Samstag, 26. April 2014

Leseempfehlungen und meine Meinung zur Gier der Politik

Am Dienstag habe ich über Torsten Albig, die Pkw-Maut und ein Hals, der nie voll wird berichtet.

Heute möchte ich Euch mal einige aktuelle Leseempfehlungen zu diesen Themen mit auf den Weg geben:
Die Sache wird im Grunde genommen sehr klar, wenn man sich nur ansieht wie sich der Bundeshaushalt zusammensetzt. Im Prinzip ist genug Geld da, die Prioritäten werden nur von der Politik nicht so gesetzt, dass es der Erhaltung der vorhandenen Infrastruktur zugute kommt.

Mein Vorschlag an die Politik: lernt mit dem auszukommen, was ihr habt. Das muss jeder normale Mensch auch tun. 

Wenn Ihr mehr Geld wollt, braucht Ihr mehr Steuereinnahmen. Derzeit haben wir eine Arbeitslosenquote von 7,1% (März 2014, Abfragestand 26.04.2014). Schafft die Rahmenbedingungen, dass die runtergeht. Leute in Lohn und Brot zahlen Steuern. Den Bundeshaushalt würde das auch entlasten, weil man im Haushalt für Arbeit und Soziales nicht mehr so viel Geld bräuchte. 

Schafft Ihr das nicht, liebe Politiker - dann seht doch bitte davon ab, denjenigen noch mehr in die Tasche zu greifen, die einen Job haben und die ihre Steuern zahlen!

Freitag, 25. April 2014

Großer Betrugsfall bei einer Autoglas-Kette?

Dass der "Erlass der Selbstbeteiligung" durch eine Werkstatt rechtlich als Betrug anzusehen sein kann, war bereits Thema hier im Blog. Auch habe ich über einen großen Betrugsfall im Raum Köln/Bonn/Rhein Sieg berichtet.

Die Mitteldeutsche Zeitung berichtet jetzt von einem großen Betrugsfall aus Halle. Hier hat ein Autoglas-Spezialist mit vielen Filialen Kunden Rabatte eingeräumt, die bei der Abrechnung mit Versicherungen dann verschwiegen worden sind. Betroffen ist die ÖSA, die in 1.300 Fällen Strafanzeige gestellt hat.

Dienstag, 22. April 2014

Torsten Albig, die Pkw-Maut und ein Hals, der nie voll wird

Autobahn kostet künftig extra
Dass die Große Koalition den Seehofer'schen Hirnfurz von der Pkw-Maut umsetzen wird, das ist klar. Sachargumente interessieren nicht wirklich.

Und dass die Große Koalition statt für Investitionen in die Zukunft vorhandene Mittel lieber für Luxusgeschenke an die Vergangenheit ausgibt, hat die Welt heute sehr schön auf den Punkt gebracht. Steuermehreinnahmen werden lieber verpulvert als Schulden zu bezahlen oder die Infrastruktur zu sichern.

EU Kommissar Günther Oettinger forderte vor einigen Tagen, dieses Thema in Europa einheitlich zu handhaben. Das bedeutet die Einführung so einer Maut in allen Ländern. Die unterschiedlichen Regeln je nach Land behindern den freien Verkehr in Europa.

In einem Anfall von Aufrichtigkeit hat Torsten Albig heute eine allgemeine Pkw-Maut von 100 Euro gefordert. Nicht nur für die Ausländer, sondern für alle Autofahrer. Jedes Jahr. Und Maut soll das nicht heißen, sondern Sonderabgabe.

Während Oettinger den bisang einzig vernünftigen Vorschlag gemacht hat, war Albig wenigstens ehrlich (zumindest vordergründig, wie die FAZ aufzeigt).

Die LINKE bellt pflichtgemäß und "warnt" vor der Pkw-Maut. So steht es im Zentralorgan der Partei, die vormals SED hieß und irgendwie wenig glaubwürdig darin ist, Infrastruktur zu erhalten. Ihre diesbezügliche Leistung in der DDR war bekanntlich völlig mißlungen. Naja, politisch zu bellen ist immer noch besser als überhaupt nichts zu melden zu haben.

