Sonntag, 27. Oktober 2013

private Krankenversicherung: sind Privatpatienten Opfer oder Begünstigte?

Ich habe vor kurzem dargelegt, weshalb ich selbst nicht privat, sondern gesetzlich krankenversichert bin. Das Thema interessiert mich sehr, weil die Krankenversicherung (egal ob gesetzlich oder privat) ein elementarer Bestandteil unserer sozialen Sicherungssysteme ist.

Ich habe heute einen sehr interessanten Beitrag des Finanzberaters Peter Hiber gelesen, der offen die Gretchenfrage zur Privaten Krankenversicherung stellt: sind Privatversicherte Opfer oder Profiteure des Systems?

Peter Hieber nennt unser Krankenversicherungssystem absurd und reformbedürftig. Über das erste Attribut kann man m.E. geteilter Ansicht sein. Den zweiten Punkt sehe ich genau so.

Wer als junger Mensch in die private Krankenversicherung geht, zahlt weniger Prämie für die Versicherung, bekommt aber bessere Leistungen. Dass da die Quersubventionierung einkommensschwacher Mitglieder wie im System der Gesetzlichen Krankenversicherung nicht auf die Preise kommt, ist jedem klar. Aber mit etwas  Nachdenken kann jeder eigentlich erkennen, dass es das zur Erklärung von Preis- und Leistungsunterschieden alleine nicht sein kann. Die Gesetzliche Krankenversicherung ist deswegen teurer, weil sie geschlossene Tarife wie die Private Krankenversicherung nicht kennt. Und die sind die eigentliche Sauerei, schaffen sie doch viel zu kleine Solidargemeinschaften selbst bei großen Versicherungsgesellschaften. Die zahlen dann langfristig deutlich mehr als sie in der Gesetzlichen Krankenversicherung zahlen würden.

Ich glaube aber, der Staat wird es nicht zu einer Kranken-Einheitskasse kommen lassen. Dann müsste er nämlich für die Beamten (und Politiker)  analog den normalen Angestellten die halben Krankenversicherungsbeiträge bezahlen. Und das wäre wohl teurer als das derzeitige System der Beihilfe beizubehalten.