heute berichtet, dass Versicherer bei der Digitalisierung aufholen wollen. Anlass ist ein klares Statement zum Thema seitens eines Vorstandes der Gothaer Versicherung. Mathias Bühring-Uhle wird zitiert mit den Worten:
Wer kein Geschäftsmodell hat, das auch auf dem Smartphone funktioniert, hat in Zukunft kein Geschäftsmodell mehr.
Versicherungswirtschaft heute geht dann auf "Vergleichsportale" wie Check24 oder Verivox ein. Das ist Grund für diesen Blogbeitrag.

Ich finde die Bezeichnung "Vergleichsportale" irreführend. Tatsächlich handelt es sich um Versicherungsmakler, die ihr Geschäft im Internet betreiben. Das ergibt sich sowohl bei Verivox als auch Check24 aus deren Impressum. Beide sind gem. § 34d GewO als Versicherungsvermittler zugelassen.

Ich finde, Verivox und Check24 sind tolle Unternehmen, die frischen Wind in den Versicherungsvertrieb gebracht haben. Aber es handelt sich nicht um neutrale Angebotes des Verbraucherschutzes, wie manche meiner Bekannten aus der Bezeichnung "Vergleichsportal" abzuleiten meinen. Ihr Geschäftsgegenstand ist die Vermittlung von Verträgen. Beide Unternehmen bringen das klar zum Ausdruck in ihrem Impressen. Verglichen werden nur die Versicherungsangebote, die von den Portalen auch vermittelt werden.

Im Februar diesen Jahres hat der Deutschlandfunk den Verbrauchern empfohlen, Vergleichsportale zu vergleichen. Dem schließe ich mich an.

Freitag, 5. Dezember 2014

Bergarbeiter in der Datenmine

Wahlplakat der Piratenpartei zur Überwachung
Über die gesellschaftlichen Gefahren von Big Data habe ich öfters hier im Blog gesprochen, so gestern oder davor Ende November. Die nach wie vor notwendige Debatte zu eCall und Telematik - das sind Überwachungstechnologien - wird immer wieder gefordert, bleibt faktisch aber aus.

Versicherungswirtschaft heute berichtet jetzt über das neue Berufsbild des Data Scientists. Das ist ein Berufsbild mit Zukunft.

Das finde ich okay und spannend. Davon losgelöst muss man aber doch darüber sprechen, was an Überwachungstechnologie der Einzelne möchte und was nicht.

Dass Versicherungen elektronisch ermitteln, wann ihr Kunde ansprechbereit ist für das nächste Versicherungsangebot, ist auf den ersten Blick ein Gimmick. Wer mich beim Frühstück nervt, wird kein Geschäft mit mir abschließen. Ich denke, das gilt für alle Branchen. Aber die Perspektive, dass Menschen sich einer Datenkontrolle unterwerfen um Anbietern zielgerichtete Werbung zu ermöglichen, finde ich erschreckend. Hier sind wir nicht nur in der Versicherungsbranche, das dürfte generell für das Marketing ein Trick sein. Und für große Handelsketten und Internetkaufhäuser sehe ich da ganz andere Chance als für Versicherungen, jedenfalls bei Privatkunden.

Big Data hin oder her. Das ist mehr als ein Schlagwort. Wenn neue Berufsbilder im Data Mining entstehen, ist das eine spannende Sache. Aber unsere Gesellschaft sollte vorsichtiger umgehen, und sich der Entwicklung bewusster werden als bisher!

Donnerstag, 4. Dezember 2014

Sascha Lobo: Wider die Vermessung durch die Zahnbürste

Sascha Lobo ist als Blogger bekannt. Und er schreibt regelmäßig eine Kolumne bei Spiegel Online. Ich lese sie regelmäßig. Mir gefällt einiges nicht was er schreibt. Das ist meine Motivation, seine Kolumne zu lesen. Das aber nur am Rande.

Heute lese ich seinen Beitrag über die Bevormundung durch die Zahnbürste. Er geht auf das Thema Telematik ein, u.a. Telematik für Menschen durch eine Krankenversicherung.

Es gefällt mir nicht, was Sascha Lobo hier schreibt. Die Macht über die Daten entwickelt sich inmitten freier Gesellschaften zu einem Instrumentarium, Herrschaft über Menschen auszuüben. Lobo bringt das so knallhart nicht auf den Punkt, deutet aber eloquent genau in diese Richtung. Und mir gefällt sein Hinweis am Ende, dass er bei Versicherungen bezahlte Workshops und Vorträge abgehalten hat. Er weist auf mögliche (nicht auf bestehende, nur auf mögliche) Interessenkollisionen hin. Das ist Ehrlichkeit, die ich mir im Journalismus öfter wünsche. Diese zwei Gründe machen seinen Beitrag lesenswert. Auch wenn sein Inhalt nicht gefällt. Das kann er m.E. nämlich auch nicht.

Dienstag, 2. Dezember 2014

Lügen haben kurze Beine - die zur Belastungsneutralität der Pkw-Maut auch!