Der SPIEGEL schimpft, dass die Autofahrer tabu seien. Man zitiert dort einen Experten, der meint es würden im Jahr 50 MRD € bis 100 MRD € für den Straßenbau ausgegeben. Das mag vielleicht der Bedarf sein, wenn das Straßennetz kurzfristig saniert wird.

Aber meines Wissens werden derzeit ca. 17 MRD € im Jahr für den Straßenbau ausgegeben. Aber eingenommen werden von den Autofahrern ca. 53 MRD € im Jahr für Kfz- und Mineralölsteuer.

Solange diese Einnahmen nicht vollständig in den Straßenbau fließen, sehe ich keinen Grund die Autofahrer zur Kasse zu bitten. Herr Albig ist ehrlich, er sagt "ich bin jung und brauche das Geld." Nicht wörtlich, aber indirekt.

Vorschlag: vielleicht kann dem Mann ja jemand mal einen Filmjob vermitteln. Sicher spielt das Teil so viel Geld ein, dass zumindest in seinem Bundesland die Straßen saniert werden können.

Mittwoch, 16. April 2014

Telematik, eCall, Datenschutz und meine Meinung

Ich habe jetzt von eigenen Erfahrungen in Sachen Telematik berichtet, die ich als Teilnehmer einer (inzwischen beendeten) Studie gemacht habe. Dabei habe ich festgestellt, dass folgende Daten durch die Aufzeichnung meines Fahrverhaltens gewonnen werden können:

Diese kleine Box ermöglicht die Überwachung

Brauchen Kfz-Versicherer diese Überwachung?
Meiner Meinung nach nicht.

Telematik scheint im Augenblick ein Modethema für Versicherungen zu sein. Jedenfalls wirkt es so auf mich.

Nach meiner Meinung lassen sich faire Versicherungsprämien nach dem herkömmlichen System des Schadensfreiheitsrabattes sehr gut kalkulieren. Es gibt keinen wirklichen Bedarf nach noch mehr Daten als Berechnungsgrundlage für die Kfz-Versicherung.

Aber letzten Endes muss jeder Versicherer für sich selbst klären, ob er hier einen echten Mehrwert für sich und seine Kunden (sonst werden Pay-As-You-Drive Tarife nicht akzeptiert) generieren kann.


Warum will die Politik die Überwachung?
Das ist ein politisch getriebenes Projekt. Heute habe ich im Spiegel gelesen, dass das EU-Parlament jetzt die eCall Pflicht beschlossen hat. Das bedeutet, dass ab 2015 jedes neu gebaute Auto in der Europäischen Union über so eine Überwachungsbox verfügen muss. Politisch verkauft wird dies als automatischer Notruf. Kritiker nennen dieses System einen verräterischen Lebensretter. Ich glaube der Politik dieses Motiv nicht.

Geradezu verräterisch finde ich, was ein Spitzenpolitiker in diesem Zusammenhang von sich gibt. Parlamentspräsident Martin Schulz, zeitgleich Spitzenkandidat der SPD für die Europawahl, hat sich vor kurzem in einem Interview mit der BILD wie folgt geäußert:
Wenn also zukünftig die Autoversicherungen ihre Tarife immer stärker am Verhalten ihrer Kunden ausrichten und gleichzeitig mein Auto unzählige Daten über mein Fahrverhalten übermittelt, dann könnten meine Daten aus meinem Auto gegen mich verwendet werden. Deshalb brauchen wir europaweite strenge Datenschutzrechte,  ...
Ganz ehrlich: ich halte Martin Schulz mit seinen Äußerungen zu eCall durch und durch für verlogen. Und dass er Präsident des Parlamentes ist, das die eCall-Pflicht soeben ohne gesellschaftliche Debatte durchgewunken hat, macht Angst. Ich habe die Befürchtung, dass wir ohne große Ankündigung in einen Überwachungsstaat geraten, wie ihn sich selbst George Orwell nicht schlimmer hat ausdenken können.

