Mittwoch, 5. Februar 2014

ADAC: Mitgliederschwund kostet ca. 1.1 MIO € - die übrigen Mitglieder werden mit ca. 150 MIO € zur Kasse gebeten

Medien wie die Welt berichten, dass die aktuellen Skandale den ADAC mindestens 15.000 Mitglieder kosten werden.

Derzeit kostet die einfache Mitgliedschaft im Jahr 44,50 € und die Plus-Mitgliedschaft kostet 79,50 €. So schreibt es der ADAC auf seiner Homepage. Allerdings werden die Preise jetzt erhöht, so meldet es der Focus. Die einfache Mitgliedschaft kostet dann 49 € im Jahr, die Plus-Mitgliedschaft wird 89,50 € kosten. Das sind die Beträge, die pro ausgetretendem Mitglied künftig weg fallen.

Jetzt werden die Zahlen interessant.

Der ADAC meldet am 03.02.2014, dass 65% seiner Mitglieder die Plus-Mitgliedschaft nutzen. Das macht dann 35% "einfache" Mitglieder. Ich gehe davon aus, dass dies auch in etwa das Verhältnis in der Gruppe der austretenden Mitglieder sein wird.

Das wären dann:
  • einfache Mitglieder
    35% von 15.000 Mitgliedern sind dann 5.250 Mitglieder, die austreten.
    Bei dem erhöhten Beitrag von 49 € entfallen damit Beitragseinnahmen in Höhe von 257.250 €.
  • Plus-Mitglieder
    65% von 15.000 Mitgliedern sind dann 9.750 Mitglieder, die austreten.
    Bei dem erhöhten Beitrag von 89,50 € entfallen damit Beitragseinnahmen in Höhe von 872.625 €.
 Addiert man beide Summen, ergibt dies entgangene Beträge von 1.129.875 €. So genau auf den letzten Euro wird man das aber nicht berechnen können, da die genaue Anzahl der ausgetretenen und noch austretenden Mitglieder nicht bekannt ist. Daher runde ich das Rechenergebnis etwas ab, und schätze entgangenen Beiträge auf 1.100.000 €.


Wie kompensiert der ADAC den Beitragsausfall von 1.100.000 €?
Der Club muss also mit erheblich weniger Geld in der Kasse rechnen.  Das kompensiert man am besten mit einer Beitragserhöhung.

Nach der Pressemeldung zahlen einfache Mitglieder künftig 4,50 € mehr im Jahr und Plus-Mitglieder sogar 10 €. Der ADAC meldet einen Mitgliederbestand von 18,99 MIO Menschen.

Jetzt kann man die Rechnung mit den Mitgliedern analog durchführen:
  • einfache Mitglieder
    35% von 18,99 MIO Mitgliedern sind dann ca. 6,65 MIO Mitglieder, die nicht austreten.
    Bei dem um 4,50 € erhöhten Beitrag legen diese Leute also ca. 29,93 MIO € mehr in die Kasse als nach dem bisherigen Beitrag.
  • Plus-Mitglieder
    65% von 18,99 MIO Mitgliedern sind dann ca. 12,34 MIO Mitglieder, die nicht austreten.
    Bei dem um 10 € erhöhten Beitrag legen diese Mitglieder dann ca. 120,4 MIO € mehr in die Kasse.
Addiert man beide Werte, kommt man auf Beitrags-Mehreinnahmen von  ca. 150 MIO € durch die anstehende Beitragserhöhung.

Der durch Austritt enttäuschter Mitglieder verursachte Beitragsschwund wird also von den im ADAC verbleibenden Mitgliedern gut kompensiert.

Meine Meinung ist, dass die Mitglieder des ADAC einen guten Anlass haben, doch mal kritisch zur Verwendung ihrer Beiträge bei ihren Cluboberen nachzufragen. So ganz nachvollziehen kann ich das, was ich im Netz lese, nicht. 

Ganz klar möchte ich stellen: meine Zahlen sind eine Schätzung. Es kann sein, dass die Beitragsausfälle aufgrund von Austritten etwas höher oder niedriger ausfallen. Es kann sein, dass die Beitragsmehreinnahme aufgrund der Erhöhung etwas höher oder niedriger ausfällt. Interessant finde ich einfach nur das Verhältnis der beiden Zahlen zueinander.