Freie Fahrt für zahlende Bürger
Dass die Story von der Belastungsneutralität der Pkw-Maut eine politische Propagandalüge ist, darauf habe ich bereits im Blog hingewiesen. Ein Bericht in der WELT bestätigt dies.

Das politische Versprechen war, dass die Belastung der Pkw-Maut durch eine entsprechende Absenkung der Kfz-Steuer kompensiert werden solle. Nunmehr wird bekannt, dass in den rechtlichen Regelungen keine automatische Absenkung der Kfz-Steuer vorgesehen ist, sollte die Pkw-Maut einmal angehoben werden. Das Fehlen eines solchen Mechanismus entlarvt den Seehofer'schen Hirnfurz einmal mehr als Lüge mit dem Ziel, die Menschen durch den Staat mehr abzukassieren als bisher.

Der ADAC argumentierte bereits mit Sachargumenten gegen die Einführung der Pkw-Maut. Österreich und die Niederlande sind aus Rechtsgründen dagegen. Darüber habe ich im Blog bereits berichtet. Die Sachargumente können gegen den absoluten Willen der Politik, uns mit der Maut noch mehr auszunehmen als bisher, vermutlich nichts ausrichten. Die CSU wird nur über dieses Projekt politisch wahr genommen und wäre vollends der Lächerlichkeit ausgesetzt, würde es scheitern.

Hoffen können wir Betroffene nur noch auf das Recht. Das wird uns aber nicht aus Deutschland retten, sondern allenfalls aus Europa. Möge das Recht uns schützen!

ADAC: Einigung in Manipulationsaffäre?

SPIEGEL Online berichtet, dass der ADAC sich mit seinem ehemaligen Pressechef Michael Ramstetter geeinigt habe. Diesem wurde nach Bekanntwerden von Manipulationen beim Gelben Engel fristlos gekündigt, wogegen er sich wehrte. Der ADAC scheint seinen damaligen Pressechef mit dafür verantwortlich gemacht zu haben. Immerhin wurde bekannt, dass es später bei Michael Ramstetter eine Hausdurchsuchung gab.

In Folge der Manipulationen trennte der ADAC sich seinerzeit auch von seinem Geschäftsführer. Ob es da rechtliche Auseinandersetzungen gab, ist mir nicht bekannt. Manipulationen gab es jedenfalls nicht nur beim Fahrzeugranking, sondern z.B. auch beim Badegewässertest.

Am Wochenende wird der Plan der Führung des Clubs für den Konzernumbau vorgelegt. Ob das wirklich zu mehr Transparenz führt, wird sich dann zeigen. Bereits jetzt ist der ADAC ein sehr verschachteltes Großunternehmen.

Ich denke, der ADAC wird alles tun um nicht mehr negativ in den Schlagzeilen zu stehen. Aus meiner Sicht wird die Nagelprobe sein, ob die Organisationsstruktur klarer und transparenter wird als sie es bislang war.

Montag, 1. Dezember 2014

Betrug durch vorgetäuschte Schäden

Versicherungswirtschaft heute berichtet von einem Betrugsfall mit vorgetäuschten Schäden.

Ein Kunde hatte eine Hausratversicherung geschlossen und dabei das Risiko des Diebstahls von Fahrrädern mit eingeschlossen. Kurze Zeit später meldete er die Entwendung von zwei Rädern. Preis 1.999,- € bzw. 1.899,- €. Belegt hatte der Kunde das mit Rechnungen eines Online-Händlers sowie handschriftlich ausgefüllten Fahrradpässen des ADFC.

Eine Nachfrage beim Händler hat ergeben, dass die Räder seinerzeit zwar bestellt wurden (daher die Rechnungen), nicht jedoch bezahlt und abgenommen. Die Sache wurde zur Anzeige gebracht. Die Ermittlungen ergaben, dass noch andere Versicherer geschädigt waren. Hier hatte die Masche offensichtlich Erfolg.

Was ich persönlich hier sehr gut finde ist, dass die Sache angezeigt wurde. Den Mitarbeitern der ARAG Hausratversicherung möchte ich ein Kompliment für diesen Schritt machen.

Klassisch sehen Versicherer ihre Aufgabe bei der Betrugsbekämpfung darin, unberechtigte Forderungen abzuwehren. Damit hat sich die Sache dann erledigt, die Einsparung kann man intern als Erfolg verbuchen. Für die Betrüger bedeutet das allerdings, dass ein echtes Risiko beim Versicherungsbetrug nicht besteht. Das Geld, auf das man keinen Anspruch hat, bekommt man nicht. Das war's dann auch. Vielleicht wird der Versicherungsvertrag gekündigt. Dann geht man woanders hin. Echte, spürbare Konsequenzen gibt es nicht.

Legen Versicherungsunternehmen Wert auf Prävention, werden sie gerade auch bei vorgetäuschten Standardschäden stets Anzeige erstatten. Das spricht sich in einschlägigen Kreisen schnell herum. Die Betrüger werden dann vorzugsweise zu Versicherern gehen, mit denen man es ohne Konsequenz machen kann. Der ARAG möchte ich daher für den von ihr beschrittenen Weg ein Kompliment machen.