Begründung für diese - zugegeben hart formulierte - Meinung:
  • Datenschutz wird in der Versicherungswirtschaft sehr groß geschrieben. Dass hier ein Code of Conduct, der sogar über geltendes Datenschutzrecht hinausgeht, als Selbstverpflichtung verabschiedet wurde, war vielleicht nicht ganz freiwillig. Aber für den Datenschutz ist das eine gute Sache. Und das gilt nicht nur für die deutschen Versicherer, sondern auf europäischer Ebene.
  • Der Anbieter, an dessen Telematik-Studie ich teilgenommen habe, hat allen Teilnehmern absolute Einsicht in die gewonnenen Daten über ihn selbst gewährt. Daher stammten ja auch die Grafiken, die ich hier leider nicht veröffentlichen konnte.
    Ich bin diesem Anbieter ehrlich gesagt für die Teilnahme an der Studie sehr dankbar. Denn sonst hätte ich nicht begriffen, in welchem Maße hier Daten gesammelt werden.
  • Zur Verlogenheit des Herrn Schulz: die Technologie, die das Datensammeln erst möglich macht, wurde aufgrund einer Initiative europäischer Institutionen erst verpflichtend eingeführt. Martin Schulz bewirbt sich um das höchste Amt in Europa. Gerade eben hat das Parlament die letzten Beschlüsse dazu gefasst. Es soll doch niemand einem Parlamentspräsidenten glauben, der in dieser Situation auf die Versicherungswirtschaft zeigt und laut ruft: "das sind die Brandstifter" und zum Löschen nach neuen Gesetzen verlangt. Die sollen dann ebenfalls von ihm und seinen Politkumpels beschlossen werden. Geht's eigentlich noch?
  • Ich glaube den europäischen Einrichtungen nicht, dass es zum schnelleren Erreichen von Verkehrsopfern hilfreich ist, die Voraussetzungen zu schaffen um die Daten aller Fahrten aufzuzeichnen (inkl. des akutellen Standortes, der letzten Endes nur der letzte Wert in einer langen Liste ist). 

Meine Meinung: das ist der Weg in den Überwachungsstaat
Hier hat man von staatlicher Seite aus die Möglichkeit geschaffen, Bewegungsprofile aller Fahrzeuge aufzuzeichnen und so die Bürger total zu überwachen. Daher meine Meinung, dass die neuen eCall Systeme ein böser und kaum mehr rückgängig zu machender Schritt in einen totalen Überwachungsstaat sind. Das Gerede über die bösen Versicherer, die ihre Kunden total überwachen, ist doch nur eine propagandistische Nebelgranate. Mehr nicht!

Wenn jemand so etwas freiwillig möchte, habe ich kein Problem damit. Es gibt auch genügend Leute, die sich Trackingprogramme auf ihren Handys installieren, mit denen Wander- oder Laufrouten aufgezeichnet und dann über soziale Medien ins Internet gestellt werden. Wenn man das für sich so entscheidet, ist das für mich in Ordnung.

Aber ich möchte nicht verpflichtet werden, eine Datensammelvorrichtung mit mir führen zu müssen. Und eCall ist eine Verpflichtung.

Für mich kann ich ganz klar sagen: das möchte ich nicht. Und ich möchte die Möglichkeit haben, auch nach 2015 einen Neuwagen zu kaufen, der kein eCall System an Bord hat.


Das einzige, was wir Bürger jetzt noch tun können: darüber reden
Soweit ich es sehe, sind die politischen Weichen jetzt wohl gestellt. Im Mai sind Europawahlen. Das einzige was wir Bürger noch tun können: darüber reden.

Sind bei Euch Veranstaltungen von Kandidaten der im Parlament vertretenen Parteien? Geht hin und fragt sie nach dem Thema.

Und: redet darüber in der Öffentlichkeit. Schreibt Eure eigene Meinung in Blogs, auf Facebook oder als Leserkommentare in den Zeitungen. Redet mit Euren Freunden darüber. Oder verbreitet meinetwegen meinen Blogeintrag im Internet. Ich habe nichts dagegen.

Demokratie lebt vom Mitmachen und nicht davon, sich die Dinge gefallen zu lassen. Und Demokratie lebt eben auch davon, dass der Staat nicht Zugriff auf alle Daten seiner Bewohner hat. Nur nicht überwachte Bürger sind wirklich frei!

Neue Zugriffsmöglichkeiten wie eCall zu schaffen sehe ich daher mit sehr, sehr großer Sorge.

Telematik - meine Erfahrungen - Teil 4 - genaue Aufzeichnung der Fahrten

In diesem Teil meines Berichtes wollte ich eigentlich eine Grafik zeigen, die ein typisches Fahrtprotokoll aus dem Webangebot meines Telematik-Anbieters zeigt. Das muss leider unterbleiben.

Dort wurden zwischen dem 4.1.2014 und dem 18.1.2014 insgesamt acht Fahrten festgestellt.

Protokolliert sind folgende Werte:
  • Datum
  • Uhrzeit des Fahrtantritts
  • Dauer
  • Länge

Beispiel Trip 1:
  • Datum: 4.1.2014
  • Fahrtantritt: 12.20 Uhr
  • Dauer der Fahrt: 7.2 Minuten
  • Länge: 1,09 km
Diese Werte sind für alle acht Fahrten im genannten Zeitraum abrufbar. In einer weiteren Grafik, die ich ebenfalls nicht veröffentlichen kann, kann man die genannte Fahrtstrecke auf einer Karte eingezeichnet sehen.

Dienstag, 15. April 2014

Telematik - meine Erfahrungen - Teil 3

Heute gab es für mich eine kleine Überraschung.

Der Anbieter, an dessen Studie ich teilgenommen habe, ist auf mich zugekommen mit der Bitte, die Grafiken aus dem internen Account nicht im Internet zu veröffentlichen. Dieser Bitte komme ich nach.

Telematik - meine Erfahrungen - Teil 2

Gestern habe ich einen ersten Bericht von meinen Erfahrungen mit dem Thema Telematik gebracht. Heute folgt der zweite Teil.

In einer weiteren Grafik wird gezeigt, mit welcher Geschwindigkeit ich so unterwegs gewesen bin.
Das ursprüngliche Bild habe ich entfernt

Man sieht zum Beispiel, dass ich einmal das Auto mal richtig ausgefahren habe. Anders formuliert: ich habe aufs Gas getreten und rausgeholt, was ging.

Dabei kann ich mich eigentlich nur an eine solche Fahrt erinnern. Freie Straße, gute Laune, schöne Sonne... ich geb's zu. Aber diese eine Fahrt scheint das System nachhaltig beeindruckt zu haben (genauso mich beim erforderlichen Tanken auf halber Strecke... normalerweise reicht ein Tank für die gesamte Fahrt, die ich unternommen habe).

Man kann sich noch Werte für Bremsen, Beschleunigen, das Fahren von Kurven oder Spurwechsel anzeigen lassen. Die Daten für meine Box, die ich mir angeschaut habe, waren sehr ungenau. Aber wenn diese Systeme noch etwas lernen, können Anbieter die Daten mit Kartenmaterial (wie es in jedem Navigationssystem verwendet wird) abgleichen und dann kann man sehen, wo der Fahrer wie unterwegs gewesen ist.

Montag, 14. April 2014

Telematik - meine Erfahrungen - Teil 1

Ich habe berichtet, dass ich an einer Studie zum Thema Telematik teilgenommen habe. Mir ging es dabei darum herauszufinden, was man mit so einer Box im Auto alles messen kann.

An dieser Stelle möchte ich die Sache nicht bewerten. Ich möchte Euch vielmehr einige Informationen vorstellen, die ich im vom Anbieter unter dem von ihm bereitgestellten Account habe entnehmen können. Heute möchte ich mit Informationen über mein Fahrverhalten beginnen, die so für mich auch neu waren.
Das ursprüngliche Bild habe ich entfernt.

Die meiste Zeit fahre ich mit dem Auto in der Stadt, was mich nicht wirklich überrascht hat. Die meiste Strecke bin ich aber auf der Autobahn unterwegs. Das hätte ich so nicht gedacht, eben weil ich geführt (und von der Zeit her tatsächlich) primär in der Stadt mit dem Auto fahre. Dass ich hauptsächlich am Tage unterwegs bin, war mir auch klar. Den Anteil der Nachtstrecken hätte ich selbst etwas höher eingeschätzt.

In der nächsten Zeit werde ich von weiteren Erfahrungen mit der Telematik berichten.

Freitag, 11. April 2014

Gehälter in Deutschland: 1,54 € vs. Gehaltssteigerung von mehr als 1.000.000 €

Screenshot von Welt Online (10.04.2014)
Auf Welt Online las ich gestern zwei Artikel, die direkt nebeneinander standen. Am nebenstehenden Screenshot kann man das gut sehen.

Einmal ging es um den Verdienst der Chefs der Deutschen Bank. Dann ging es um einen Stundenlohn von 1,54 €, den ein Anwalt an Langzeitarbeitslose zahlte denen er eine Chance auf beruflichen Wiedereinstieg geben wollte.

Die Geldbeträge, um die es geht, will ich gar nicht kommentieren. Die Manager der Deutschen Bank bekommen eine Vergütung, die von den zuständigen Gremien festgelegt wird die von den Eigentümern u.a. für diesen Zweck bestellt worden sind. Das ist dann in Ordnung. Im Artikel über den Stundenlohn von 1,54 € lese ich, dass der Anwalt eigentlich niemanden einstellen wollte. Er habe den Betroffenen nur eine Chance geben wollen, in einer strukturschwachen Region wieder Fuß im Berufsleben zu fassen. Damit dürfte das mehr oder weniger ein bezahltes Praktikum gewesen sein. Den moralischen Stab über den Mann mag ich nicht brechen, obwohl ein Stundenlohn von 1,54 € für sich betrachtet schon heftig wenig ist.

Aber ich finde es gut, dass die Welt beide Zahlen einfach mal nebeneinander gestellt hat. So kann sich jeder seine eigene Meinung bilden. Danke, Welt!

In der Überschrift habe ich einen Stundenlohn neben die Erhöhung des Jahresgehalts gestellt. Das kann mir als Ungenauigkeit vorgeworfen werden. Auf diese weise ich daher selbst hin. Die Zahlen waren so schön für eine Überschrift, daher habe ich mich dieses Stilmittels bedient.

Weidmann ungenau: kann ein Bundesbankchef sich das leisten?

Die Welt berichtet vom Deutschen Bankentag. Jens Weidmann, Chef der Deutschen Bundesbank, hielt die Eröffnungsrede. Die Finanzkriese, so Weidmann, erinnere an einen "Film von Agatha Christie", nämlich den Mord im Orient-Express.

Das Ziehen dieser Parallele halte ich für legitim und ehrlich gesagt auch ziemlich gut.

Nur eine Kleinigkeit stört mich, die bei Bankern m.E. nicht vorkommen darf: Agatha Christie hat nie einen Film gemacht. Sie hat Romane geschrieben, u.a. auch besagten Mord im Orient-Express. Dieser wurde mehrfach verfilmt.

Warum schreibe ich das? Von einem Banker erwarte ich Präzision und Genauigkeit. Vermutlich hat jemand für Jens Weidmann die Rede vorbereitet - die Ungenauigkeit hätte hier nicht vorkommen dürfen.

Ansonsten hat der Mann (Redenschreiber) Recht mit seiner Beschreibung. Was viel bedauerlicher ist.

Sonntag, 6. April 2014

Pay as you drive: ein unsinniges Modethema

Spricht man mit Leuten über die Zukunft der Kfz-Versicherung, taucht immer wieder mal das Stichwort "pay as you drive" auf. Die Versicherungsprämie soll sich nach dem Fahrverhalten berechnen, was gerechter sei und zu einem sichereren Verhalten im Straßenverkehr erziehe. So der Grundgedanke.

Ich persönlich halte das für ziemlichen Schwachsinn, zumal es bei uns in Deutschland mit dem System des Schadensfreiheitsrabattes da auch schon vernünftige, seit Jahren bewährte Lösungen gibt.

Warum bezeichne ich diese Idee als Schwachsinn?

Ganz einfach: in Deutschland haften wir aus Betriebsgefahr, d.h. auch ohne Verschulden kann es zu einer Schadensersatzpflicht kommen. So müssen Fahrzeughalter haften, wenn z.B. ihr Auto aufgrund eines technischen Defekts abbrennt und jemand anderem einen Schaden zufügt. Dies gilt auch dann, denn die Halter dafür persönlich nichts können, sie also überhaupt keine Schuld trifft.

Pay as you drive suggeriert, dass man für die Versicherung nur zahlen muss, wenn man das Auto tatsächlich benutzt. So ist es aber nicht, eben wegen der Haftung aus Betriebsgefahr. Daher muss die Versicherung richtigerweise auch bezahlt werden, wenn das Auto überwiegend am Straßenrand geparkt steht.

Und für eine Versicherung kann das Risiko eines versicherten Fahrzeugs nach Typen- und Regionalklasse berechnet werden. Das Risiko des Versicherungsnehmers ist auch nach seinem Schadensfreiheitsrabatt und anderen Kriterien (z.B. erhalten Eigentümer von selbst genutzten Immobilien oft einen kleinen Rabatt) einzuschätzen. Einer elektronischen Überwachung des Fahrverhaltens bedarf es da nicht. Bei "pay as you drive" handelt es ich um ein durch die technische Entwicklung bedingtes Modethema, nicht aber um eine echte Neuerung.

Den Medien entnehme ich, dass die S-Direktversicherung als erste Gesellschaft in Deutschland nun einen "pay as you drive" Tarif anbietet. Wenn man dies bei einem Direktversicherer tut, ist das ein Indiz dafür, dass die hinter der S-Direkt stehende Versicherungen aus dem Sparkassen-Bereich das Thema für sich einmal austesten möchte. Findet so ein Tarif Akzeptanz bei den Kunden? Gibt es für die anbietende Gesellschaft irgendwelche echten Vorteile? Auf die Ergebnisse bin ich mal gespannt.


Ich habe selbst knapp ein Jahr lang an einer Pilotstudie eines großen deutschen Versicherers teilgenommen. eCall und Telematik sind von Europa gesetzte Themen, an denen jeder einzelne Verbraucher nicht vorbeikommt. Eine echte gesellschaftliche Diskussion dazu fehlt bislang.

Die wünsche ich mir. Versicherungsthemen sind - auch wenn sie unter Aspekten des Datenschutzes debattiert werden - dabei nach meiner Meinung nur eine Nebensache. Dazu kommt mehr in den nächten Tagen hier im Blog.

Samstag, 5. April 2014

Bewertungsreserven: Pläne auf Eis gelegt?

Am 10. März habe ich zu Plänen des Gesetzgebers berichtet, die Regeln zur Beteiligung der Kunden an den Bewertungsreserven der Lebensversicherer zu ändern. Am 12. März kam dann noch ein Beitrag zu den Details. Es lohne sich, so mein Fazit, die Entwicklung im Auge zu behalten.

Heute nun meldet die Welt, dass aus den Plänen vorerst nichts wird. Das Vorhaben scheint wegen anstehender Landtagswahlen politisch nicht umsetzbar. Auch fand man - wohl nach Konsultation von Leuten mit Fachverstand - auf politischer Ebene heraus, dass das Vorhaben doch etwas komplizierter ist als gedacht.

Wörtlich heißt es im Beitrag der Welt:
Wie die "Welt" aus Berliner Koalitionskreisen erfuhr, gestaltet sich die Ausarbeitung des Gesetzentwurfs schwierig. Sowohl zwischen einzelnen Ressorts der Bundesregierung als auch zwischen dem Bund und den Ländern soll es zahlreiche offene Fragen geben.
Was ich da lese, empfinde ich als eine ganz, ganz peinliche Nummer. Da wollte irgendwer wohl "ein bestimmtes Ergebnis", und nun findet man heraus, dass es sich aufgrund des geltenden Rechts wohl nicht so ganz realisieren lässt.

Das ist ein Armutszeugnis für die beteiligten Politiker. Immerhin muss man beim Gesetzgebungsvorhaben mit so etwas wie dem Grundrecht auf Eigentum (Art. 14 GG) rechtskonform gehen. Denn die vermögenswerten Anwartschaften der Kunden auf Beteiligung an den Bewertungsreserven dürften unter den Schutz des Grundgesetzes fallen. Das hätte aber jedem Beteiligten von Anfang an klar sein müssen.

Ich bin mal gespannt, ob aus dem Vorhaben noch was wird. Möglicherweise hat die Sache sich auch komplett erledigt.

Verkehrssicherungspflicht beim Karnevalsumzug

Bild vom Faschingsumzug 2014 in Wiesbaden
In DAR 3/2014, 145 f. wird von einem interessanten Beschluss des OLG Koblenz vom 19.12.2013 (3 U 985/13) berichtet.

Es geht um Verkehrssicherungspflichten, die einen Veranstalter von Karnevalsumzügen treffen. Die Entscheidung ist mit folgendem Leitsatz abgedruckt: "Der Veranstalter eines Rosenmontagsumzugs hat dafür Sorge zu tragen, dass Personen, insbesondere minderjährige Zuschauer, nicht zu nahe an die Festwagen kommen können und eine Absperrung vorzunehmen ist."

Ich persönlich finde die Anforderung eines Sperrgitters übertrieben. So etwas dürfte wohl nur bei den ganz großen Umzügen mit Massenauflauf wilder Narren zu fordern sein. Im vom OLG Koblenz behandelten Fall handelte wohl es sich um den Umzug in Mainz, dort war allerdings eines vorhanden.

In Wiesbaden ist der Umzug mindestens eine Nummer kleiner. Das Publikum ist auch harmloser als in Mainz. Hier sind mir in diesem Jahr Ordner aufgefallen, die (minimal verkleidet) rechts und links der Umzugswagen liefen und diese gesichert haben. Das dürfte eine völlig ausreichende Verkehrssicherung sein.

Autoflotte: gab es auch hier manipulierte Tests?

In der Vergangenheit stand vor allem der ADAC unter Beschuss. Manipulationen beim Preis "Gelber Engel" sind bekannt geworden, auch über solche bei Reifentests wurde spekuliert.

Nun berichtet Spiegel Online über Leserpreis-Manipulationen beim Magazin Autoflotte. Die Hintergründe waren im Springer Fachmedienverlag bekannt geworden, der schnell gehandelt und sich vom Chefredakteur getrennt hat. Der Autoflotte Award 2014 wurde abgesagt.

Ich finde es gut, wie hier reagiert wurde. So lässt auch beschädigtes Vertrauen wieder herstellen. Sowohl dem ADAC als auch dem Magazin Autoflotte wünsche ich alles Gute!

Mittwoch, 2. April 2014

Kein Scherz: ADAC trennt sich vom Geschäftsführer

"Gelbe Engel" sind das bekannteste Auftreten des ADAC
Die Zeitung DIE WELT berichtet am 1.4.2014, dass der ADAC sich von seinem Geschäftsführer Karl Obermair getrennt hat.

Karl Obermair war nach meiner Wahrnehmung nach Bekanntwerden der Manipulationsskandale jemand, der die ersten deutlichen Schritte in Richtung Aufarbeitung und Transparenz unternommen hat. So zum Beispiel in einem Interview, das der dem SPIEGEL gegeben hat.

Die Interna beim Club kenne ich natürlich nicht. Jedenfalls gab es bereits im Februar Berichte, wonach der ADAC sich von seinem Geschäftsführer trennen wolle.

Dass die Meldung des Vollzugs dieser Pläne ausgerechnet am 1.4. in die Medien kam, dürfte kaum einer der Beteiligten als Scherz aufgefasst haben. Dem ADAC wünsche ich jedenfalls, dass es ihm gelingt, zerstörtes Vertrauen wieder aufzubauen und den Mitgliederschwund zu stoppen.

Dienstag, 1. April 2014

Manni und der Lkw - die A 10 ist wieder frei!

Dieses Foto hat nichts mit dem Lkw-Fahrer Manni zu tun.
Das Internetmagazin DER POSTILLON berichtet, dass ein Lkw-Fahrer auf der Autobahn 10 ein 14 Jahred dauerndes Überholmanöver erfolgreich habe beenden können. Wir möchten unsere Leser ergänzend darauf aufmerksam machen, dass dieses Überholmanöver im vergangenen Jahr die SPD mutmaßlich zu innovativen Gesetzgebungsvorhaben inspiriert hat.

Blöderweise gab es in der Bevölkerung bei der Wahl keine ausreichende Zustimmung, die der SPD die alleinige Macht gegeben hätte. Es fand sich sonst in den Parlamenten niemand, der ein Gesetzgebungsverfahren mit den von der SPD gewünschten Inhalten hätte betreiben wollen.

Daher melden wir, den Postillon ergänzend, dass die Gesetzgebungspläne des Herrn Pronold wieder in der Schublade verschwunden sind.